Bilanz der Hinrunde

Halbserie zum Vergessen: Verantwortung zu groß für junge Neurieder

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Einen schweren Stand hatte der TSV Neuried in der Hinrunde. Ex-Kapitän Nicolas Höhne (vorne) wollte sich eigentlich ganz zurückziehen, wurde im Herbst aber für einige Spiele wieder akquiriert.

Die großteils unerfahrenen Landesliga-Kicker des TSV Neuried haben eine Hinrunde zum Vergessen hinter sich. Jetzt braucht es ein ähnliches Wunder wie im Vorjahr.

Neuried – Eine Binsenweisheit im Fußball lautet: Das zweite Jahr nach dem Aufstieg ist immer das schwierigste. Liebhaber solcher Floskeln finden in der Landesliga-Mannschaft des TSV Neuried ein Vorzeigebeispiel für diese Behauptung.

Wie in der laufenden Spielzeit überwinterten die Kicker von der Parkstraße zwar auch in ihrer Debütsaison auf dem letzten Tabellenplatz der Südost-Staffel, doch Ende 2017 hatten sie dabei bereits 15 Punkte eingesammelt. Aktuell steht der TSV bei zwei Zählern aus 21 Partien, einen vom Verband abgezogenen Strafpunkt wegen eines unerlaubten Spielereinsatzes eingerechnet.

Neuried fehlt die Konstanz - auf dem Platz und an der Seitenlinie

Die Zahlen weisen den Neuriedern also eine Hinrunde zum Vergessen aus, doch die Geschichte der ersten Saisonhälfte erzählt längst nicht nur die Tabelle. Ein Blick auf die einzelnen Mannschaftsaufstellungen zeigt, dass die Würmtaler praktisch nie die gleiche Startelf in zwei aufeinanderfolgenden Spielen aufbieten konnten. „Natürlich fehlt es so an der Konstanz“, sagt Christopher Utz, Cheftrainer des TSV.

Sein Amt bekleidet er seit Mitte Oktober, davor trugen erst Marco Gühl und dann Davide Taurino die Verantwortung. „Ein Trainerwechsel bringt immer auch Unruhe rein“, so Utz. „Hinsichtlich der taktischen Forderungen unterscheiden wir uns nicht besonders, aber auf der menschlichen Ebene muss ein Spieler immer erst herausfinden: Was will der Trainer von mir, wie packt er mich an?“ Für die Zukunft sei Konstanz von Trainerseite ebenso wichtig wie die der Spieler, so der Coach.

Höhne, Reid, de la Motte, Weser: Wichtige Stammkräfte fehlen

Die Voraussetzungen dafür, so etwas wie Kontinuität in die Mannschaft zu bringen, waren aber von Saisonbeginn an denkbar schwierig. Der Elf, die Gühl am ersten Spieltag gegen den SB DJK Rosenheim beginnen ließ, gehörten nur noch fünf Spieler aus der Formation an, die zwei Monate zuvor den Klassenerhalt gegen die TuS Pfarrkirchen sichergestellt hatte.

Ex-Kapitän Nicolas Höhne, Maximilian Reid, Valentin de la Motte und Carl Weser sind nur eine Auswahl der Akteure, die Neuried zum Start fehlten – aus privaten und verletzungsbedingten Gründen. Oder wie im Fall Weser wegen eines Vereinswechsels in die Regionalliga. Einige der Übrigen feierten im Verlauf der Hinrunde ihr Comeback, vollzählig wurde der Kader aber nie.

Die Verantwortung für die Youngster wiegt zu schwer

Das öffnete wiederum die Tür für zahlreiche Talente aus der erfolgreichen U19, die sich im Herrenbereich beweisen durften. Die Verantwortung, die zuvor auf den Schultern der Routiniers gelegen hatte, wog für die junge Truppe aber zu schwer, um die nötigen Ergebnisse einzufahren. Die Klasse des TSV blitzte in vielen Begegnungen auf, meist hielt er sein Niveau jedoch nur knapp über eine Halbzeit lang. „Wir haben durchaus auch gute Spiele gemacht“, sagt Ex-Coach Gühl. „Aber es ist schon allen klar gewesen, dass es auch diesmal ein Wunder wie im letzten Jahr braucht, um die Klasse zu halten.“

Trotz 13 Punkten Rückstand auf die Relegation halten die Neurieder an ihrem Ziel fest. Schließlich haben sie im Frühjahr in ähnlich misslicher Lage schon einmal eine Aufholjagd gestartet. Dafür muss Utz gemeinsam mit seinem Assistenten, Erik Marbach, in der Vorbereitung ab Mitte Januar aber eine Weiterentwicklung vorantreiben. „Wir wollen, dass die jungen Spieler Anfang 20 selbst Stützen in dieser Mannschaft werden“, erklärt der Übungsleiter. „Die Jüngeren sollen auch weiterhin ihre Einsätze bekommen.“ Wenn es ab März wieder ernst wird, dürfte Utz aber auch den einen oder anderen Vertreter der alten Garde gerne an seiner Seite wissen.

jr

Bilanz der Hinrunde

Saisonziel: Klassenerhalt (nicht im Soll)

Ziel für die Rückrunde: Klassenerhalt

Bester Torschütze: Jonas Einloft, Thomas Maier (beide 4 Tore)

Tabelle Landesliga Südost

1. TSV Wasserburg

2. SE Freising

3. FC Deisenhofen

4. TSV Grünwald

5. ASV Dachau

6. SpVgg Landshut

7. TSV Kastl

8. SV Erlbach

9. VfB Hallbergmoos

10. Eintracht Karlsfeld

11. FC Töging

12. TSV Bogen

13. SB DJK Rosenheim

14. TuS 1860 Pfarrkirchen

15. SB Traunstein

16. FC Moosinning

17. ASCK Simbach/Inn

18. TSV Neuried

Quelle: Merkur.de

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