Beim BFC gehen die Gäule durch

+
Folgenschwerer Aussetzer: Weil Farchets Flügelspieler Yusuf Catal (in Grün) die Nerven verloren hatte, musste sein Team eine Stunde in Unterzahl spielen und verlor in Kötzting mit 0:3.

BCF Wolfratshausen - Temperament an falscher Stelle kostet den BCF Wolfratshausen Punkte beim 1. FC Bad Kötzting. Der tabellarische Flurschaden bleibt trotz der 0:3-Niederlage jedoch überschaubar.

Was mag er sich dabei gedacht haben, der gute Yusuf Catal? Eine halbe Stunde hatte der BCF in der ostbayerischen Bäderstadt hinter sich gebracht und keine Chancen der Hausherren zugelassen – auch wenn dies zu Lasten der eigenen Kreativität gegangen war. Auf gut Deutsch: Das Match war ziemlich ereignisarm. Umso härter traf Farchet Catals Aussetzer: Der Wolfratshauser war von Florian Aichinger rüde attackiert worden. Die Aktion war bereits sanktioniert, Freistoß für Wolfratshausen gepfiffen, der Täter verwarnt worden. Dem 19-jährigen Flügelspieler in Diensten des BCF genügte dies offensichtlich nicht. Für einen kurzen Moment brach Catals südländisches Temperament durch. Er revanchierte sich auf nonverbale Weise – und flog vom Platz. „Da muss sich auch ein junger Spieler im Griff haben“, zürnte Leitl in Richtung seines Azubis.

Catals Ausschluss hatte für die Wolfratshauser weitreichende Folgen. „Dann nimmt so ein Drecks-Spiel eben seinen Lauf“, machte Leitl seinem Ärger Luft. Jakub Süsser gab den Farchetern kurz vor der Pause Saures: Sein Schuss aus 20 Metern Torentfernung landete spektakulär im Winkel – das war die 1:0-Führung. Werner Schuhmann hatte zuvor fahrlässig in die Spielfeldmitte geklärt. Damit nicht genug: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte erhöhten die Kötztinger vorentscheidend. Die Wolfratshauser hatten den Ball in der Vorwärtsbewegung leichtfertig hergeschenkt, übersahen dann auch noch Matthias Niedermeier im Zentrum – damit war das 2:0 perfekt.

Damit war die Partie praktisch verloren – auch deshalb, weil es den Gästen selbst an Tormöglichkeiten mangelte. Einmal zwang Paul Müller Kötztings Schlussmann bei einem Standard zur Parade. Mehr war es nicht. „Zu wenig in so einer Phase“, monierte Leitl. Doch war der Cheftrainer seiner Belegschaft nicht wirklich böse. „Die Spieler sind einfach leer“, sagt der 54-Jährige schon seit geraumer Zeit. Nur: Mit jeder Woche verschlimmert sich der Zustand. Immerhin trennen Farchet zehn Zähler vom Relegationsbereich. Das ist ein sattes Polster.

Allerdings sind noch zwei Spiele zu bestreiten. Das sorgt bei Leitl für ein Umdenken. Ein vorzeitiges Comeback des Rekonvaleszenten-Quartetts mit Marco Höferth, Mitch Rödl, Michael Rauch und Patrick Motzkau wird wahrscheinlicher. Einerseits muss Catal ersetzt werden. Zum anderen schleppen sich einige Akteure auf dem Zahnfleisch gen Winterpause. Frische Impulse sind dringend erforderlich. Der TSV 1860 Rosenheim kennt das nur zu gut. Dessen Durststrecke scheint überwunden. Wolfratshausens nächster Gast fertigte am Samstag das Spitzentem aus Rain mal eben mit 4:0 ab.

Werde Mannschaftsverwalter für dein Team!

Hol dir hier einen Zugang: http://statistik.fussball-vorort.de

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesen

Ismaning-Coach Elfinger: "Kein finales Spiel"
Ismaning-Coach Elfinger: "Kein finales Spiel"
Endspurt vor der Winterpause: Schmöller dosiert Training
Endspurt vor der Winterpause: Schmöller dosiert Training
SVH-Coach Schmitt adelt Team: "Ein Top-Spiel. Hut ab!"
SVH-Coach Schmitt adelt Team: "Ein Top-Spiel. Hut ab!"
Faber: "Mehr ist derzeit einfach nicht drin"
Faber: "Mehr ist derzeit einfach nicht drin"

Kommentare