BCF: Nachholbedarf in nahezu allen Bereichen

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Aktivposten beim BCF: In dieser Szene wurde Neuzugang Jakob Gerg (li.) vom Aichacher Franz Hübl elfmeterreif zu Fall gebracht. Später markierte der Lenggrieser noch den zweiten Farcheter Treffer zum 4:2-Endstand.

BCF Wolfratshausen - Die 2:4-Auftaktniederlage in Aichach hat beim BCF Wolfratshausen Nachholbedarf in nahezu allen Bereichen aufgedeckt. Daneben zeigte das stark ersatzgeschwächte Team aber auch eine Reihe guter Ansätze.

Franz Demmel hatte genug von diesem Nachmittag. Vier Gegentreffer bekam der Farcheter Schlussmann vom BC Aichach eingeschenkt. Doch ereiferte sich der Kapitän über ein anderes Ärgernis: Die zeitweise lasche Gangart seiner Vorderleute. „Mit diesem Zweikampfverhalten gewinnen wir kein Spiel“, stellte Demmel klar, und er traf damit einen bereits im Vorfeld entzündeten Nerv.

Denn die Flößerstädter reisten mit dem sprichwörtlich allerletzten Aufgebot ins Wittelsbacher Land. Reiner Leitls Hoffnungen auf einen Einsatz von Korbinian Gillich (Mandelentzündung) zerschlugen sich ebenso, wie jene bei Sebastian Schwinghammer (Überlastung). Zusammen mit Lech Kasperek fehlten damit drei etatmäßige Innenverteidiger. Dominik Schubert und Aliou Sene übernahmen, und die notwendige Improvisation platzierte einige Kicker auf ungewohnte Positionen: Christoph Hüttl, der gelernte Torjäger, beackerte in seinem ersten Bayernligaspiel das defensive Mittelfeld. An seiner Seite Basti Pummer: Der eigentliche Kreativgeist musste sein ansonsten ökonomisches Laufpensum gezwungenermaßen verdreifachen und war nach dem Schlusspfiff entsprechend geplättet.Klar, dass mit dieser Notaufstellung nicht jede Lücke gestopft werden konnte.

Aichachs Führungstreffer resultierte jedoch aus einem kommunikativen Malheur zwischen Demmel und Schubert. „Der Ball muss da weg. So etwas kann nicht sein“, monierte Coach Leitl. Blöd außerdem, dass zuvor Jakob Gerg in Erwartung eines Elfmeterpfiffs nach Foul von BCA-Tormann Lutz an Pummer den vom Referee angezeigten Vorteil ungenutzt verstreichen ließ. Gleichwohl war Gerg einer der Aktivposten im Spiel der Farcheter. Die Dribbelstärke des Lenggriesers blitzte mehrfach auf, sein läuferischer Einsatz war vorbildlich. Wie beim zwischenzeitlichen Ausgleich, denn ein energischer Auftritt des 20-Jährigen führte zum Strafstoß.

Kurz vor Spielende traf Gerg dann selbst per Kopf auf Vorarbeit von Elferschütze Marco Höferth zum 2:4-Endstand. Ungleich heikler verhielt sich aus BCF-Sicht die Phase zwischen den genannten Treffern. „Weniger bis billig“, lautete Leitls Fazit für die spielentscheidenden Momente. „Zu hoch gestanden, zu viel gewollt.“ Aichachs Stafette zum 2:1 wurde von den Grün-Weißen nur passiv bestaunt. Ex-Profi und Spielertrainer Marco Küntzel düpierte im 38. Lebensjahr den zwölf Jahre jüngeren und größer gewachsenen Christian Duswald in der Luft.

Vier Minuten später musste Farchet eine weitere Kröte schlucken: Andreas Brysch verlängerte am kurzen Pfosten, Christian Doll vollstreckte – 3:1. Dass Gegenwehr und Nähe zum Gegenspieler bei den Gästen sukzessive nachließen, blieb dem Trainerteam nicht verborgen. „Es reicht jetzt, nicht kampflos“, geiferte Leitls Assistent Günter Wernthaler lautstark. Da hatte der BCF gerade das 1:4 kassiert. Immerhin sorgte der Aufruf dafür, dass ein zweiter Treffer das Endresultat ein bisschen freundlicher erscheinen ließ.

Quelle: fussball-vorort.de

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