Ball mit Haarspitzen ins Tor gestreichelt

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Bloß nicht hinschauen mag der Rostocker Ondrej Smetana (r.), während die Hachinger den 1:0-Auswärtssieg durch das Tor von Einwechsel-Joker Andreas Voglsammer5 (Nr. 26) bejubeln. Foto: Fishing 4

Unterhaching - Dank eines bärenstarken Auftritts von Torhüter Stefan Riederer und einem späten Treffer von Joker Andreas Voglsammer gewann die SpVgg Unterhaching in Rostock 1:0 und feierte einen gelungenen letzten Auswärtsauftritt des Jahres.

Mit dem fünften Sieg im zehnten Auswärtsspiel seit Saisonbeginn festigten die Hachinger zudem endgültig ihren Nimbus als Schrecken in fremden Stadien. 19 Zähler holte die SpVgg auf fremden Plätzen und leistete sich dabei eine einzige Niederlage. Das bedeutet Platz drei in der Auswärtstabelle der Dritten Liga. Keine Mannschaft kassierte dabei weniger Gegentreffer (sechs). „Was wir in dieser Saison auswärts abliefern, ist wirklich sensationell“, sagte Trainer Claus Schromm nach dem Abpfiff in Rostock.

Auch an der Ostsee konnte das Hachinger Trainer-Duo stolz auf seine junge Mannschaft sein. „Wie die Jungs hier in Rostock vor dieser Kulisse 90 Minuten mit der Drucksituation umgegangen sind und in aller Ruhe immer wieder das Spiel eröffnet haben, davor muss man den Hut ziehen“, so Schromm. Allerdings: Diesmal führte zunächst keine spielerische Glanzleistung zum Erfolg, sondern eine Menge Glück. Unverdient waren die Punkte am Ende dennoch nicht.

So richtig mitzuspielen begannen die Gäste erst in der zweiten Halbzeit. Dass es da noch 0:0 stand, war vor allem Torhüter Stefan Riederer zu verdanken, der am Samstag sein wohl stärkstes Saisonspiel machte. In der 25. Minute parierte er nach einem Kopfball von Holst aus zehn Metern sensationell, ebenso grandios war die Parade in der 45. Minute, als er den Drehschuss von Smetana um den Pfosten lenkte. Die SpVgg war bis dahin gerade einmal offensiv auffällig geworden: Florian Niederlechner traf das Außennetz (43.).

Im zweiten Durchgang wurde die Partie insgesamt besser und die Hachinger immer aktiver. Zunächst musste allerdings erneut Riederer eingreifen, um einen Rückstand zu verhindern. Gegen Weilandts Schuss zeigte der 26-Jährige seine dritte Klasse-Parade (52.). Dann begann die SpVgg, sich mehr und mehr vor dem Rostocker Tor zu tummeln und kam auch zu guten Chancen. Niederlechner hatte das 0:1 auf dem – leider linken – Fuß, schoss nach Hereingabe von Stephan Thee aus zehn Metern aber vorbei (58.). Dann versuchte es Thee aus 20 Metern selbst, Torwart Müller war auf dem Posten (66.). Schließlich inszenierte Haching einen perfekten Konter, Thees feinen Pass jagte Dominik Rohracker aus zwölf Metern übers Tor (85.).

Andreas Voglsammer, in der 72. Minute eingewechselt, sorgte dann doch noch für das erlösende (Sieg-)Tor. In der 88. Minute streichelte er mit seinen Haarspitzen einen von Maximilian Welzmüller getretenen Eckball in den Hansa-Kasten – eine mittlerweile verdiente Führung. Für den 20-jährigen Rosenheimer war es im 15. Joker-Einsatz der zweite Saisontreffer. Der erste war ihm kurioserweise im Hinspiel gegen Rostock gelungen. Der Siegtorschütze sagte danach zufrieden: „Ein Spiel dauert eben 90 Minuten, und solange der Schiedsrichter nicht abgepfiffen hat, kann man auch noch ein Tor erzielen.“ Für Voglsammer war der Erfolg beim Zweitliga-Absteiger keine Überraschung: „Wir gehen dem Plan nach, den uns die Trainer vorgeben, das gelingt uns meistens ganz gut. Wir wissen, wir können auch noch mehr.“ Insofern schade, dass jetzt die Winterpause naht.

von Christian Amberg

Quelle: fussball-vorort.de

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