BFC: Ein nächster Schritt nach vorne

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Fußball-Landesligist BCF Wolfratshausen vor der Saison 2010/11.

Wolfratshausen - Der Kader von BFC Wolfratshausen ist jung und überschaubar – Dennoch sollte das Team eine gute Saison spielen.

Mit dem Heimspiel gegen Aufsteiger FC Unterföhring läutet der BCF Wolfratshausen das Jahr zwei unter Andreas Brunner ein. Nach Platz acht in der Vorsaison möchten sich Farchets Fußballer und ihr Trainer spielerisch weiter verbessern, einen Schuss mehr Routine erhaschen und am Ende vielleicht sogar die Mitstreiter in der Landesliga Süd überraschen. Anlässlich des Saisonstarts hat unsere Zeitung die Mannschaft von der Kräuterstraße unter die Lupe genommen, Stärken und Schwächen analysiert und versucht, eine Prognose zu erstellen.

Kommen und Gehen

Trainer: Andreas Brunner (wie bisher)

Torhüter: Franz Demmel (vom TSV Buchbach), Manuel Kluge

Abwehr: Sebastian Kluge, Lech Kasperek, Jakob Taffertshofer, Michael Rauch, Thaddäus Jell (vom SB Rosenheim), Ramazan Akgül (vom TSV Oberalting)

Mittelfeld: Karl Murböck, Michael Miedl, Manuel Pratz, Michael Pföderl, Thomas Pföderl, Max Panholzer

Angriff: Marley Amanquah, Werner Schuhmann, Franz Fischer, Ludwig Huber (von SpVgg Unterhaching/Amateure), Florian Scheck (von FT Starnberg) Abgänge: Osman Queku (Ziel unbekannt), Günter Wernthaler (TSV Gräfelfing), Max Thurnhuber (SV Pullach), Volkan Yurdabak (BCF II), Marc Michels (Ziel unbekannt)

Saisonziel: einstelliger Tabellenplatz

Der Abgang von Max Thurnhuber zum Ligakonkurrent SV Pullach schmerzt. Der 22-jährige Allrounder spielte in Brunners Konzept eine tragende Rolle, seine Vielseitigkeit und Torgefahr bei Standardsituationen werden dem BCF gewiss fehlen. Volkan Yurdabaks Wechsel in die Farcheter Reserve ist für deren neuen Trainer Oliver Schnös eine Wonne, doch ist Yurdabaks Posten rechts hinten in der Viererkette Brunners größte Baustelle. Marc Michels kam in Farchet über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinaus. Mit der Rückkehr von Franz Demmel vom Bayernligisten Buchbach hat Brunner zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die eher wenig kommunikative Hintermannschaft bekommt einen Lautsprecher und ganz nebenbei einen der besten Torhüter dieser Spielklasse.
Vorschusslorbeeren gibt es für Ludwig Huber. Der Raistinger war Torjäger bei den Unterhachinger Amateuren und hätte seinen Werdegang ohne Weiteres in der Bayernliga fortsetzen können. Seine linke „Klebe“ macht Farchet aus der Distanz gefährlicher, im Kopfballspiel ist der hoch aufgeschossene Huber die ersehnte Unterstützung für Karl Murböck, bislang Alleinunterhalter in dieser Hinsicht. Thaddäus Jell (aus Rosenheim) hat nach den Eindrücken der Vorbereitung das Rüstzeug zur echten Verstärkung im Defensivbereich, der Ex-Starnberger Florian Scheck deutete als Jugendspieler Potenzial an. Ramazan Akgül aus Oberalting muss sich nach einer Schulter- OP noch gedulden, soll aber mittelfristig den Konkurrenzkampf auf der rechten Seite beleben.

Trainer und Umfeld

Alles wie gehabt. Die Trainingsbedingungen rund ums Isar-Loisach-Stadion sind ideal, den Kickern fehlt es an kaum etwas. Neben Coach Brunner und Torwarttrainer Arlt steht mit Lukas Wank, der seine Karriere früh beenden musste, ein junger Ansprechpartner zur Verfügung, der die Sprache der Spieler bestens versteht. Anzeichen für besser gefüllte Zuschauerränge lassen sich allerdings immer noch nicht finden.

System und Taktik

Die im Vorjahr installierte defensive Viererkette hat sich bewährt, wobei die Außenspieler bisweilen noch mehr nach vorne arbeiten müssen. Das Mittelfeld ist in der Zentrale mit zwei eher defensiv ausgerichteten Leuten besetzt, die Flügelspieler sollen überfallartige Angriffe ankurbeln. Anstelle von zwei Sturmspitzen versucht Andi Brunner einen Angreifer etwas zurückhängend spielen zu lassen, um mehr Variationmöglichkeiten zu besitzen.

Vorbereitung und Testspiele

Durchwachsen aufgrund einiger angeschlagener und verletzter Spieler. So konnte Werner Schuhmann bislang noch gar nicht mit der Mannschaft trainieren. Michael Pföderl als jüngster Langzeitverletzter schlägt eine gravierende Schneise in Brunners Planungen. Die Fahndung nach einem geeigneten zweiten Torhüter beeinträchtigte zwar die Vorbereitung nicht, sollte aber zeitnah abgeschlossen werden. Brunner hofft auf eine akzeptable Lösung, andernfalls sollte Manuel Kluge das Vertrauen ausgesprochen werden. Die Testspielergebnisse sind insoweit ohne Belang, da sich die Akteure auf der Abwesenheitsliste nahezu abwechselten. Es ging einzig darum, das Offensivpotenzial auszuloten und dahingehend ein leicht verändertes System zu verinnerlichen. Überdies muss die Mannschaft lernen, nach Balleroberung noch schneller umzuschalten; auch an der Rückwärtsbewegung der Kreativspieler wird noch gefeilt.

Wunschelf

Demmel – S. Kluge, Jell, L. Kasperek, Rauch, Panholzer, Miedl, Murböck, Pratz, Huber, Amanquah (Schuhmann)

Fazit und Prognose

Die Mannschaft ist extrem jung. Gleichwohl ist es unerfahrenen Teams nicht untersagt, für positive Schlagzeilen zu sorgen. Die Mischung scheint bei Andi Brunners Equipe zu passen: Routine im Tor und in der InneAnnverteidigung, geballte Führungskraft im zentralen Mittelfeld. Die Position des Rechtsverteidigers muss gut besetzt sein, damit die Viererkette mindestens die Qualität des Vorjahres erreicht. Die offensive Ausrichtung mit nur einem Stoßstürmer, einer hängenden Spitze plus zwei durchsetzungsfähigen Außenspieler könnte bei entsprechender Umsetzung für Flexibilität im Angriffsspiel sorgen. Die baldige Rückkehr von Torjäger Schuhmann würde sicher auch die Chancenverwertung verbessern. Wie in jeder Spielzeit klebt das Favoritenpickerl am Revers anderer Klubs. Dahinter scheint alles möglich zu sein; mit der Abstiegszone sollte der BCF eigentlich nicht in Berührung kommen. Ein guter Start mit drei Heimpartien an den ersten vier Spieltagen kann für jede Menge Selbstvertrauen sorgen und den Saisonverlauf positiv beeinflussen. Der achte Platz des Vorjahres ist der Mindestanspruch an das Team, alles darüber hinaus wäre eine schöne Zugabe.

Von Oliver Rabuser

Quelle: fussball-vorort.de

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