BCF-Klatsche: Brutale Fehler in Aufbau und Abwehr

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Vergeblich streckte sich BCF-Torhüter Kevin Pradl schon nach 14 Minuten, als die Garchinger um Gerrit Arzberger (Mi.) in Führung gingen.

BCF Wolfratshausen - Schwarzer Abend für den BCF Wolfratshausen: Nach einer desolaten Abwehrleistung kassierten die Farcheter beim 0:6 gegen Regionalliga-Absteiger VfR Garching die höchste Niederlage ihrer Bayernliga-Historie.

Aus der Gästekabine schallten nach dem Schlusspfiff Rhythmen, wie man sie sonst nur von Südsee-Inseln kennt. Ergo: Gute Laune im Garchinger Lager. Zwölf Meter weiter in der Wolfratshauser Umkleide herrschte Fassungslosigkeit. Die BCF-Kicker liefen mehr oder weniger planlos umher, Trainer Reiner Leitl zog sich in die hinterste Ecke zurück und schmollte. Der Blick des 55-Jährigen schweifte ins Leere.

Leitl: „Kein Kommentar“

„Kein Kommentar“, ließ Leitl über Sprecherin Hilde Kluge ausrichten. Selten bis nie fiel der Coach bislang in Farchet durch derartige Einsilbigkeit auf. Verdenken mochte man sie ihm gleichwohl nicht. Denn in Leitl wächst die Erkenntns, dass seine Vorgaben von der Mannschaft offenbar ignoriert werden. Anders ist der Auftritt der Heimelf am gestrigen Freitagabend nicht zu erklären. Denn der war in puncto Abwehrverhalten eine Fortsetzung der vorangegangene Partien. Abermals konnte die BCF-Abwehr mit hohen Bällen so rein überhaupt nichts anfangen.

Im Gegensatz zum Gast aus dem Münchner Norden, der jede Menge Spaß an seinen Torerfolgen hatte. Nach einer gefälligen Anfangsphase, in der der Ballclub die Führung verpasste – Basti Pummer vergab freistehend nach einem Tänzchen von Jona Lehr an der Torauslinie –, habe die Mannschaft „brutale Fehler im Spielaufbau gemacht und keine Zuordnung bei Standards bekommen“, erläuterte Klaus Brand stellvertretend. Der Sportliche Leiter des BCF bekräftigte allerdings, wie oft und nachdrücklich Leitl im Training gerade auf diese Situationen bei hohen Bällen ins Abwehrzentrum hingewiesen und energischere Gegenwehr eingefordert hatte. Nach einer Stunde wurde es Leitl dann zu bunt. Längst war die Begegnung entschieden, da zitierte der Cheftrainer seine Innenverteidigung um Onur Misirlioglu und Enzo Potenza vom Feld.

Von derlei erfahrenen Spielern müsse man „klare Spielweise und Aktionen“ erwarten, stellte Brand klar. Die drei spielentscheidenden Treffer fielen in der ersten halben Stunde, und – wie neuerdings in Farchet üblich – nach Eckstößen für den Gegner. Es folgten ein klassischer Konter und ein nicht unhaltbarer Linksschuss vom dreifachen Torschützen Dennis Niebauer. Gegentreffer Nummer sechs hatte dann seinen Ursprung wieder in einem Eckball. Ein unerwartetes, massives Abwehrproblem ist also bereits nach dem vierten Spieltag nicht mehr wegzudiskutieren. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass die Wolfratshauser ihrerseits bei mehr Konsequenz in der zweiten Halbzeit selbst drei Treffer hätten erzielen können. Gut, ein 3:9-Endstand hätte nichts an diesem Abend verändert. Weder die Südseeklänge, noch Leitls tiefgreifenden Frust.

Quelle: fussball-vorort.de

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