BFV weist Vorwürfe von Halletz zurück

BFV reagiert auf Halletz: „Aussagen sind Schlag ins Gesicht unserer Ehrenamtler“

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Nicht mehr Seite an Seite: Willi Halletz (l., hier 2018 bei der Verleihung des DFB-Sonderpreises für ehrenamtliches Engagement) fühlt sich vom BFV nicht unterstützt. Vize-Präsident Robert Schraudner weist die Vorwürfe zurück: „Regeln müssen eingehalten werden.“ 

Mit seiner Ankündigung, aus Verärgerung über die Linie des Bayerischen Fußballbunds (BFV) bei Spielverlegungen seine Ämter beim FC Hausham als Jugendleiter, Zweiter Vorsitzender und Trainer von zwei Mannschaften niederzulegen, hat Willi Halletz für Unverständnis beim BFV gesorgt.

Vor allem aber erzeugt er mit seinen Vorwürfen, der Verband interessiere sich nicht für die Probleme der kleinen Vereine, für massiven Unmut.

Halletz’ Kritik weist Robert Schraudner, Vize-Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands und oberbayerischer Bezirksvorsitzender, zurück: „Das ist schlicht und ergreifend haltlos. Unsere ehrenamtlich tätigen Spielleiter im Männer-, Frauen- und Juniorenbereich organisieren mit hohem zeitlichen Aufwand und viel Engagement den Spielbetrieb. Ihnen vorzuwerfen, dass sie unflexibel agieren und aus reiner Willkür entscheiden, ist falsch.“

Im Gegenteil versuche man seitens des Verbands „immer dann den Wünschen der Vereine Rechnung tragen, wenn dies möglich ist und wir dabei keine Präzedenzen schaffen“. Dies gelte insbesondere bei Spielverlegungswünschen. „Die akzeptieren wir selbst dann noch, wenn die Drei-Tage-Frist vor dem Spieltag bereits abgelaufen ist.“

Um ein Spiel verlegen zu können, muss der gegnerische Verein damit einverstanden sein. Das hat laut Schraudner einen guten Grund: „Es kann in derartig gelagerten Fällen nur im gemeinsamen Miteinander unter den Vereinen funktionieren. Wenn jeder Verein einseitig Spiele absagen könnte, öffnen wir der Willkür und einer Wettbewerbsverzerrung Tür und Tor.“ So könne ein Spielbetrieb in Bayern mit mehreren 10 000 Mannschaften, die Wochenende für Wochenende antreten, nicht funktionieren. Und für den Fall, dass eine Mannschaft nachweislich wegen Krankheitsfällen nicht antreten könne, werde selbstverständlich eine Ausnahme gemacht.

Im konkreten Fall wurde aber gegen diese Regeln verstoßen, wie der Bezirksvorsitzende erklärt: „In dem von Herrn Halletz dargestellten D2-Junioren-Spiel gab es diese erforderliche und allein schon aus planungstechnischen Gründen notwendige Zustimmung des Gegners zur Spielverlegung nicht. Es gab lediglich eine Information an den Gegner, der FC Hausham könne nicht antreten.“ Damit habe der Verein einen Spielausfall verursacht, der – „wie bei jedem anderen Fall dieser Art“ – vom Sportgericht zu behandeln sei.

Halletz’ Kritik an der Höhe der Strafe („Wichtig ist das Generieren von Geld durch überzogene Gebühren und nicht nachvollziehbare Strafen“) greift laut Schraudner auch nicht: „Es war eben nicht der erste vom FC Hausham verschuldete Spielausfall in dieser Saison.“

Dass die Konfrontation von Halletz so offen erfolgte, erklärt Schraudner so: „Leider gab es in den vergangenen Jahren immer wieder unterschiedliche Auffassungen zu diversen Themen.“ Dass sich der Verband nicht für die Vereine interessiere, sei aber eine unkonkrete wie schlichtweg falsche Behauptung: „Unsere Funktionäre vor Ort bemühen sich sehr intensiv darum, die Vereine im Alltag zu unterstützen.“ Deshalb weist der Vize-Präsident die Vorwürfe mit Nachdruck zurück. „Die Aussagen von Willi Halletz sind ein Schlag ins Gesicht unserer Ehrenamtler. Sie alle kommen aus Vereinen. Ihnen vorzuwerfen, sie hätten keine Ahnung vom Fußball, entbehrt jeder Grundlage.“

Deshalb appelliert Schraudner an das Miteinander der Fußballklubs: „Regelungen zu finden, die allen 4600 fußballspielenden Vereinen Bayerns gerecht werden, ist gewiss nicht immer möglich.“ Auch seien konträre Meinungen im Sinne einer Verbesserung gewünscht. „Dennoch wird es immer wieder Situationen geben, in denen sich ein Verein benachteiligt fühlt. Wir versuchen, wann immer es geht, Lösungen zu finden – und zwar im Sinne aller Amateurfußballer in Bayern.“

ddy

Quelle: Merkur.de

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