1. tz
  2. Sport
  3. Amateure

Beim Kreisligisten SV Günding hat ein neuer Trainer das Sagen

Erstellt:

Kommentare

Willkommen in Günding: Die Führungscrew des SVG begrüßt den neuen Trainer Markus Remlein beim Kreisligisten aus dem Landkreis Dachau (von links): Peter Holzmann (2. Abteilungsleiter Fußball), Trainer Markus Remlein, Heiko Krüger (Vorsitzender SV Günding), Patrick Belitz (1. Abteilungsleiter Fußball).
Willkommen in Günding: Die Führungscrew des SVG begrüßt den neuen Trainer Markus Remlein beim Kreisligisten aus dem Landkreis Dachau (von links): Peter Holzmann (2. Abteilungsleiter Fußball), Trainer Markus Remlein, Heiko Krüger (Vorsitzender SV Günding), Patrick Belitz (1. Abteilungsleiter Fußball). © ROI

Fußball in Zeiten von Corona war kaum spielbar. Nun geht es für die Vereine endlich aufwärts, im Landkreis Dachau hat sich beim SV Günding und bei Eintracht Karlsfeld einiges getan.

Alles neu in der Fußballabteilung des SV Günding: Nachdem Trainer Alen Ruzak sich kurzfristig entschieden hat, zum Bezirksligisten FC Alte Haide zu wechseln, wartete viel Arbeit für die neue Abteilungsleitung um Patrick Belitz und Peter Holzmann. Dieses Duo fungiert interimsweise bis zum 8. Juli. Dann finden ordentliche Abteilungsleiterwahlen statt, bei der sich sowohl Belitz als auch Holzmann zur Wahl stellen werden.

Kreisliga SV Günding holt Markus Remlein

Als Trainer konnte jetzt der 40-jährige Markus Remlein, ein absoluter Fachmann, verpflichtet werden. Er kommt vom Landesligisten SC Olching nach Günding, dort war er in den zurückliegenden fünf Jahren als Co-Trainer, Torwarttrainer und Interimstrainer bei der „Ersten“ im Einsatz. Remlein spielte einst als Torwart in der Landes- und Bayernliga. Interims-Abteilungsleiter Patrick Belitz meinte zu der Personalie: „Das mit Remlein hat von Anfang an gepasst. Seine Spielphilosophie, seine Bereitschaft, mit jungen Spielern zu arbeiten – das alles hat uns komplett überzeugt. Wir hoffen nun auf eine gute Saison.“

(ROBERT OHL)

Fußballserie: Nach der Saison ist vor der Saison

Wie geht es nach der Kaugummisaison 2019/20/21 und der Entscheidung des BFV, die Saison gemäß Paragraf 93 zu beenden, weiter mit den Topteams des Dachauer Landkreisfußballs? Wir haben uns bei den Vereinen in der Stadt und der Region umgehört und stellen in loser Folge die Planungen der Eliteteams für die Saison 2021/2022 vor.

Kein Team der Landesliga Südost holte in der vergangenen Saison mehr Punkte als der TSV Eintracht Karlsfeld. Für den Aufstieg reichte es trotzdem nicht, nach dem Abbruch unter Anwendung der Quotientenregel rutschten die Karlsfelder von Platz eins auf drei ab. Dafür haben die Trainer Sebastian Stangl und Jochen Jaschke Zeit für den Umbruch. Der ist in vollem Gange. Die Eintracht hat sich in den vergangenen Jahren so gut entwickelt, dass Spieler den Klub als Entwicklungsstufe sehen. Abgänge kann der TSV mittlerweile kompensieren – mit Eigengewächsen oder namhaften Rückkehrern. Im Gespräch mit der Heimatzeitung erklärt Coach Sebastian Stangl, was er von der neuen Saison erwartet.

Sind die Tränen nach dem verpassten Bayernliga-Aufstieg getrocknet?

Sebastian Stangl: Tränen gab es nie. Wir hatten uns eine gute Ausgangsposition erarbeitet, und wenn du die Chance hast, willst du sie natürlich nutzen. Hallbergmoos und Erlbach hatten aber wesentlich mehr Druck. Sie wollten rauf, bei uns war der Aufstieg nie geplant. Wir sind deshalb entspannt mit der Situation umgegangen.

Seit wann seid Ihr in der Vorbereitung und worauf achtest Du zusammen mit Deinem Kollegen Jochen Jaschke?

Nachdem das Trainieren wieder erlaubt war, haben wir angefangen. Vor zwei Wochen haben wir das Training intensiviert. Wir trainieren dreimal pro Woche, dazu kommt ein Spiel. Die Testspiele haben wir so gut es ging auf Tage unter der Woche gelegt. Samstag und Sonntag sollen frei sein, damit die Jungs ihre sozialen Kontakte pflegen können. Das ist in dieser Zeit sehr wichtig.

Wie sieht es mit Zu- und Abgängen aus?

Es gibt Veränderungen. Kubilay Celik und Martin Schön haben uns in Richtung VfR Garching verlassen. Dass Kubi gehen wird, war klar. Als der Wechsel feststand, hat Martin nachgezogen.

Beide waren Stammspieler. Schön erzielte in der vergangenen Spielzeit zehn Tore, Celik hat Potenzial. Wie wollt ihr die Abgänge kompensieren?

Mit Nikki Schäffer und Thomas Ettenberger kommen zwei Spieler vom TSV 1865 Dachau zurück. Die beiden bringen viel Qualität, können mehrere Positionen spielen, und sie kennen den Verein. Nikki kann auf Außen, der Acht und der Zehn spielen. Thomas ist defensiver, kann zentral und auf Außen spielen. Dazu kommt Leon Ritter, ein 20-jähriger zentraler Stürmer. Er hat in der vergangenen Saison für den SV Pullach in 19 Bayernliga-Einsätzen drei Tore erzielt. Die Neuen sind sehr gute Jungs, und ich denke, dass wir die Abgänge von Martin und Kubi adäquat ausgeglichen haben.

Ein halber Zugang ist Lukas Paunert. Der hatte euch in Richtung Freising verlassen, ist aber doch geblieben – was Freisings Trainer Alexander Plabst nicht lustig fand...

Wir haben um Lukas gekämpft, weil er Potenzial hat. Er wollte aber was Neues probieren und hatte sich bereits verabschiedet. Offensichtlich hat er es sich aber anders überlegt, was uns überrascht hat. Gleichzeitig freut es uns, weil wir ihn damals ja halten wollten. Allerdings hat er sich in unserem ersten Vorbereitungsspiel gegen Pfaffenhofen das Kreuzband gerissen und wird lange fehlen.

Zwei Abgänge, drei Zugänge – auf den ersten Blick sieht das nach einem Upgrade aus. Ist nach der starken vergangenen Saison diese Saison der Aufstieg das Ziel?

Nein, der Aufstieg ist wie in der vergangenen Saison nicht das Ziel. Wir wollen den Umbruch angehen und die Mannschaft verjüngen. Es gibt zwar Spieleranfragen, wir haben Vertrauen in unsere jungen Spieler und wollen Jungs wie Flo Schrattenecker, Peter Wuthe und Co. aus der zweiten Mannschaft nach oben ziehen. Bis Anfang Juli sind sieben Perspektivspieler in der Vorbereitung der ersten Mannschaft mit an Bord. Sie haben die Chance, sich zu zeigen. Wir hoffen, dass es ein bis zwei in den Landesliga-Kader schaffen. Die, die es nicht schaffen, werden in der zweiten Mannschaft spielen. Die ist in die Kreisliga aufgestiegen, was sehr gut für den Verein ist.

Hat es einen Grund, dass die Perspektivspieler „nur“ bis Anfang Juli mit der ersten Mannschaft trainieren?

Wir hatten in der letzten Saison 28 bis 30 Spieler dabei, also sehr viele. Dieses Jahr werden wir bei der ersten Mannschaft einen 25er-Kader haben. Wir wollen individueller arbeiten und schauen, dass die Spieler nach der langen fußballfreien Zeit wieder stärker zusammenwachsen. In dieser Saison geht es weniger um die Platzierung, sondern darum, dass eine Euphorie entsteht und ein Teamgeist entwickelt wird und auch außerhalb des Sports alles passt. Und wir glauben, dass das bei einer kleineren Gruppe einfacher ist.

Wo siehst Du Euch gut aufgestellt, in welchen Mannschaftsteilen könntet Ihr besser aufgestellt sein?

Im Zentrum sind wir stark besetzt. Da haben wir ein Überangebot. Marko Juric, Dominik Pöhlmann, Philip Lorber und Fabi Schäffer sind wichtige Spieler im Mittelfeld. Auf den Außenpositionen besteht Bedarf. Wir wollen eine interne Lösung und versuchen Spieler wie Jonas Eicher an das Landesliga-Niveau heranzuführen. Flo Schrattenecker kann im rechten offensiven Mittelfeld spielen. Wichtig ist, dass wir Burki Cisse halten können. Er ist mit 27 Jahren zwar kein Talent mehr, aber eine Stütze in der Offensive. Er zögert noch. Wir wollen ihn halten und haben ihm eine Deadline gesetzt, damit wir planen können.

Wird Thomas Oswald Euer Kapitän bleiben?

Nein, Thomas wird die Binde abgeben. Er will in Sachen Fußball kürzer treten, ist aber auf Abruf beim Team dabei. Jochen und ich werden vor dem Saisonstart einen neuen Kapitän und Mannschaftsrat bestimmen.

Auch Michael Dietl wollte Anfang der vergangenen Saison kürzer treten, steht aber immer noch im Kader. Er war schon Kapitän. Ist er ein Kandidat?

Michael ist auf jeden Fall einer unserer Führungsspieler. Er will wieder voll durchziehen. Wir werden maximal an seiner Fitness arbeiten und hoffen darauf, dass er an sein Topniveau kommt. Wir brauchen ihn im Sturm.

Wie geht es in den nächsten Wochen weiter?

Es ging erst einmal darum, nach der langen Pause wieder reinzukommen. Das war etwas rucklig. In den nächsten Wochen wird die Intensivität erhöht. Dann wollen wir schauen, dass die 25 Leute, die im Kader sind, unsere Spielsysteme verinnerlicht haben. Wenn wir eine neue Grundformation einstudieren, zum Beispiel eine mit Dreierkette, brauchen wir etwa zehn Testspiele. Das ist eine komplette Vorbereitung. Es ist wichtig, dass die Spieler mitziehen. Wir wollen uns weiter steigern, denn: Wir sind eine gute, aber noch keine sehr gute Landesliga-Mannschaft.

Das Gespräch mit Sebastian Stangl führte unser Mitarbeiter Moritz Stalter.

Testspiel FC Deisenhofen 2 TSV E. Karlsfeld 0

Drei Spiele, drei Niederlagen – der Start in die Testserie der Eintracht verlief holprig. Beim 1:3 gegen den FSV Pfaffenhofen traf nur Michael Dietl. Lukas Paunert zog sich einen Kreuzbandriss zu. Es folgte das 2:4 gegen den TSV Eching, ebenfalls ein Team der Bezirksliga Nord. Die Tore erzielten Dietl und Philip Lorber. Trotz weiterer Chancen drehte der Gegner aber mit vier Treffern in Folge die Partie.

„Man merkt aber auch, dass wir von der Kraft her Luft nach oben haben.“

Eintracht-Trainer Jochen Jaschke

Ihre bisher beste Leistung zeigte die Eintracht bei ihrem jüngsten Auftritt, dem 0:2 beim FC Deisenhofen. Beide Teams hatten eine harte Trainingswoche hinter sich, versuchten aber, Fußball zu spielen. „Die FC-Kicker haben nicht Deisenhofen-typisch gespielt. Sie haben weniger stark gepresst, als man es von ihnen kennt“, sagte Eintracht-Coach Jochen Jaschke. Der letztjährige Zweite der Bayernliga Süd ließ den Ball laufen, doch auch die Karlsfelder hatten lange Ballbesitzphasen. Allerdings erlaubten sich die Gäste die ein oder andere Ungenauigkeit im Aufbau. Ein Anspielfehler im Zentrum führte zur Führung für den FCD durch Michael Bachhuber (7.).

Die Eintracht kam gut aus der Pause und machte eine Viertelstunde lang Druck. Dietl verfehlte freistehend den Ausgleich. Auch Zugang Leon Ritter hatte eine gute Möglichkeit. Der Zugang aus Pullach, ein ähnlicher Spielertyp wie Dietl, setzte seinen wuchtigen Körper gut ein und überzeugte im Dribbling. Der Ausgleich fiel aber nicht. In der Schlussphase nutzte David Lucksch eine der Deisenhofener Möglichkeiten zum 0:2-Endstand (89.). Verschmerzbar für Jaschke. „Das war schon besser“, sagte der Eintracht-Trainer. Und weiter: „Man merkt aber auch, dass wir von der Kraft her Luft nach oben haben. Daran arbeiten wir.“

Stenogramm

Testspiel FC Deisenhofen - TSV Eintracht Karlsfeld 2:0

Tore: 1:0 (7.) - Michael Bachhuber, 2:0 (89.) - David Lucksch.

Tüfteln an der Eintracht Marke 2021/2022: Sebastian Stangl (rechts) und Jochen Jaschke.
Tüfteln an der Eintracht Marke 2021/2022: Sebastian Stangl (rechts) und Jochen Jaschke. © RABUSER

Auch interessant

Kommentare