Stimmen zum Saisonabbruch in den Fußball-Amatuer-Ligen

Quotientenregelung sorgt für Kontroversen im Kreis Fürstenfeldbruck

Der SC Oberweikertshofen denkt über eine Klage bei einem Saisonabbruch nach.
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Der SC Oberweikertshofen denkt über eine Klage bei einem Saisonabbruch nach.

Die Saison 1019/21 steht nun auch in Bayern vor dem Abbruch. Die Quotientenregelung kommt gerade bei den benachteiligten Vereinen meistens nicht gut an.

Fürstenfeldbruck - Weil die Infektionsschutzmaßnahmen bis 9. Mai verlängert wurden, steht die Saison in den Fußball-Amateurligen vor dem endgültigen Aus. Ein Abbruch der Spielzeit steht quasi fest. Weniger klar sind allerdings die Bedingungen, die beim Saisonabbruch gelten sollen. Grundsätzlich ist vom Bayerischen Fußballverband (BFV) angedacht, die Abschlusstabelle per Quotientenregel zu bestimmen – inklusive der Auf- und Absteiger. Relegationsspiele sollen entfallen. Doch dagegen rührt sich Widerstand. Zahlreiche Vereine fordern, dass es nur Aufsteiger, aber keine Absteiger geben soll. Bevor der BFV seine abschließende Entscheidung trifft, will er deshalb noch die Meinungen möglichst aller bayerischen Vereine sammeln und so ein Stimmungsbild generieren. Wir haben uns schon einmal bei den Landkreis-Klubs umgehört, wie sie zu dieser Frage stehen.

Martin Buch, SC Olching: Quotientenregelung ist in Ordnung

Eine Quotientenregelung wäre schon okay. Nicht nur, weil sie für uns nichts verändert. Sie bildet doch die Saison ab. Aber man sollte auf Absteiger verzichten, durch die Corona-Pandemie hat es sowieso schon genügend Verlierer gegeben. Macht es wie bei der Jugend, Aufsteiger ja, Absteiger nein. Gespannt bin ich aber, mit welcher Art der Fragestellung der Bayerische Fußball-Verband ein Meinungsbild abfragen will. Das sollte dann schon neutral gestellt sein.

Uli Bergmann, SC Oberweikertshofen: Abstieg sollte nicht ausgestzt werden

An irgendetwas muss man sich halten, wenn es um Aufstieg oder Abstieg geht. Das ist dann eben die Quotientenregelung, auch wenn wir dadurch nicht aufsteigen werden. Aber es ist doch klar, dass man auf sich schaut. Deshalb sollte man schon versuchen jede Chance zu nutzen, auch rechtlich. Wir werden uns zusammensetzen und ausführlich beraten. Wenn man den Abstieg aussetzt, würde man die ganzen Ligen zu groß werden lassen.

Thomas Stehle, FC Eichenau: Die Quotientenregelung ist fair

Der Abbruch ist die logische Konsequenz der gesamten Corona-Situation. Man muss mal einen Punkt setzen und eine neue Saison planen können. Die Quotientenregelung ist fair. Wir haben etwa zwei Drittel der Saison bestritten, das bildet schon einen guten Schnitt der Leistung ab. Deshalb muss es natürlich sowohl Aufsteiger als auch Absteiger geben. Es ist außerdem schwer, dem Verband einen Vorwurf zu machen. Keiner macht sich eine Entscheidung leicht.

Jürgen Throm, SpVgg Wildenroth: Es gibt viele Meinungen

Da gibt bei uns im Verein, wie überall sonst auch, viele verschiedene Meinungen. Aber es hilft ja nichts – wenn es mit der Saison nicht mehr geht, muss man es eben akzeptieren und so auch durchführen. Die Zahlen und Bilanzen in den Tabellen lügen nicht. Man braucht eben einen Maßstab, nach dem man eine Saison bewerten muss. Wenn sich am Ende durch die ganzen Entscheidungen ein Abstieg verhindern lässt, wäre es schon in Ordnung.

Max Bals, FC Landsberied: Keine Klage trotz Abstieg

So besteht mit einem Abbruch wenigstens Klarheit. Es wäre schwer vorstellbar, wie Amateure alles in englischen Wochen durchziehen sollen. Nun kann man wenigstens für eine neue Saison planen, auch wenn das bei uns eine Klasse tiefer sein wird. Wir stehen eben da unten. So gesehen ist das mit der Quotientenregelung in Ordnung. Wir werden uns sicher nicht in irgendwelche Ligen klagen. Wieder Fußball spielen zu können, sollte die Hauptsache sein.

Uwe Slowik, SV Kottgeisering: Saison soll fortgeführt werden

Der Verband sollte sich dafür stark machen, dass trotz allem gespielt werden darf. Selbst, wenn ich nur eine kurze Vorbereitung mache, haben alle die gleichen Bedingungen. Ich halte es mal als Ausnahme zumutbar, dass wir die Saison mit englischen Wochen fertig spielen. Die Freude am Fußball wieder zu gewinnen muss unser Ziel sein. Und wenn Handball oder Eíshockey in der Halle spielen können, muss das für den Fußball im Freien erst recht passen.

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