BFV stellt zwei neue Spielmodelle für Kreis Zugspitze vor – Saisonstart steht fest

Kreis Zugspitze: Normal oder alternativ? - Vereine geben Meinung über Spielsystem ab

Die Unterammergauer Spieler Mateo Sebic (l.) und Anton Speer freuen sich über ein Tor.
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Bald soll die Saison 2021/2022 in Bayerns Amateurligen losgehen. Zudem steht der WSV Unterammergau, hier mit Mateo Sebic (l.) und Anton Speer, im Toto-Pokal-Halbfinale. Das Losglück war dem WSV hold.

Wann startet die Saison für die Amateurfußballer im Kreis Zugspitze und vor allem in welchem Ligensystem? Ein Webinar des BFV gab nun erste Aufschlüsse.

Landkreis – Wie und wann? Diese beiden Fragen treiben derzeit die bayerischen Amateurfußballer um. Wann startet die nächste Saison, und vor allem: In welchem Spielsystem? Für die Vereine im Kreis Zugspitze lieferte am Mittwochabend ein Webinar des Bayerischen Fußball-Verbandes erste Antworten. 151 Teilnehmer saugten die von Wolfgang Hauke (Geschäftsstellenleiter des Bezirks Oberbayern) und Heinz Eckl (Kreisvorsitzender) vorgetragenen Informationen auf. Den Kern der Präsentation bildeten die beiden alternativen Spielmodelle.

Der Saisonstart

Für viele Ligen ist der Starttermin bereits fix. Die Teams, die im Kreis Zugspitze ansässig sind, haben bis zum Wochenende 31. Juli/1. August Zeit für ihre Vorbereitungen. Dann beginnt die Saison 2021/2022. Einzig eine Kreisliga muss noch abwarten. Hintergrund: Ein Verein klagt über Probleme, weiß noch nicht, ob er überhaupt eine Mannschaft stellen kann. Fällt dieses Team raus, gibt es ausschließlich Kreisligen mit 14 Mannschaften. Ansonsten wird eine Spielklasse mit 15 Teams bereits am 24./25. Juli in die Saison starten. In jedem Fall sollen die regulären Partien vor Pfingsten 2022 abgeschlossen sein. Der letzte Spieltag wird demnach am Wochenende 21./22. Mai ausgetragen. Einzig die Relegationsteilnehmer müssen an den Feiertagen antreten.

Natürlich folgte von den Teilnehmern die Frage, warum man den so früh in die Saison starten wolle. Eckl beantwortete sie kurz angebunden: „Der Start wird nicht diskutiert. Es gibt jetzt genügend Zeit für die Vorbereitung. Und wir wissen nicht, was noch alles kommt, was die Pandemie macht, was Herr Söder beschließt. Zudem wollen wir nicht noch nach Pfingsten spielen, wenn sich viele in den Urlaub verabschieden.“

Die drei Varianten

System Nummer eins ist das altbewährte mit Hin- und Rückrunde plus Relegation. Problem dabei: Es müssten 30 Spieltage (in einer 15er-Liga) oder 26 Spieltage (in einer 14er-Liga) ausgetragen werden. Eckl gesteht in diesem Zuge: „Wir haben Muffe, dass die vierte, fünfte Welle kommt.“ Daher der frühe Saisonstart, daher auch die beiden anderen Modelle, die jeweils nur 22 Spieltage vorsehen.

Alternativ-Modell 1 beinhaltet eine Meisterschaft mit zwei Gruppen. Heißt beispielsweise im Fall einer Liga mit 14 Mannschaften: je sieben Teams. Diese treten in Hin- und Rückspiel gegeneinander an – bis zur Winterpause. Die jeweils vier Erstplatzierten beider Gruppen treffen danach in Hin- und Rückspiel in der Meisterrunde aufeinander. Die jeweils drei Letzten kämpfen in der Abstiegsrunde um den Klassenerhalt.

Alternativ-Modell 2 sieht keine Ligateilung vor, dafür eine einfache Runde, also nur Hinspiele. Nach der Winterpause würde es dann ebenfalls in Meister- und Abstiegsrunde mit Hin- und Rückspiel weitergehen. Aufgeteilt würden die Mannschaften wie bei Alternative eins – acht kämpfen um den Titel, sechs gegen den Abstieg.

Fragen warf bei den Alternativmodellen vor allem die Punktemitnahme nach der Vorrunde auf. Auch hierbei gibt es jeweils zwei Varianten. Bei Alternativ-Modell 1 würden ausschließlich die Vorrunden-Punkte mitgenommen, die gegen Mannschaften gesammelt wurden, auf die man auch in der Folgerunde trifft. Beispiel: Gewinnt der Tabellenletzte zum Abschluss der Vorrunde überraschend gegen den Gruppenprimus, ist das zwar ein toller Erfolg, bringt dem siegreichen Team für die folgende Abstiegsrunde aber rein gar nichts. Variante zwei sind die Bonuspunkte, die auch aus dem Zugspitz-Pilotprojekt bekannt sind, das ab Saison 22/23 getestet werden soll. Dabei würde es für die jeweilige Platzierung nach der Vorrunde Punkte geben, mit denen man dann in der Folgerunde startet.

Die Bonuspunkte bilden auch eine Möglichkeit bei Alternativ-Modell 2. Die andere Variante ist hierbei die Mitnahme der gesamten Vorrundenpunkte in die jeweilige Folgerunde.

Beide Alternativ-Modelle beinhalten einige Vor- wie auch Nachteile (siehe Kasten). Es ist zudem möglich, dass etwa die Kreisligen ein anderes Modell spielen, als etwa die Kreisklassen oder A-Klassen. Innerhalb der Ligen geht das nicht. Bedeutet: Die Kreisliga 1 kann nicht etwa eine normale Saison spielen und die Kreisliga 3 eines der Alternativ-Modelle.

Wie es weiter geht

Nun sind mal wieder die Vereine gefragt. Jedoch stimmen sie diesmal nicht ab, es wird lediglich vom BFV ihre Meinung eingeholt. Sie können nun angeben, ob sie eine der zwei Alternativ-Modelle in der kommenden Saison spielen, oder an dem Altbewährtem festhalten wollen. Zeit haben die Klubs dafür bis morgen. Dann will der Spielausschuss über das System entscheiden und die Mannschaften in die jeweiligen Ligen einteilen. Eckl verkündete, dass die Ergebnisse am kommenden Montag oder Dienstag veröffentlicht werden sollen.

Klagende Vereine

Da sich einige Klubs nicht damit abfinden wollen, dass es nach dem Abbruch der Saison 19/20/21 auch Absteiger gibt und klagen wollen, stehen die bald getroffenen Entscheidungen und Einteilungen auf wackligen Füßen. „Das ist das gute Recht der Vereine. Aber wir müssen alleine schon aus zeitlichen Gründen erst mal alles planen“, sagt Eckl. Er betont dabei, dass es ein „Haufen Arbeit ist“, die kommende Saison zu planen. Zum einen schwebt das Damoklesschwert namens Pandemie über allem, zudem gilt es reichlich Vereinen gerecht zu werden. „Der Kreis Zugspitze ist der größte in Oberbayern. Der Bezirk Oberbayern ist der größte in Bayern. Und Bayern ist der größte Verband in Deutschland“, zählt Eckl auf, um den Arbeitsumfang zu verdeutlichen.

Die Sorgenkinder

Als problematisch erweisen sich in puncto Alternativ-Modelle vor allem die B- und C-Klassen. Die Einteilungen in diesen Ligen bezeichnet Eckl als „schwierig“, „kritisch“, wenn nicht gar „grausam“. Diese Adjektive rühren vor allem von den Ligenstärken her. Diese Spielklassen platzen eh schon nicht vor lauter Mannschaften, nun haben sich auch noch zwölf Teams vom Spielbetrieb verabschiedet (zwei aus der B-Klasse, zehn aus der C-Klasse). Derzeit gibt es keine Planungen, die niedrigste Spielklasse aufzulösen und die C-Klassen-Mannschaften in die B-Klasse zu schieben. Doch entwickelt sich die Situation so weiter, kommt man in Zukunft eventuell nicht mehr um diesen Schritt herum, betont der Spielleiter.

Toto-Pokal

Wer denkt, dass die Ligen bereits frühzeitig starten, der hat den Toto-Pokal vergessen. Zudem geht es zunächst abwechselnd um die Trophäe der Saison 19/20/21 und der Spielzeit 21/22. Los geht es am 1. Juli mit den Erstrunden-Partien um den Pokal 21/22. Am 4. Juli folgen die Halbfinals der eigentlich abgebrochenen Saison. Der Verbandsspielausschuss hat aber beschlossen, dass es einen Toto-Pokal-Sieger der Corona-Saison geben und dieser auch mittels eines Spiels ermittelt werden muss. Im Kreis Zugspitze einigte man sich daher auf zwei Halbfinals. Die Teilnehmer wurden ausgelost. In den Topf kamen Teams, die noch nicht aus dem Ligapokal ausgeschieden waren und ihr Interesse bekundet hatten, im Toto-Pokal anzutreten. Gezogen wurden anschließend vier Mannschaften – je eins aus jeder Spielklassenebene.

Das Losglück war dem WSV Unterammergau hold. Der Kreisklassist trifft im Halbfinale auf den Kreisligisten DJK Waldram. Das andere Finalticket machen der TSV Schongau (A-Klasse) und der Bezirksligist SC Oberweikersthofen unter sich aus. Das Finale steigt am 10. Juli. Bereits zwei Tage zuvor geht es darum, sich für Runde drei der Toto-Pokal-Saison 21/22 zu qualifizieren. Diese folgt dann bereis am 14. Juli. Runde vier ist für den 21. Juli angesetzt.

Der frühe Start ist auf die zahlreichen Mannschaften zurückzuführen. Eckl verkündete, dass sich bereits 108 Teilnehmer für den Pokal angemeldet hätten. „So viele hatten wir seit vielen Jahren nicht mehr dabei.“

Der Wunsch

Ausstehende Klagen, fragliche Mannschaften, Einteilungen, fragliches Spielmodell. Trotz all dieser noch unwägbaren Punkte, wollte Eckl den Webinar-Teilnehmern aber noch ein paar Sätze mit auf den Weg geben: „Es ist nicht alles super, was wir anbieten können. Aber ich hoffe einfach, das wir bald wieder gescheit kicken können, und wir dann mal wieder schön ein halbes Bier miteinander trinken können. Es wird Zeit!“

(Patrick Hilmes)

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