„Bis zur Skisaison muss mich der Arzt hinbringen“

+
Auf dem Weg ins Krankenhaus: BCF-Kapitän Karl Murböck wurde in Schwabmünchen schwer verletzt.

Wolfratshausen - Karl Murböck über seinen Beinbruch und die Aussichten auf ein Comeback - BCF-Kapitän kann schon wieder lachen

Das Schlimmste ist überstanden. Drei Stunden lang war Karl Murböck, der sich in der Partie des BCF Wolfratshausen in Schwabmünchen den Unterschenkel gebrochen hatte, den behandelnden Ärzten des Bobinger Krankenhauses ausgeliefert. Dort wurde der gebrochene Knochen repariert und zusammengeschraubt. Am Sonntag bekam der Farcheter Kapitän Besuch von seiner Familie, einen Tag später stand der 32-jährige Lenggrieser BCF-Reporter Oliver Rabuser für ein Interview zur Verfügung.

Herr Murböck, erinnern Sie sich an die verhängnisvolle Situation in der 38. Spielminute?

Ich habe schon mit meinem Gegenspieler telefoniert. Er meinte, er wollte den Ball in die Spielfeldmitte spitzeln. Dann sind wir zusammengerumpelt. Er stand am Boden und war fixiert, ich aber war in der Luft und konnte die Wucht deswegen nicht abfangen. Was danach passiert ist , daran fehlt mir die Erinnerung.

Wann dürfen Sie nach Hause?

Ich muss mit meiner Krankenversicherung abklären, ob ein Liegendtransport nach Bad Tölz übernommen wird. Allerdings hat mir der Chefarzt in Aussicht gestellt, ich könnte am Wochenende mit Krücken die Klinik verlassen.

Sind die Schmerzen erträglich?

Ja, seit der Schlauch aus dem Bein entfernt wurde. Davor hat es heftig gebrannt.

Wie geht es weiter?

Ich werde so schnell wie möglich Krankengymnastik machen und das jeden Tag - kann nie schaden. Ich habe mit dem Arzt schon geflachst: Bis zur Skisaison muss er mich hinbringen …

Die Realität wird vermutlich anders aussehen. Sie sind beruflich selbstständig und fallen lange aus. Gibt es da Probleme?

Gut ist es natürlich nicht, aber das ist jetzt eben so. Da gibt’s schon Verständnis. Wir sind mehrere Selbständige, und jetzt helfen halt alle zusammen.

Ein mögliches Karriereende ist nicht wegzudiskutieren. Wie gehen Sie damit um?

Ich spiele seit meinem 17. Lebensjahr in der ersten Mannschaft Fußball, und es ist im Endeffekt immer gut ausgegangen. So etwas passiert eben. Sepp Kaltenhauser (ehemaliger BCF-Teamkollege, Anm.d.Red.) hat mich angerufen und daran erinnert, dass er seine Laufbahn mit einem Kreuzbandriss in Reichersbeuern beenden musste. Vielleicht hat es mich jetzt in Schwabmünchen erwischt (lacht).

Sie sind beim BCF eine Legende. Würden Sie wirklich so mir nichts dir nichts aufhören, oder hängen Sie noch ein Jahr dran?

Man stellt sich sein letztes Jahr als Aktiver sicher anders vor. Es ging heuer ja schon nicht gut los. Wenn alles gut verheilt, wäre es natürlich schön, noch ein paar Spiele absolvieren zu können. Aber da mache ich mir jetzt keinen Druck. Eine weitere Saison wird es definitiv nicht geben. Das habe ich meiner Familie versprochen, und das bleibt Fakt.

Sie machen sich doch sicher Gedanken über den weiteren Werdegang des BCF. Ohne Sie wird wohl einiges verändert werden müssen?

Der BCF ist auf einem guten Weg, und es ist kein Druck da, weil wir schon einige Punkte auf dem Konto haben. Die letzten Spiele bis zur Winterpause müssen die Burschen natürlich irgendwie durchkauen. Danach kommen Ludwig Huber und wohl auch Michael Pföderl zurück. Und der Tom Pföderl fängt schon jetzt bald wieder mit dem Training an. Es sind also Alternativen da. Dem Mike Miedl muss man auch zugestehen, wenn es mal nicht so läuft. Er kommt bestimmt bald wieder in Form. Und Lamine Guèye hat noch alles vor sich. Man muss dem Burschen die Zeit geben, sich zu entwickeln.

Sollte es mit Ihrem Comeback im Frühjahr nicht klappen - wie möchten Sie sich aus Wolfratshausen verabschieden?

Ich lasse mich im letzten Spiel einwechseln und versenke einen Elfmeter (lacht).

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesen

FC Puchheim: Tannenberger übergibt Leitung der Geschäftsstelle an Jahn
FC Puchheim: Tannenberger übergibt Leitung der Geschäftsstelle an Jahn
Corona-Training: Die meisten wollen noch warten
Corona-Training: Die meisten wollen noch warten
„Das ist kein Fußball“ und „Gut gemeint, schlecht gemacht“: Klubs im Würmtal sehen Trainingserlaubnis auch kritisch
„Das ist kein Fußball“ und „Gut gemeint, schlecht gemacht“: Klubs im Würmtal sehen Trainingserlaubnis auch kritisch
Automusik für Fußballkinder:  Rammstein oder die drei lustigen Moosacher
Automusik für Fußballkinder:  Rammstein oder die drei lustigen Moosacher

Kommentare