Kreisspielleiter Heinz Eckl im Interview zur Saisonfortsetzung

Heinz Eckl: „Der BFV hat es geschafft die Vereine mitzunehmen“

Kreisspielleiter Heinz Eckl im Interview zur Saisonfortsetzung.

Kreisspielleiter Heinz Eckl im Interview zur Saisonfortsetzung. Der Altenstädter hält die Vorgehensweise des BFV für richtig. Eckl ist vor allem wichtig, dass die Saison auf sportlichen Wege zu Ende gebracht wird.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Fußballsaison ist nicht abgebrochen, sie soll möglichst im Herbst fortgeführt werden. Dafür entschieden der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbands, nachdem sich die Vereine mit großer Mehrheit bei einer Online-Abstimmung mit breiter Mehrheit dafür aussprachen. Kreisspielleiter Heinz Eckl aus Altenstadt hält die Vorgehensweise für richtig.

Herr Eckl, wie beurteilen Sie die Entscheidung die Saison nicht abzubrechen, sondern sie fortzusetzen?

Meine Meinung dazu ist klar. Ich stehe zu der abgestimmten Entscheidung und halte diese für absolut richtig. Ein Abbruch wäre in meine Augen nicht gut. Die Situation ist für alle und überall schwierig. Der BFV hat sich die vergangenen Wochen sehr bemüht, den klaren Standpunkt, den er vertritt ordentlich rüber zu bringen und im Gegensatz zu anderen Sportverbänden versucht, die Vereine mitzunehmen. Für mich hat die Verbandsspitze einen sehr guten Job gemacht.

Der BFV hat es geschafft, die Vereine mitzunehmen

Woran machen Sie das fest?

Wir sind in die Details mitgenommen worden, und wenn man mitbekommt, was es alles für Gründe für diesen Vorschlag gibt, dann sieht man das Ganze aus einem andern Blickwinkel.

Warum wäre Abbruch die falsche Entscheidung gewesen?

Wenn man abbricht, stehen Haftungsansprüche im Raum. Die mögen aus Sicht vieler Vereine eine untergeordnete Rolle spielen, aber wenn man davon betroffen ist, sieht man das sicher anders. Nach einem Abbruch ist die Saison zu Ende, und es gibt kein Zurück mehr. Das heißt, es gilt, sportliche Entscheidungen am grünen Tisch zu treffen, die einige nicht verstehen könnten. Letztlich hätte man mit einem Abbruch eine Saison zerstört und die zweite beschädigt, bevor sie losgehen kann.

Gäbe es keine Absteiger wären die Ligen nächstes Jahr übervoll

Welches Szenario hätte bei einem Abbruch gedroht?

Zu klären wäre gewesen: Wer steigt auf? Klar hätte sich dann der Erste gefreut, aber was macht man mit dem Zweiten, der einen Punkt Rückstand und ein Spiel weniger hat. Und die Abstiegsfrage: Wer hätte die entscheiden wollen? Es wäre dann wahrscheinlich so gekommen, dass es nur Aufsteiger gegeben hätte. Das hätte in der kommenden Saison übervolle Ligen mit doppelt so vielen Absteigern zur Folge. Die Relegation hätte entfallen müssen. Trotzdem hätte es in der Summe mehr Spieltage gegeben und das auch noch bei einem verspäteten Saisonstart. Da käme man dann schon wieder in zeitliche Probleme.

Ganz problemlos ist die verspätete Fortsetzung der Spielzeit aber auch nicht, oder?

Das stimmt. Auch die jetzt abgestimmte Verlängerung und Fortsetzung hat einige Nachteile, keine Frage. Es gilt, Vieles zu regeln, beispielsweise Vereinswechsel, Altersgruppen Jugend, Gültigkeit bestehende Verträge und und und.

„Durch diese Lösung haben die Vereine jetzt wenigstens ein bisschen Planungssicherheit“

Wo sehen Sie die Vorteile?

Durch diese Lösung haben die Vereine jetzt wenigstens ein bisschen Planungssicherheit. Es gibt keine Streitigkeiten vor Gericht und keine Folgesaison mit erhöhter Mannschaftszahl. Und ein großer Vorteil ist, dass man jetzt Flexibilität gewinnt, denn keiner weiß, ob es wirklich am 1. September losgehen kann. Wenn das nicht klappt, beginnt man halt am 1. Oktober oder wenn es ganz dumm kommt im März 2021, falls wegen wieder steigender Infektionszahlen nochmals unterbrochen werden muss.

Wie lautet Ihr Fazit nach der Entscheidung?

Für mich ist das absolut Wichtigste, dass die Entscheidungen auf dem Rasen passieren und die Saison sportlich zu Ende gebracht wird.

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