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Winter-Fazit in BZL Süd: „Highlight-Halbjahr“ für Denklingen - Kellerkinder schwer gebeutelt

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Von: Moritz Bletzinger

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Tobias Luppart, Co-Trainer des SC Pöcking-Possenhofen, verzerrt das Gesicht. Markus Ansorge, Coach des VfL Denklingen, feiert mit Torjäger Simon Ried: Unterschiedlichste Gefühlswelten zur Winterpause in Bezirksliga Süd.
Tobias Luppart, Co-Trainer des SC Pöcking-Possenhofen, verzerrt das Gesicht. Markus Ansorge, Coach des VfL Denklingen, feiert mit Torjäger Simon Ried: Unterschiedlichste Gefühlswelten zur Winterpause in Bezirksliga Süd. © Dieter Metzler/Roland Halmel

Fünf Teams im Rennen um den Aufstieg, eine Mannschaft am Abgrund und ein spektakuläres Comeback: Die Bezirksliga Süd bot im letzten Halbjahr alles. Das Winter-Fazit.

München - „Optimal“: Mit nur einem Wort fasst Spielleiter Wolf-Peter Schulte den bisherigen Saisonverlauf der Bezirksliga Süd zusammen. Nur ein einziges Spiel (SV Raisting gegen VfL Denklingen) konnte bis zur verfrühten Winterpause nicht abgehalten werden. „Aber das bekommen wir auch noch unter. Das haben wir immer noch geschafft“, bleibt Schulte entspannt.

Die Bezirksliga Süd blieb im Vergleich zu Ost und Nord bislang weitestgehend verschont von Corona-Problematiken. „Wir wissen nicht, was kommt. Omikron macht mir schon Sorgen“, räumt Schulte ein, „aber was soll ich mir Gedanken darüber machen, was im März vielleicht passiert. Das kann ich nicht beeinflussen.“

Bezirksliga Süd: Corona beeinträchtigt Hinrunde kaum - Tabelle wäre jetzt auch bei Abbruch gültig

Der Spielleiter ist bislang rundum glücklich: „Die Vereine arbeiten gut mit. Ich bin sehr zufrieden mit ihnen und sie hoffentlich auch mit mir.“ Und selbst das Worst-Case-Szenario wäre im Frühjahr für die Bezirksliga Süd nur halb so schlimm. Bei Saisonabbruch wäre die Tabelle gültig. Die nötige Prozentzahl an Spielen wurde bereits erreicht.

Im Großen und Ganzen also alles in Ordnung. Aber wie geht es den Teams der Bezirksliga Süd? Und was waren die Highlights im letzten halben Jahr?

Winter-Fazit der Bezirksliga Süd: Etliche Teams im Titelkampf - Einsamkeit im Tabellenkeller

Ganz wenige Highlights gab es beim FC Kosova. Mit sieben Punkten und -59 Toren steht das Team abgeschlagen am Tabellenende. Die Corona-Pandemie hatte den Klub schon vor Saisonbeginn in Schwierigkeiten gebracht. Kader-Probleme, Urlaubs-Zeit und eine vermasselte Platz-Planung zogen Kosova ganz nach unten.

Der SC Pöcking ist sechs Punkte davor und ebenfalls in Abstiegsnot. 33 Spieler hat Simon Gebhart im Lauf der ersten 18 Spiele eingesetzt. „Wir hatten extremes Pech mit Verletzungen“, klagt er, „das ging so weit, dass sogar ich auf dem Platz stand.“ Seine Elf hatte auch vor dem Tor kein Glück: Nur 17 Treffer erzielten die Grün-Weißen bislang. Gebhart hofft für die Rückrunde auf einen konstanteren Kader - vor allem in der Offensive waren einige Schlüsselspieler in der Hinrunde verletzt.

Am anderen Ende der Tabelle ist es umso enger. Denklingen, Oberweikertshofen, Haidhausen, Wolfratshausen und Raisting: Fünf Teams haben über 30 Punkte gesammelt und balgen sich um die Aufstiegsplätze.

Bezirksliga Süd: Aufsteiger Denklingen ganz oben - „Das letzte halbe Jahr eigentlich ein einziges Highlight“

Zu Weihnachten thront ein Aufsteiger ganz oben. Der VfL Denklingen hat 36 Punkte und die wenigsten Spiele. „Das letzte halbe Jahr war eigentlich ein einziges Highlight für uns“, sagt Coach Markus Ansorge, „dass es so gut läuft, war nicht vorherzusehen. Wir Bauernbuben, 19 Jungs, die wirklich aus Denklingen kommen, stehen ganz oben. Das ist eine schöne Momentaufnahme. Aber es sind noch sehr viele Spiele.“

Besonders emotional wurde es für die Denklinger Fußballer im Oktober. Sie bestritten ihr letztes Heimspiel auf dem Platz am Forchet. „Das war Gänsehaut pur“, erinnert sich Ansorge, „500 Zuschauer standen auf dem Rängen und haben drei, vier Minuten Standing-Ovations gegeben.“ Am Forchet war der VfL jahrelang ungeschlagen.

FC Penzberg rettet Hinrunde im Schlussspurt - und holt Maxi Berwein zurück in die Bezirksliga Süd

Knapp hinter dem Spitzen-Quintett lauert der 1. FC Penzberg. Obwohl es eine Zeit lang gar nicht so aussah, als würde die Mannschaft von Trainer Martin Wagner noch oben angreifen können. Sechs Spiele gingen von Mitte September bis Mitte Oktober am Stück verloren. „Wir haben verletzungsbedingt einen Durchhänger gehabt“, erklärt Penzbergs sportlicher Leiter Sepp Siegert.

Aber: „Das haben nach Corona viele andere Vereine auch gehabt“, merkt er an. Die straffe Spiel-Taktung nach dem Re-Start machte vielen Teams zu schaffen.

Der FC Penzberg feierte zum Jahresausklang eine Serie von vier Siegen. Und ein emotionales Comeback: Maxi Berwein ist seit November wieder beim 1. FCP. „Wir sind ewig froh“, schwärmt Siegert, der den Goalgetter schon seit dessen Kindheit kennt und den Kontakt nie hat abreißen lassen.

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