BCF: Happyend in sengender Hitze

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Tänzchen gefällig? Ersatzkeeper Manuel Kluge (im orangen Leibchen) und Marley Amanquah rocken ab – angefeuert von den Teamkollegen.

BCF Wolfratshausen - Partystimmung in Farchet: Der BCF Wolfratshausen verlängert vor der Rekordkulisse von 1200 Zuschauern durch einen 2:1-Erfolg über den TuS Holzkirchen seine Mitgliedschaft in der Bayernliga.

Das Drama in zwei Akten endete am Samstag bei sengender Hitze mit einem Happy-End für Wolfratshausen. Während der emotionalen Siegesfeier nach dem Schlusspfiff vermisste man nur den Gassenhauer „Oh wie ist das schön, sowas hat man lange nicht geseh’n“. Der hätte wie die Faust aufs Auge gepasst. Das fing schon vor der Begegnung an: Rund 1200 Zuschauer, gut 1000 mehr als gewöhnlich bei BCF-Heimspielen, säumten die Baustelle Isar-Loisach-Stadion, dessen Tartanbahn gerade erneuert wird.

Lange nicht gesehen hatte man auch eine torhungrige, leidenschaftliche Wolfratshauser Mannschaft, die gewillt war, ihrem Kontrahenten das Fürchten zu lehren. Und das zahlte sich früh aus, sehr früh. An den Kassenhäuschen herrschte noch Hochbetrieb, als Menschen die Hälse reckten, um die erste laute Publikumsreaktion einordnen zu können: Es war ein Treffer für die Heimelf – nach nur 25 gepielten Sekunden. Marco Höferth hatte den Ball mit einem wuchtigen Einwurf in den Sechzehner befördert. Holzkirchens Kinshofer und Maric behinderten sich gegenseitig, der Ball landete akkurat vor Basti Pummers Füßen – 1:0.

Fortan hatte der BCF einen lange vermissten Begleiter auf seiner Seite: das Selbstbewusstsein. Höferths Freistoß zischte um Haaresbreite am rechten Pfosten vorbei. Weitere Chancen durch Christoph Hüttl und Pummer waren Produkte zielstrebigen Farcheter Flügelspiels. Holzkirchen war sichtlich beeindruckt von der Wucht der Gastgeber. Kinshofers Kopfball an die Oberkante der Latte blieb die einzige Wortmeldung des Landesligisten in Abschnitt eins. Farchet hingegen zündete noch eine Bombe. Sprengmeister war erneut Marco Höferth. Ein Strich von einem Freistoß aus 25 Metern wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff – und das Tornetz zappelte erneut. Die Tür zur Bayernliga stand dem Ballclub sperrangelweit offen. Aliou Sene hätte alles klar machen können, traf aber nur die Latten-Unterkante. Zentimeter fehlten zur Entscheidung.

So aber begehrten die Gäste mit dem Mut der Verzweiflung noch einmal kräftig auf. Alex Pilik und Sean Erten hatten die ersten Möglichkeiten zum Torerfolg. Doch Keeper Stefan Schwinghammer lieferte in seinem letzten Match im BCF-Trikot eine bärenstarke Leistung ab. Auch als Markus Müller frei vor ihm auftauchte, versperrte ihm der 19-Jährige gekonnt den Weg. Die Farcheter kämpften mehr und mehr mit den nachlassenden Kräften. Jetzt bloß kein Gegentor bekommen. Alles Beten half nichts. Müller traf nach Fehlern von Sene und Hüttl zum 1:2. Der TuS berannte nun den BCF-Kasten ohne Unterlass. Bei jedem langen Ball, jedem Standard hielten die Fans des BCF die Luft an. Dessen Kräfte schwanden mehr und mehr: Pummer war platt, Hüttl konnte nicht mehr. In der Endphase standen mit Lukas Widmann und Christopher Korkor zwei A-Klassen- Kicker auf dem Feld. Sechs Minuten Nachspielzeit zehrten gewaltig am Nervenkostüm von Spielern und Fans.

Dr. Edmund Stoiber konnte nicht mehr hinschauen. Abteilungsleiter Dr. Manfred Fleischer lief nervös an der Seitenlinie auf und ab. Dann aber war Schluss – und alles vergessen, was in den Monaten vorher war. Spieler und Trainer lagen sich in den Armen, feierten bis weit in die Nacht hinein. Sie dürfen es bald noch einmal zusammen versuchen – in der Bayernliga Süd.

Quelle: fussball-vorort.de

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