Im Gespräch

Die Bayernliga bleibt Martin Mayers  großes Ziel

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Feierten zum ersten Mal zu dritt Weihachten: Hensy und Martin Mayer mit ihrer Tochter Lea Marta. 

FC-Deisenhofen-Urgestein Martin Mayer spricht im Interview über Taktik, Futsal – und Vaterfreuden.

DeisenhofenMartin Mayer (31) ist ein Urgestein des Fußball-Landesligisten FC Deisenhofen. Fast seine gesamte fußballerische Laufbahn hat der flinke Super-Techniker bei den Blauhemden verbracht. Im Jahr 2016 lockte ihn der TSV Buchbach, nach einer Saison mit 19 Regionalliga-Einsätzen kehrte Mayer jedoch zu seinem Heimatverein zurück. Mit dem FCD liegt er derzeit auf Rang drei, visiert also einmal mehr den Bayernliga-Aufstieg an. Der Rückstand zum Zweiten SE Freising beträgt sechs, zum Spitzenreiter TSV Wasserburg acht Punkte. Wir sprachen mit Martin Mayer.

Wie lautet Ihr Resümee des Deisenhofner Fußballjahres?

Im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein, aber hundertprozentig nicht. Wir nehmen uns ja jedes Jahr den Aufstieg vor und irgendwann sollte es funktionieren, bevor ich meine Laufbahn beende.

Heißt das denn, Sie hören demnächst auf? Vielleicht schon im Sommer?

Nein, nein. Für nächste Saison habe ich schon verlängert und ich will schon noch ein paar Jahre spielen, wenn die Beine mitmachen.

Es heißt von FCD-Seite ja immer wieder, der Verein würde gern zum 100. Geburtstag 2020 in der Bayernliga spielen. Wären Sie damit einverstanden?

2020 wäre okay. Da könnte ich dann vielleicht doch zufrieden in den Fußball-Ruhestand gehen.

Ist der Aufstieg in der laufenden Saison noch möglich?

Wenn wir nach der Winterpause gut starten, an die Leistungen der letzten Spiele anknüpfen und in einen Lauf kommen, ist noch alles drin.

Es gab in diesem Jahr ein Ereignis, das den Fußball vermutlich in den Schatten stellte: Sie wurden Ende Oktober Vater einer Tochter.

Das ist ein Erlebnis, das man nicht oft hat, einfach unbeschreiblich. Es läuft super, wir sind sehr zufrieden. Sie schläft und lässt uns schlafen, einmal sogar schon sieben Stunden am Stück, aber vier, fünf immer.

Drei Tage nach der Geburt haben Sie gegen den TSV Bogen groß aufgespielt und zum 4:2-Sieg sogar zwei Tore beigesteuert. Ein Doppelpack kommt bei Ihnen auch nicht alle Tage vor. War da noch so viel Adrenalin im Blut?

So was gibt es nur im Fußball. Das ist wie bei Spielen gegen den Ex-Verein: Da schießen plötzlich Spieler Tore, die sonst nicht so treffen. Aber das Komische ist: Ich habe mich vorher überhaupt nicht gut gefühlt. Das Kind war zu einer Untersuchung länger im Krankenhaus, da macht man sich Gedanken. Deshalb hatte ich, was normalerweise gar nicht meine Art ist, schon daran gedacht, dem Trainer zu sagen, dass er mich auf der Bank lassen soll. Aber ich habe es mir dann anders doch überlegt, weil: Das bin ich nicht. Und dann ist es super gelaufen.

Sie haben den Trainer erwähnt: Im Sommer hat der ehemalige isländische Nationalspieler Hannes Sigurdsson das Erbe von Peter Schmidt angetreten. Was macht er anders als sein Vorgänger?

Hannes legt viel Wert auf den Kampf, was vielleicht an seiner Herkunft aus Island liegt. Das ist immer ein wichtiger Teil seiner Ansprache. Dieser letzte Wille neben dem Fußballerischen, das wir sowieso drauf haben, hat uns früher oft gefehlt.

Neben Fußball spielen Sie auch leidenschaftlich gerne Futsal. Was macht da den Reiz für Sie aus?

Der taktisch geprägte Fußball in Deutschland ist nicht mehr schön. Vor allem in der 2. und 3. Liga kann ich das nicht mehr anschauen, es gibt keine Einzelkönner mehr. Beim Futsal ist das noch anders und es rührt sich einfach mehr.

Trotzdem waren Sie nicht dabei, als die BFV-Auswahl kürzlich in Stuttgart das erste Auswahl-Turnier des Süddeutschen Fußball-Verbandes gewann.

Da habe ich mich wegen der Familie zurückgenommen.

Was würden Sie tun, wenn sich der FCD, was derzeit durchaus möglich scheint, als Regionalliga-Zweiter fürs Viertelfinale zur Deutschen Meisterschaft qualifiziert?

Da wäre ich dann auf alle Fälle dabei.

Wenn Sie für 2019 vor der Wahl stünden: Aufstieg der Fußballer in die Bayernliga oder der Gewinn der Deutschen Futsal-Meisterschaft. Was wäre Ihnen lieber?

Am liebsten hätte ich Beides. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann doch für den Bayernliga-Aufstieg. Denn Futsal werde ich wahrscheinlich etwas länger spielen, da habe ich noch Zeit.

Und was wünschen Sie sich im neuen Jahr für Ihre Familie?

Gesundheit. Gesundheit ist das Wichtigste.

Das Gespräch führte
Umberto Savignano.

Quelle: Merkur.de

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