BfV konkretisiert Pläne für Restart bei Junioren

BfV: Zwei Einfachrunden mit maximal zehn Teams bei Junioren

Nach den bayerischen Sommerferien (rot) soll der Spielbetrieb an den Wochenenden wieder beginnen (grün).
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Nach den bayerischen Sommerferien (rot) soll der Spielbetrieb an den Wochenenden wieder beginnen (grün).

Der BfV konkretisiert seine Pläne zum Restart der Junioren im September. Es sollen zwei Einfachrunden, jeweils mit Auf- und Absteigern, mit maximal zehn Teams gespielt werden.

Landkreis – Die Weichen sind gestellt: Unmittelbar nach der Bekanntgabe des Saisonabbruchs im Juniorenfußball (wir berichteten), stellten Verbands-Jugendleiter Florian Weißmann und sein Team nicht nur die Planungen rund um die kommende Saison vor. Auch zur Errechnung der Abschlusstabellen und daraus resultierenden Fragen zu Auf- und Abstieg informierte Weißmann bayernweit in zahlreichen Webinaren. 

Jugendmannschaften des SE Freising und TSV Eching steigen auf

Speziell beim SE Freising und TSV Eching dürften die Verantwortlichen ihre Ohren besonders gespitzt haben. Beide Vereine waren vor wenigen Tagen noch schwer enttäuscht, mit ihren C-Jugend-Teams allen sportlich guten Perspektiven zum Trotz in der Kreisliga Donau/Isar verbleiben zu müssen, doch dieses Mal überbrachte Weißmann gute Nachrichten. „Quotientengleiche, zweitplatzierte Mannschaften steigen mit auf“, erklärt der Verbands-Jugendleiter, sodass die Domstädter ihre Planungen für die Bezirksoberliga intensivieren können. Bei den Zebras ebnet die Quotientenregelung den Weg in Richtung BOL. Mannschaften, die mindestens 80 Prozent der Punkte des jeweiligen Tabellenführers erreicht haben, dürfen nämlich den Aufstieg beantragen. Bedeutet: Eching hätte demnach mindestens 22,4 Punkte erreichen müssen und liegt mit tatsächlich errungenen 23 Zählern knapp über der Marke. Nicht nur der TSV mit seiner U15, sondern alle Teams im aufstiegsberechtigten Spielbetrieb, die ihrerseits unter Anwendung der Quotientenregel einen Aufstieg anstreben, müssen das mittels einer Online-Abfrage bis spätestens 21. Juni erledigen. „Dazu hat jeder Verein bereits einen Link über das Zimbra-Postfach erhalten“, erläutert Weißmann, „und ab der Kreisklasse aufwärts ist die Rückmeldung verpflichtend!“

Seitens des BFV werde man versuchen, die Wünsche und Anliegen der Vereine bestmöglich zu berücksichtigen. „Aber es besteht kein Anspruch auf den Aufstieg“, verdeutlicht der Verbands-Jugendleiter, möglicherweise Anträge ablehnen zu müssen.

Florian Uffinger, Nachwuchschef des TSV Eching, begrüßt diesen Ansatz. „Letzte Woche wussten wir noch nichts von der Quotientenregel, doch dieser Weg berücksichtigt genau unser sportliches Problem mit dem Abbruch“. Ein Kompliment sendet Uffinger direkt hinterher: „Da wurden sich wirklich Gedanken gemacht, die auf die Befindlichkeiten der Vereine eingehen“.

Neben den Echingern könnten übrigens auch der SV Vötting (U13 Gruppe Süd), VfB Hallbergmoos und SE Freising (beide U13 Kreisklasse), die SG Kranzberg in der C-Jugend Gruppe Süd sowie der FC Moosburg bei der U17 in der Gruppe Freising über die Quotientenregel den Aufstieg beantragen.

Stephan Fox: Wie viele Spieler kehren nach Pause zurück?

Auch in den unteren Tabellenregionen dürfte die Eingruppierungsabfrage des BFV eine wichtige Rolle spielen. „Vereine, die mit ihren Mannschaften einen, zwei oder drei Punkte im bisherigen Saisonverlauf erzielt haben, sollten sich hinterfragen, ob ihnen der Nicht-Abstieg in der jeweiligen Altersklasse weiterhilft“, appelliert Weißmann an die Vernunft der Jugendleiter. Schließlich gehe es um „Ausbildung, Entwicklung und Motivation der Kinder und Jugendlichen“, wie er hervorhob und forderte „zur realistischen Einschätzung der eigenen Leistungsstärke“ auf.

Doch geht das zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt? Diese Frage stellt sich auch Stephan Fox, der noch bis Ende Juli für den Großfeldspielbetrieb im Landkreis zuständig ist. „Welche Vereine können denn überhaupt melden? Wie viele Spieler kehren nach der langen Pause zurück? Und gibt es noch genügend Trainer oder Betreuer für die Teams?“ Drei Fragen, die momentan den Verantwortlichen von Allershausen bis Zolling manches Magengrummeln bereiten dürften – alles in einer Phase, in der (reguläres) Training und Präsenzveranstaltungen mit dem alten oder neuen Trainerstab nicht durchführbar sind. Obendrein besteht der Großteil des Spielbetriebs im A- und B-Jugendbereich aus Spielgemeinschaften mit teilweise bis zu vier (!) daran beteiligten Vereinen. „Wer bildet denn zukünftig überhaupt eine SG – und welche bestehenden brechen auseinander“, gibt Fox zu bedenken. Grund zu übereiltem Handeln oder gar Panik besteht dennoch nicht. Wer entweder nicht höherklassig spielt oder aber keine Eingruppierungswünsche hat, meldet seine Teams wie gewohnt über den ab heute und dann bis zum 31. Juli geöffneten Meldebogen.

BfV: Zwei Einfachrunden mit zehn Teams

Sollte behördlicherseits dem ab September angepeilten „Re-Start“ nichts im Wege stehen, peilt der BFV – analog zu den Juniorinnen – das Wochenende 12./13. September als Saisonstart an. Wenn alles planmäßig verläuft, werden die Spielklassen bis Ende November abgeschlossen, denn anstelle von Hin- und Rückspiel tritt eine „Einfachrunde“ mit regulären Auf- und Abstiegsplätzen in Kraft. Das funktioniert, weil in keiner Klasse mehr als maximal zehn Mannschaften eingeteilt werden. Am Beispiel der Bezirksoberliga bedeutet das eine Aufteilung in zwei Staffeln zu möglicherweise je acht Teams. Vorausgesetzt, das angedachte Saisonende bis Ende November klappt, dann ginge es im Frühjahr mit noch einer „Einfachrunde“ weiter – basierend auf den erreichten Leistungen der Herbstspielzeit –, die ihrerseits planmäßig bis Ende Juni zum Abschluss kommen soll und wiederum Auf- und Abstiegsränge enthält. Binnen rekordverdächtigen zehn Monaten bestünde bei dem Modell also die historische Chance, beispielsweise mit einer U17 von der Kreisliga bis hoch in die Landesliga zu klettern. Falls sich allerdings der gewünschte und erhoffte Starttermin Mitte September nach hinten verschiebt oder eine zweite Infektionswelle neuerliche Unterbrechungen erfordert, dann würde die bevorstehende Saison notfalls bis zum 31. Juli verlängert werden müssen und die Frühjahrsrunde entfiele. Der BFV schnürt im Jugendbereich also ein durchdachtes Gesamtpaket, das den Vereinen mit der Eingruppierungs-Abfrage ein hohes Maß an Flexibilität und Mitverantwortung bietet sowie den Spielbetrieb nach aktuellem Wissen bestmöglich regelt. Planungssicherheit erhalten die Jugendleiter nun auch bezüglich der Jahrgänge in den einzelnen Altersklassen, da diese nun regulär ab dem 1. August wie gewohnt gelten: A-Jugendliche sind dann alle Kicker der Jahrgänge 2002/03, und in der E-Jugend spielen Kinder mit den Geburtsjahren 2010/11. Doch – diese Frage musste sich Verbands-Jugendleiter Weißmann des Öfteren anhören – warum hat sich der BFV mit dieser Abbruchentscheidung so viel Zeit gelassen? „Klar hätten wir gleich im April die Entscheidung zum Abbruch treffen können“, entgegnet Weißmann, „aber dann hätte jeder sofort gefragt, wie es weitergeht, wer nun auf- und absteigt. Wir wollten keine Antworthäppchen präsentieren, sondern eine Gesamtlösung mit den Vereinsvertretern in den Arbeitsgruppen finden“, betont Weißmann. „Und damit haben wir, glaube ich, viele verblüfft, die immer noch das Bild von alten Herren beim verstaubten Verband zeichnen“, fügt er schmunzelnd hinzu.

Abschließend bleibt also der Dank des BFV für Mitarbeit und Geduld. „Viele Jugendfußballer – speziell aus dem Kleinfeldbereich – haben im Oktober 2019 ihr letztes Match absolviert“, erinnert Weißmann an die lange und anhaltende spielfreie Zeit.

Quelle: Merkur.de

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