Fußball

BFV-Umfrage: Klares Votum für Fortsetzung der Saison

68,13 Prozent der teilnehmenden Vereinsvertreter stimmten für eine Wiederaufnahme der Saison 2019/20 ab dem 1. September. Doch es sind noch viele Fragen offen.

Landkreis - Fußball im Fokus: Während bei den Kommunalwahlen in Bayern Mitte März fast 60 Prozent der Bürger ihre Stimme abgaben, lag die Beteiligung der Vereinsverantwortlichen am kurzfristig einberufenen Voting des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) sogar bei 73,53 Prozent. Die Verbandsspitze wollte für die weitere Vorgehensweise in puncto Corona-Krise von den über 4500 Vereinen im Freistaat wissen, ob die zurzeit ruhende Saison bis zum mindestens 31. August ausgesetzt bleiben und danach mit den bisher erreichten Tore- und Punktekonten fortgeführt werden soll, oder ob ein Abbruchszenario die Zustimmung der Mehrheit findet. 

Das Ergebnis ist eindeutig: Bayernweit entschieden sich 68,13 Prozent der teilnehmenden Vereinsvertreter für eine Wiederaufnahme der Saison 2019/20 zum angestrebten Datum – oder unter Berücksichtigung behördlicher Auflagen notfalls auch zu einem späteren Zeitpunkt. Die 2178 Ja-Stimmen zeigten nach Auffassung von BFV-Präsident Rainer Koch, dass die ausgesetzten Wettbewerbe fair beendet werden sollen und dieses Modell die bestmögliche Lösung darstelle – auch im Hinblick auf Planungssicherheit und rechtliche Sicherheit bei Haftungsfragen.

Das sagt Trainer Michael Rosenwirth vom FC Moosburg

Beim FC Moosburg sieht Coach Michael Rosenwirth der Fortführung der Saison mit Skepsis entgegen: „Es ist extrem schwierig zu bewerten“, gesteht Rosenwirth, „doch wäre es sportlich fair, wenn wir nicht im September beginnen können?“ Der neue Trainer – seit Amtsantritt noch ohne Pflichtspieleinsatz beim Kreisliga-Letzten – verweist neben einer möglicherweise immens langen Pause auch auf personelle Veränderungen: „Im Sommer wechseln Spieler beruflich bedingt den Club – doch woher bekommt man ohne Transferfenster Ersatz?“

Küchle appelliert an die „moralische Verantwortung“ der Amateurfußballer

Das ist eine der offenen Fragen, für die sich Hallbergs Sportlicher Leiter Anselm Küchle eine baldige Lösung wünscht. „Es sollte einen zusätzlichen Wechselzeitpunkt geben, schon alleine wegen der Spielerverträge“, sagt Küchle und appelliert gleichzeitig an die „moralische Verantwortung“ der Amateurfußballer, weil es jetzt nicht um individuelle finanzielle Verbesserungen gehe, sondern vielmehr um getätigte Zusagen. Hallbergmoos sitzt in der Landesliga Südost Spitzenreiter Eintracht Karlsfeld im Nacken, aber alleine das Tabellenbild sei nicht ausschlaggebend für die Entscheidung der VfB-Verantwortlichen gewesen, für die Fortsetzung zu voten: „Fairness ist aus unserer Sicht nur gegeben, wenn die Saison sportlich beendet wird“, betont Küchle. „Aber wir wissen auch, dass es keine einzige Lösung geben wird, mit der alle zufrieden sind.“ Nun ist der BFV-Vorstand gefragt, aus dem Meinungsbild einen offiziellen Beschluss zu fassen, was für den morgigen Mittwoch vorgesehen ist.

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Rubriklistenbild: © dpa / Patrick Seeger

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