BCF-Serie wird jäh unterbrochen

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Mitch Rödl (l.) und der BCF legten gegen abstiegsbedrohte Rosenheimer eine satte Bauchlandung hin.

BCF Wolfratshausen - Ausgerechnet gegen ein Kellerkind hat der BCF Wolfratshausen die erste Pflichtspielniederlage in diesem Jahr kassiert. Und die fiel mit 0:4 deutlich aus – weil Farchet die vom SB/DJK Rosenheim an den Tag gelegte Aggressivität nicht ansatzweise zu erwidern gedachte.

So recht wusste Reiner Leitl nach Spielende nicht, für welche Gefühlslage er sich denn entscheiden solle. Wäre sein BCF in der prekären Situation des Gegners, hätte der 55-Jährige vermutlich für nichts garantieren können. Andererseits wartete Egbert Zimmermann auf ihn. Die beiden kickten Anfang der 1990er Jahre zusammen bei der SpVgg Unterhaching. Also machte der Farcheter Coach doch eher gute Miene zum bösen, respektive fehlgelaufenen Spiel.

Der Mittwochabend sei einer der seltenen Tage gewesen, an dem man „nicht gerne auf dem Fußballplatz ist“, räumte Leitl ein. Vielleicht verließ er deswegen seinen gewohnten Platz an der Seitenlinie einige Augenblicke eher als für gewöhnlich. Nicht ganz unfreiwillig, sondern per Dekret von Referee Stefan Treiber. Aber auch nicht ganz ungewollt. Das verriet Leitls verschmitztes Lächeln unmittelbar nach der Hinausstellung. Leitl benötigte schlicht ein Ventil, um die von seinen eigenen Mannen verursachten Emotionen irgendwie zu kanalisieren.

Dabei hätte der Abend für die Flößerstädter durchaus anders laufen können. Wenn beispielsweise Jona Lehr seinen Alleingang nach Vorlage von Basti Pummer konzentrierter abgeschlossen hätte. „Vielleicht hatte er schwere Beine“, kommentierte Leitl lakonisch Lehrs neuerliches Versagen, denn der Stürmer ließ bereits in Pullach eine ähnliche Gelegenheit aus. Die Spielanalyse des BCF-Trainers war denn auch mehr eine Hommage an die Rosenheimer. Denn die hätten, getrieben von jeder Menge Abstiegssorgen, die Farcheter Tugenden der vergangenen Wochen gezeigt: Laufbereitschaft und Leidenschaft. Die Hausherren hingegen unterlagen der klassischen Fehleinschätzung, mit dosiertem Engagement ähnlich erfolgreich spielen zu können.

„Solche Heimspiele abzuliefern, das mag ich als Trainer überhaupt nicht“, schickte Leitl eine versteckt formulierte Entschuldigung an die Zuschauer. Die nämlich rieben sich bis weit in die zweite Spielhälfte verwundert die Augen über einen kollektiv verpatzten Auftritt der Flößerstädter. Einmal noch muckte der BCF bei einem Eckball auf. Aber SB-Keeper Dominik Zmugg parierte den Kopfball von Pummer. Weiteren Treffer der Rosenheimer war die Folge, als die Platzherren einsahen, dass die Partie nicht mehr zu retten war. Leitl war’s schnell einerlei. Er verordnete seiner Elf, die am Sonntag nach Pipinsried muss, eine zweitägige Pause. „Mit denen haben wir noch eine Rechnung offen“, kündigte Leitl an, ehe er sich um angenehmere Dinge kümmerte – ein Bier und eine Brotzeit mit dem Ex-Kollegen Zimmermann.

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Quelle: fussball-vorort.de

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