Serie: Regelhüter des Sports

Assad Nouhoum ist erst der zweite Landkreis-Schiri in der Bayernliga

Von seiner Fußballer-Zeit profitiert Assad Nouhoum noch heute in seiner Rolle als Schiedsrichter.
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Von seiner Fußballer-Zeit profitiert Assad Nouhoum noch heute in seiner Rolle als Schiedsrichter.

Assad Nouhoum hat den Sprung gewagt und seine aktive Spielerkarriere als Innenverteidiger gegen das Pfeifen auf dem Platz in der Bayernliga getauscht.

Fürstenfeldbruck – Nicht nur die Spieler, auch die Schiedsrichter im Amateurfußball müssen seit Monaten auf ihre Einsätze auf dem Platz verzichten. Einer von ihnen ist der 27-jährige Assad Nouhoum vom SC Oberweikertshofen. Der gebürtige Brucker mit togoischen Wurzeln hat eine einmalige Schiri-Karriere hingelegt. Sein Durchmarsch von der Kreis- bis in die Bayernliga ist in der regionalen Schiri-Gruppe bisher einmalig. Überhaupt ist er nach Josef Michl vom FC Emmering, der 1987/88 aufstieg, erst der zweite Referee der Schiri-Gruppe Ammersee/Fürstenfeldbruck, der den Sprung in die Bayernliga geschafft hat. „Meine Entscheidung, meine aktive Laufbahn als Fußballer zugunsten der Schiri-Karriere aufzugeben, habe ich nie bereut“, sagt Nouhoum rückblickend. „Bei dieser Entscheidung habe ich auf mein Herz gehört.“  

Vom Innenverteidiger zum Schiedsrichter in der Bayernliga 

Der 27-Jährige, der beruflich als Ingenieur arbeitet, war vor seiner Schiri-Laufbahn ein leidenschaftlicher Fußballer. Er kickte beim SC Oberweikertshofen in der Landesliga und beim BC Aichach in der Bayernliga. Viele seiner Wegbegleiter hätten den talentierten Fußballer lieber weiterhin als starken Innenverteidiger auf dem Rasen gesehen. Seine Erfahrungen, die Nouhoum gerade in den höheren Amateur-Ligen gesammelt hat, helfen ihm aber auch bei seiner Aufgabe als Schiedsrichter. Insbesondere beim Spielverständnis, bei der Beurteilung gewisser Situationen auf dem Platz sowie auch bei der Kommunikation mit den Aktiven, sieht der 27-Jährige Vorteile aus seiner Kicker-Zeit. 

Engagement von Nouhoum auch neben dem Platz - Kampf gegen Rassismus 

Nouhoum engagiert sich zudem noch im Kampf gegen Rassismus. Bei einer Aktion des Bayerischen Fußballverbands (BFV) war der Schiri einer der Anti-Rassismus-Paten. Er selbst wurde bislang in all seinen Spielen nicht rassistisch angegangen. Das Problem sieht er trotzdem. „Ich denke Rassismus gibt es überall, ob du als Spieler oder als Schiedsrichter auf dem Platz stehst.“ Aber er sei mental so stark, dass er damit kein Problem bekomme, falls tatsächlich etwas vorfällt. „Dann setze ich meine mir zur Verfügung stehenden Mittel ein.“ 

Fit bleiben während Corona auch für Amateur Schiedsrichter von Bedeutung 

Wohin ihn seine Schiri-Laufbahn noch bringen wird, mag Nouhoum nicht vorhersagen. „Ich weiß nicht, wie sich meine sportliche Zukunft gestalten wird“, sagt der 27-Jährige. „Bisher habe ich recht gute Leistungen abgeliefert. Ich werde auch weiterhin mein Bestes geben. Das Pfeifen ist meine Leidenschaft. Dem Schiedsrichterwesen werde ich auf jeden Fall treu bleiben.“ Aktuell kämpft Nouhoum aber mit demselben Problem wie die Kicker: die Corona-Pandemie. „Die Pause ist natürlich für die Entwicklung weder für die Spieler noch für einen Schiri förderlich“, sagt der Bayernliga-Schiedsrichter. „Auch wenn mich persönlich die Situation nicht umwirft, so vermisse ich aber doch die persönlichen Kontakte sehr, nicht nur mit den Schiedsrichter-Kollegen, sondern auch die Gespräche mit Spielern, zum Beispiel nach einer Begegnung.“ 

Nouhoum: „Die Praxis fehlt natürlich“

Derzeit bestehen Kontakte nur über Internet-Plattformen. Seminare des Deutschen Fußballbunds (DFB) oder des BFV werden ebenfalls online abgehalten. Die Theorie verlerne man so nicht. „Die Praxis aber fehlt da natürlich sehr“, meint Nouhoum. Fit hält sich der Referee mit Laufen, Stabilisations- und Kräftigungsübungen. „Zudem führe ich Spielanalysen durch, von Spielen, die ich geleitet habe.“ Über ein Online-Portal habe er diese Möglichkeit, denn auf fast allen Plätzen in Bayern besteht dieses digitale Angebot.

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