Höß organisiert Busse für Löwen-Fans

So bereitet sich der FC Pipinsried auf das Löwen-Spiel vor

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Konny Höss denkt mit mittlerweile 76 Jahren über einen Rücktritt nach.

Vielen in dem 500-Seelen-Dorf kommt es immer noch wie in einem Märchen vor: Der FC Pipinsried kickt in der Regionalliga. Für das Spiel gegen den großen TSV 1860 München trifft Vereinslegende Konny Höß besondere Vorkehrungen, über die er mit uns gesprochen hat.

Für das Spiel gegen die Münchner Löwen, das auf den 5.5.2018 verlegt wurde, werden einige Maßnahmen ergriffen. Insgesamt sollen in dem Stadion 5000 - 6000 Fans das Spiel verfolgen können. Konny Höss hat uns verraten, wie er noch für mehrere tausend Leute Platz schaffen will: "Hinter dem Stadion liegt ein Acker, der uns von dem Bauer extra für das eine Spiel zur Verfügung gestellt wird. Den werden wir mit Rindenmulch aufschütten, sodass die Leute von außen einen guten Blick auf das Fußballfeld haben." Für Höss lohnen sich diese Vorkehrungen auf jeden Fall: "Das Interesse nach Tickets ist groß. Ich bekomme täglich viele Anfragen."

Ende November fand sich in Pipinsried eine ganze Delegation zusammen, die aus dem BFV-Spielgruppenleiter Josef Janker, der Feuerwehr und Angestellten des Bau- und Landratamts bestand. Der FC Pipinsried muss für das "größte Duell der Vereinsgeschichte" im Mai keine neuen Sicherheitsvorkehrungen treffen. Die Gespräche mit den Verantwortlichen laufen weiter.

Im Mai werden in Pipinsried natürllich mehr Fans als üblich erwartet. Da sich die Parkplatzsituation im Dachauer Hinterland eh schwierig gestaltet, greift der Verein auch hier auf die Hilfe der ortsansässigen Bauern zurück. "In unserem Ort gibt es viele freiliegende Wiesen. Im Mai ist hoffentlich gutes Wetter, da können die Leute dort parken", erklärt Höss. "Es werden aber nicht alle selbst mit dem Auto anreisen, man kann auch mit der S-Bahn nach Altomünster fahren. Von dort werden die Fans dann von Bussen abgeholt und zum Stadion gebracht." 

Für das Spiel selbst formuliert das Pipinsrieder Urgestein sein Ziel klar: "Ich will möglichst aus jedem Spiel drei Punkte mitnehmen, auch gegen die Löwen. Im Hinspiel haben wir uns gravierende Abwehrfehler geleistet. Ich glaube, das lag daran, dass wir Angst hatten, vor den vielen Zuschauern Fußball zu spielen. Trotzdem haben wir uns nicht schlecht präsentiert. Aber im Rückspiel wird 1860 München Federn lassen!"

Allgemein zieht Höss jetzt in der Winterpause ein positives Fazit: "Hier in Pipinsried wohnen wahrscheinlich 500 Leute, die nicht mal wissen, wie ein Sportplatz aussieht. Heute vor einem Jahr hätte wohl niemand gedacht, dass wir in der Winterpause der Regionalliga 29 Punkte auf unserem Konto haben und in einer Liga mit 1860 München spielen."

Wohl der Großteil des Pipinsrieder Erfolg ist auf Höss' Arbeit zurückzuführen. Er gründete den Verein vor 50 Jahren und bezeichnet ihn selbst als sein Lebenswerk. "Am FC Pipinsried sieht man, was man mit Ehrgeiz und Spaß am Fußball alles erreichen kann. Diese Regionalligasaison ist wirklich der Höhepunkt meines Lebens, darauf habe ich hingearbeitet."

Dennoch - Konny Höss ist mittlerweile 76 Jahre alt und "kann natürlich nicht mehr die gleiche Arbeit leisten wie mit 26", wie er uns verrät. "Deswegen habe ich mich im letzten Jahr schon nach sportlichen Nachfolgern umgeschaut. Auch wenn es mir weh tut, mittlerweile muss ich schweren Herzens auch an Rücktritt denken." 

Quelle: fussball-vorort.de

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