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Es geht auch ohne Geld: SV Bruckmühl auf der Überholspur – selbst in der Bayernliga ohne Gehälter

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Von: Boris Manz

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Der SVB in Jubelstimmung (links): Mike Probst (rechts) übernahm zu Beginn der Saison und formte in kurzer Zeit die stärkste Defensive der Landesliga Südost.
Der SVB in Jubelstimmung (links): Mike Probst (rechts) übernahm zu Beginn der Saison und formte in kurzer Zeit die stärkste Defensive der Landesliga Südost. © SV Bruckmühl (links), Thomas Martner (rechts)

Der SV Bruckmühl führt die Tabelle der Landesliga klar an. Vor sieben Jahren kickten sie in der Kreisklasse. Die Hintergründe einer Erfolgsgeschichte.

München – Der SV Bruckmühl surft auf der Erfolgswelle. Mit acht Punkten Abstand führt der Klub aus dem Landkreis Rosenheim die Landesliga Südost an – zuletzt gewann die Elf von Mike Probst fünfmal in Serie. Vor sieben Jahren kickte der SVB noch in der Kreisklasse, jetzt ist auf einmal der Aufstieg in die Bayernliga möglich.

Noch vor knapp drei Jahren feierte der SV Bruckmühl den Aufstieg in die Bezirksliga. „Wir dachten, das wird das größte der Gefühle für unseren Verein. Ein einmaliges Abenteuer – ein Jahr Bezirksliga“, sagt Bruckmühls Abteilungsleiter Michael Strasser. Die Reise in der Bezirksliga sollte auch nur ein Jahr dauern. Im Gegensatz zu Strassers Prognose folgte aber nicht der Abstieg, sondern der direkte Aufstieg in die Landesliga. „Das hat uns alle sehr überrascht“, erinnert sich der SVB-Verantwortliche lachend, „und wir wussten auch anfangs nicht wie wir damit umgehen sollen.“

SV Bruckmühl: Lob für Neu-Trainer Mike Probst

Unter der Leitung von Harald Mayer hielt sich Bruckmühl knapp in der Landesliga. Im Anschluss kam es zur unschönen Trennung. Den Trainer zog es nach Wasserburg. Nach unruhigen Tagen präsentierte der Verein Mike Probst als neuen Coach. Das Ziel sollte der Klassenerhalt sein. Probst kam mit reichlich Landesliga-Erfahrung und formte die Rot-Weißen innerhalb kürzester Zeit zu einer Top-Mannschaft. „Mike macht das einfach spitze. Er hält die Spieler bei Laune und im Training ist brutales Feuer drin“, lobt Strasser.

SVB-Abteilungsleiter Strasser: „Wenn wir jetzt aufsteigen, ist das nicht unsere Liga“

Aktuell ist der SV Bruckmühl mit acht Punkten Vorsprung Tabellenführer und stellt mit 20 Gegentreffern die beste Defensive der Liga. Der mögliche Aufstieg sei aber laut Strasser noch kein Thema. In den nächsten Wochen findet ein Spielergespräch statt. Dort will man die Hinrunde einordnen und einen kleinen Blick in die Zukunft werfen. Um den Aufstieg sollte es ursprünglich nicht gehen.

Aber was, wenn die Bayernliga Realität wird? „Wenn wir jetzt nochmal aufsteigen, ist das nicht wirklich unsere Liga“, sagt Strasser. Die Sätze erinnern etwas an die Aufstiege in die Bezirks- und Landesliga. Das Vertrauen in die Mannschaft, eine ebenso gute Rückrunde zu spielen, hat er aber. „Irgendwo in einem Hinterkämmerlein werden wir uns damit befassen müssen“, verrät er.

SV Bruckmühls Erfolgsrezept: #nomoneyjustfriends

Auf instagram postet der Verein unter dem Hashtag #nomoneyjustfriends. Vertragsspieler oder ein Prämien-System gibt es in Bruckmühl nicht, versichert Strasser. Jeder Spieler kriege nach dem Spiel ein Essen und Getränke bezahlt. Außerdem bezuschusst der Verein Aktivitäten, die das Mannschaftsgefüge stärken. Einen Bowling-Abend, das Trainingslager oder den gemeinsamen Mannschaftsurlaub statt ein paar Hundert Euro „Taschengeld“. Trotz der fehlenden finanziellen Entlohnung, zieht Bruckmühl viele Talente aus der Region an. „Wenn es den Spielern bei uns taugt, dann überzeugen sie auch andere von unserem Weg“, sagt Strasser.

Während sich der SV Bruckmühl auf der Überholspur befindet, straucheln die Aushängeschilder der Region. Der TSV 1860 Rosenheim steht als Regionalliga-Absteiger auf dem letzten Platz der Bayernliga Süd. Dem Sportbund DJK droht sogar die Kreisliga. Dann wäre der SVB schlagartig die Nummer eins der Region. Im Bruckmühler Selbstverständnis will man davon aber nichts wissen – vielleicht wird sich der Klub aus der Marktgemeinde in Zukunft aber damit befassen müssen.

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