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Konrad Wanderer vom SCUG: legendäre Motivationsrede, ständig gelb-rot gefärdet und Kapitän

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Die zwei Seiten des Konrad Wanderer: Einerseits reißt der Kapitän der Upfer Buam  die Mannschaftskollegen mit seiner temperamentvollen Spielweise mit. Auch in klarer Unterzahl geht der 26-Jährige keinem Zweikampf aus dem Weg, so wie im Spiel gegen den SV Aubing.
Die zwei Seiten des Konrad Wanderer: Einerseits reißt der Kapitän der Upfer Buam die Mannschaftskollegen mit seiner temperamentvollen Spielweise mit. Auch in klarer Unterzahl geht der 26-Jährige keinem Zweikampf aus dem Weg, so wie im Spiel gegen den SV Aubing. © Dieter Metzler

Konrad Wanderer führt den SC Unterpfaffenhofen-Germering aufs Feld. Während seine sportlichen Qualitäten unbestritten sind, hat er woanders Nachholbedarf.

Germering – Für seine emotionale Kabinenansprache im Kellerderby gegen den TSV Großhadern ist Konrad Wanderer in Amateurfußball-Kreisen mittlerweile bayernweit bekannt. Hunderttausendfach wurde das Video dazu auf Facebook und Instagram angesehen – tausende Male wurde es geteilt. Der 26-jährige Mittelfeldspieler und Kapitän des Bezirksligisten SC Unterpfaffenhofen ist aber nicht nur neben dem Platz der Spielführer und Lautsprecher der Upfer Buam.

Auch auf dem Feld ist er zu einem echten Leader und unermüdlichen Motivator bei der um den Klassenerhalt kämpfenden Mannschaft geworden. Mit seinem Temperament treibt er seine Mitspieler an.

Konrad Wanderer: gleichmütig , ruhig und sachlich

Fast ununterbrochen seit der F-Jugend kickt das Unterpfaffenhofener Eigengewächs für den SCU. Lediglich ein halbes Jahr verschlug es den gelernten Versicherungskaufmann zum SC Olching. Die Flucht zum Landesligisten in der Saison 2019/20 hatte Wanderer ergriffen, weil er mit dem damaligen SCU-Trainer Victor Medeleanu nicht klarkam. Die Schuld dafür sieht er nicht nur beim Trainer. „Ich bin auch nicht ganz einfach“, gesteht er ein. Der Disput mit dem Rumänen, der inzwischen den SC Fürstenfeldbruck trainiert, sei aber längst begraben und man könne sich wieder in die Augen schauen, sagt Wanderer.

Andererseits ist er mit seiner heißblütigen Art auf dem Platz immer für eine Gelbe Karte gut (Foto links). Die Folge: Schon dreimal in dieser Saison musste Wanderer mit der Ampelkarte vom Platz. Er selbst sagt: „Ich bin ein Typ, den man schnell reizen kann, das wissen inzwischen längst auch die gegnerischen Trainer.“
Andererseits ist er mit seiner heißblütigen Art auf dem Platz immer für eine Gelbe Karte gut (Foto links). Die Folge: Schon dreimal in dieser Saison musste Wanderer mit der Ampelkarte vom Platz. Er selbst sagt: „Ich bin ein Typ, den man schnell reizen kann, das wissen inzwischen längst auch die gegnerischen Trainer.“ © Dieter Metzler

Gleichmut, Ruhe und Sachlichkeit sind Eigenschaften, die Konrad Wanderer eigentlich im Alltag charakterisieren. Auf dem Fußballplatz kann der 26-jährige Germeringer allerdings zum Heißsporn werden. Die Folge: Wanderer sammelt regelmäßig Gelbe Karten – allein sieben sind es in der bisherigen Saison. Ein Platzverweis ist da eine ständige Bedrohung. „Dreimal bin ich in der Vorrunde mit Gelbrot vom Platz geflogen“, sagt Wanderer, was auch in seinen Augen natürlich nicht geht. „Ich bin ein Typ, den man schnell reizen kann, das wissen inzwischen längst auch die gegnerischen Trainer, die ihre Spieler entsprechend instruieren.“ Auch bei den Schiris ist Wanderer kein unbeschriebenes Blatt.

Konrad Wanderer: Das stetige Spiel mit dem Feuer

Dabei hat Wanderer diese Gefühlsausbrüche auf dem Platz gar nicht nötig. Seine sportlichen Qualitäten sind unbestritten. „Der perfekte Kapitän bin ich nicht gerade“, meint Wanderer. „Aber vielleicht hat Franco (Anm.: der Trainer Franco Simon) mir die Kapitänsbinde gegeben, weil ich einen guten Draht zu den jungen Spielern habe.“ Sportdirektor Jürgen Kapfer klärt dazu auf: „Vielleicht hat er sein Temperament auf dem Platz dann ein wenig besser im Griff, da er als Mannschaftskapitän mehr Verantwortung trägt und auch eine Art Vorbildfunktion ausüben soll.“ Bis jetzt hat das nur bedingt funktioniert.

Symptomatisch dafür war das Derby gegen Oberweikertshofen. Erst schoss Wanderer den SCU in Führung. Beim Torjubel zertrat er die Eckfahne und musste mit Gelbrot vom Platz. In Unterzahl gingen die Upfer Buam noch als Verlierer vom Feld. „Wir haben das Potenzial, die Bezirksliga zu halten“, sagt Wanderer. „Wenn wir in den noch verbleibenden zehn Spielen alle Gas geben, dann bleiben wir drin“, sagt der Kapitän. Im Zweifel braucht es einfach wieder eine Kabinenpredigt des SCU-Hitzkopfs. Gegen Großhadern hatte sie ihre Wirkung nicht verfehlt. Die Upfer Buam führten schon zur Halbzeit mit 4:0. (Dieter Metzler)

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