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Bezirksliga-Auftakt: 1. FC Garmisch-Partenkirchen muss sich nach dem Abstieg erst finden

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Von: Oliver Rabuser

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Top-Stürmer Moritz Müller (l.) und Neuzugang Momo Diaby (r.)
Top-Stürmer Moritz Müller (l.) und Neuzugang Momo Diaby (r.) © Oliver Rabuser

In der letzten Saison konnte der FC Garmisch Partenkirchen den Abstieg in die Bezirksliga nicht verhindern. Nun steht der Saisonauftakt in der BZL Süd an.

Garmisch/Partenkirchen - Der Abstieg aus der Landesliga war unnötig beim 1. FC –und ein Stück weit auch hausgemacht. Nach zwei Monaten scheint der Rückschlag nun endlich verdaut zu sein. Das Gesicht der Mannschaft hat sich verändert, neu ist auch der Trainer. Mit dem Derby beim BCF Wolfratshausen beginnt beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen am Samstag der Versuch eines Neustart in einer urplötzlich sehr attraktiven Bezirksliga Süd.

In externen Prognosen werden Absteiger gerne reflexartig dem Favoritenkreis zugeordnet. Doch ist das im Falle der Garmisch-Partenkirchner wirklich so?

DER KADER

Der Aderlass wiegt schwer. Dominik Schubert, Florian Scheck, Stefan Durr (alle Karriereende) und Martin Hennebach (Spielertrainer Rottenbuch) haben sich verabschiedet – ein Quartett an Leistungsträgern. Der Abstieg spielte bei allen Vieren offenkundig keine Rolle. Auch bei Elian Schmitt nicht, der wegen seines Umzugs nach München beim SV Pullach anheuerte. Julian Sachs (Kaufering) ward schon in der Rückserie nicht mehr gesehen, Immanuel Sierck ist wieder im Ausland. Auf der Gegenseite gibt es auch ein paar Namen: Sandu Poplacean kehrt aus Penzberg, Marcel Kic aus Oberau zurück. Majid Al-Khafaji kennt man aus Oberhausen und Uffing, Kevin Hock beackerte beim SV Krün den Flügel. Für Momo Diaby liegt inzwischen der Aufenthaltstitel vor, vorstellig wurde der 29-jährige Afrikaner bislang aber noch nicht. Digue Diawara ist ein großgewachsener Defensivspieler aus Mali, der aus der Ukraine flüchtete. Aus der eugenen Jugend stoßen mit Keeper Jakob Erhard, Darko Stamenov und Noah Pawlak hoch gehandelte Talente zum Kader. Reserve-Torjäger Julian Bittner rückt in dieser Saison endgültig auf.

DER TRAINER

Florian Heringer war einer von einer Handvoll Kandidaten im Suchraster des 1.FC, der letztlich auch seinerseits Interesse bekundete und deswegen den Zuschlag erhielt. Nach den ersten Stationen beim Heimverein BSC Oberhausen und zuletzt beim TSV Peißenberg ist der Wechsel an den Gröben ein logischer Schritt in der Vita des 38-Jährigen. Ein ruhiger Typ mit klaren Vorstellungen, der allein das Potenzial seiner Mannschaft in den Vordergrund stellt, anstatt die eigene Person. Heringer spielte im Nachwuchs beim TSV 1860 München und ist als Fitness-Kaufmann tätig.

DIE VORBEREITUNG

Was hat der 1. FC in dieser Saison drauf? Eine Aussage darüber ist nach der Vorbereitung nicht wirklich möglich. Einen kompletten Kader gab es im Grunde nicht, Urlauber, Corona-Infektionen und alte Verletzungen bremsten das Team aus. Die Vorbereitung wird sich daher noch bis weit in die Vorrunde erstrecken.

FAZIT UND PROGNOSE

Obgleich Angebote und Verlockungen seitens anderer Vereine nicht ausblieben, erklärte sich ein sehr großer Teil des Abstiegsteams bereit, in Garmisch-Partenkirchen zu bleiben und mitzuhelfen, die Scharte auszuwetzen. Keine Selbstverständlichkeit. Neu-Coach Heringer legt auch Wert darauf, die Reserve wieder mehr in den Fokus zu rücken, dadurch den Zusammenhalt innerhalb des Klubs wieder zu beleben. Bedeutet im Umkehrschluss für einige Reservisten Auftritte in der A-Klasse. Prinzipiell ist die Bezirksliga aber für einen Schwung junger Kicker, die vergangene Saison doch offensichtliche Mühen mit der Landesliga hatten, die ideale Spielwiese, um taktisch und spielerisch zu reifen. Vormaligen Ergänzungsspielern bietet sich die Möglichkeit, eine tragende Rolle zu bekleiden.

Die böse Überraschung der Vorsaison hatte ihre Ursache mitunter in einer ellenlangen Liste leichtfertig vergebener Punkte. Deswegen ist der 1.FC gut beraten, die ersten Spiele ohne offensive und öffentlich formulierte Zielsetzung zu bestreiten und dabei den bestmöglichen Ertrag einzufahren. Die Mannschaft hat fraglos das Potenzial für einen der vorderen Plätze, benötigt aber sicher Zeit, sich zu finden. Florian Heringer kann sich zumindest bei annähernder Vollzähligkeit auf einen Konkurrenzkampf auf vielen Positionen freuen. Erreicht er als Coach zusammen mit Gerhard „Harti“ Schmidt das Team so, dass es gewillt ist, sich stetig zu verbessern, vor allem aber als Einheit anzuschieben, kann sich der 1.FC unter den Spitzenteams etablieren.  (or)

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