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Bernbeuren bangt um Ligaverbleibt, Peiting um den Aufstieg: Und das Derby spielt Schicksal

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Von: Christian Heinrich

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Beide stehen unter Zugzwang: Sowohl der TSV Peiting (in Rot, hier Florian Wörle) als auch der TSV Bernbeuren (rechts Michael Boss, links hinten Adrian Natzeder) brauchen am Sonntag im direkten Duell unbedingt Punkte.
Beide stehen unter Zugzwang: Sowohl der TSV Peiting (in Rot, hier Florian Wörle) als auch der TSV Bernbeuren (rechts Michael Boss, links hinten Adrian Natzeder) brauchen am Sonntag im direkten Duell unbedingt Punkte. © Roland Halmel

Derbys haben eine besondere Stimmung. Wenn die Kreisligisten Peiting und Bernbeuren aufeinandertreffen, dürfte es besonders heiß hergehen: Sie können einander die Saison vermiesen.

Peiting/Bernbeuren – Das Derby in Peiting kommt den Fußballern des TSV Bernbeuren schon fast wie ein Heimspiel vor. Seit dem 8. Mai muss die Elf von Michael Boos und Roman Lerchenmüller immer in der Fremde antreten, meist im Raum Landsberg oder Fürstenfeldbruck, was nicht gerade den nächsten Weg bedeutet. Dass die Anfahrt dieses Mal nicht über die Grenzen des Landkreises Weilheim-Schongau hinaus führt, macht Boos Hoffnung auf lautstarke Unterstützung. „Der eine oder andere wird mit nach Peiting fahren“, ist sich der Trainer sicher.

Für den Tabellenzwölften der Kreisliga 2 bietet sich am Sonntag (15 Uhr) die vorletzte Chance, den Abwärtstrend endlich zu stoppen, um auf den letzten Drücker noch den direkten Klassenerhalt zu schaffen. Noch immer wartet das neue Trainergespann auf den ersten Sieg seit seinem Amtsantritt während der Winterpause. Dass trotz der zahlreichen Unentschieden und Niederlagen noch immer eine realistische Chance auf den direkten Klassenerhalt besteht, ist eine der kuriosen Geschichten, die diese Saison zu erzählen hat. „Es ist verrückt“, kann es Boos selbst nicht fassen.

Peiting gegen Bernbeuren: Kreisligisten sind auf sich konzentriert

In den letzten Wochen dieser Runde scheint ohnehin jemand das Regiepult übernommen zu haben, der ein unterhaltsames Kontrastprogramm zu den Start-Ziel-Meisterschaften in der Bundesliga setzen will. Allerdings wäre es nicht nur den Bernbeurener lieber, wenn sie über ihr weiteres Schicksal schon jetzt Klarheit besäßen. Im Falle des TSV Peiting sah es lange so aus, als würde sich die Mannschaft von Trainer Fabian Melzer souverän den zweiten Tabellenplatz hinter dem VSST Günzlhofen schnappen. Doch dann ließ der designierte Vize-Meister ein paar Mal aus, was der TSV Utting sofort nutzte, um sich bis auf zwei Punkte heranzurobben. „Wir müssen demütig sein“, hat der Coach unter der Woche seinen Kickern in zahlreichen Einzelgesprächen eingeschärft. „Wir sind nicht die Mannschaft, die Woche für Woche super Ergebnisse erzielt.“ Auch der zweite Platz und die damit verbundene Relegation wäre für den TSV schon ein beachtlicher Erfolg.

Dass keiner der zwei Kontrahenten so recht die Muskeln spielen lässt, hängt auch damit zusammen, dass sie im Moment beide mit sich selbst zu tun haben. „Wir müssen auf uns selbst schauen“, sagt Melzer mit Blick auf das eigene Programm, das mit dem Derby und dem Heimspiel gegen Penzing zwar knackig ausfällt, aber lösbar erscheint. Für den TSV Bernbeuren gilt das nicht minder. Nach dem Spiel in Peiting kommt der Auftritt in Moorenweis. Für Boos ist in Sachen „Druck“ klar: „Der Ball liegt nicht bei uns, sondern bei Peiting.“ Dieses taktische Manöver ist für Melzer aber nicht schwer zu durchschauen. „Bernbeuren hat es auch noch in der eigenen Hand“, sagt er.

Aber eines wissen beide auch: Es würde ganz besonders schmerzen, wenn ausgerechnet der Nachbar ihnen die Tour vermasseln würde. Gegen Bernbeuren den zweiten Platz verspielen möchte in Peiting wirklich niemand. Genauso will sich in Bernbeuren keiner von Peiting in die Relegation schießen lassen.

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