Der Wolfratshausener Trainer im Interview

BCF-Coach Leitl: "Habe nicht vor, aufzuhören"

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Wünscht sich eine Steigerung bei der Mannschaft: BCF-Coach Reiner Leitl (re.) mit Co-Trainer Günter Wernthaler.

BCF Wolfratshausen - Vor der Saison galt der BCF Wolfratshausen als ein Kandidat für die oberen Ränge in der Bayernliga. Jetzt überwintert das Team von Reiner Leitl nur fünf Punkte vor den Abstiegsplätzen. Das bereitet dem Farcheter Coach Sorgen.

Wolfratshausen – Der BCF-Fußballchef ist zufrieden. Das klang aus Dr. Manfred Fleischers Resümee bei der Jahresabschlussfeier in der Farcheter Mehrzweckhalle deutlich durch. Ex-Bürgermeister Helmut Forster schien als Besucher der Heimspiele so beseelt, dass er – eine ordentliche Rückrunde voraussetzend – im Ausblick auf die kommenden Spielzeit von „richtig angreifen“ sprach.

Der BCF Wolfratshausen mit Blickrichtung Regionalliga? Infrastruktuell kaum auszumalen, auch sportlich sieht es derzeit nicht danach aus. Trainer Reiner Leitl (55) bemüht sich nach einer allenfalls durchschnittlichen Hinrunde um Aufklärung, spricht über seine Zukunft und die Trennung von drei Spielern.

Herr Leitl, je sieben Siege und Niederlagen, dazu der Liga-Maximalwert von acht Unentschieden. Zur Winterpause steht der BCF dem Tabellenkeller unangenehm nahe. Geplant war etwas anderes.

Richtig. Wir wollten um die ersten sechs Plätze spielen. Wenn du von 22 Spielen 15 nicht verlierst, aber nur 29 Punkte holst, ist das zu wenig. 45 Punkte wären theoretisch möglich gewesen. Wir sind gerade mal bei gut 60 Prozent, hätten einige Spiele mehr gewinnen können oder müssen. Aber wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht. So müssen wir vermutlich bis zum Ende die Relegationsplätze im Auge behalten.

38 Gegentore sind kein Empfehlungsschreiben. Die Anfälligkeit bei ruhenden Bällen war frappierend.

Ja, die Hälfte der Tore resultierte aus Standards. Die Jungs wollen unbedingt Raumdeckung spielen. Nur muss man sich da trotzdem irgendwann Richtung Ball orientieren. Wir aber haben oft Gefahrenherde übersehen, das ist reine Kopfsache.

Sie könnten ja auf Manndeckung umstellen?

Haben wir probiert. Da hat die Zuordnung auch nicht immer gepasst. Die Jungs wollen am liebsten körperlos spielen. Aber das geht in der Bayernliga nicht. Wir wollten heuer die Zahl der Gegentore minimieren. Mit einem so gestandenen Team muss man das besser umsetzen können.

Trotz diverser Umstellungen hat kein Innenverteidiger-Pärchen überzeugt. Das änderte sich, als Lech Kasperek nach langer Verletzung zurückkehrte.

Der Lech klärt viele Situationen ganz anders. Bei anderen Spielern fehlt manchmal das taktische Verständnis.

Zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr hatte der BCF gerade mal zwei Zähler mehr, am Ende aber den siebten Platz belegt. Macht das Hoffnung für die Rückrunde?

Wir können nach oben schielen, brauchen aber Kontinuität und Stabilität. Jedes Spiel muss zu 100 Prozent ernst genommen werden. Primär in punkto Cleverness und Taktik. Läuferisch wie kämpferisch kann ich dem Team keinen Vorwurf machen.

Hilfreich wäre eine Stammelf. In der Hinrunde gab es stetige Wechselspiele auf allen Positionen.

Das ist im Amateurbereich so. Erst die Urlaube, dann die Verletzungen. Das macht es schwierig. Ich versuche schon einen gewissen Stamm aufzustellen. Die Qualität innerhalb des Kaders ist ähnlich, abgesehen von wenigen Ausreißern nach oben und unten. Man muss aber auch festhalten, dass die Bayernliga stärker geworden ist.

Sind Veränderungen zu erwarten?

Jan Penic und Enzo Potenza verlassen uns. Penic möchte lieber höherklassig spielen, hat sich aber nach den guten Probetrainings nie so richtig integriert. Potenza hat sein Urlaub Stammplatz und Rhythmus gekostet. Er ist zu oft verspätet zu Training und Spiel gekommen. Zugänge sind keine geplant. 22 Spieler plus Oskar Kretzinger, das sollte für die restlichen zwölf Spiele funktionieren.

Ihr Verhältnis zu Co-Trainer Günter Wernthaler scheint sehr speziell und vertrauensvoll zu sein.

Ich arbeite unheimlich gut mit ihm zusammen, wir ergänzen uns gut. Er liebt die Mannschaft förmlich, während ich einen etwas anderen Fokus habe. Ich hoffe, er bleibt uns erhalten.

Uns? Heißt das, ihr Verbleib über die Saison hinaus steht bereits fest?

Wolfratshausen ist mein neuer Wohnsitz, da bleibe ich auch. Gespräche über meine Zukunft gibt es frühestens im Februar. Ich habe nicht vor aufzuhören. Aber ich würde ganz gerne eine Steigerung bei der Mannschaft sehen.

Quelle: fussball-vorort.de

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