Bruck: Ein Nigerianer zaubert im Regen

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Wilson Onyemaeke spielt nicht gerne bei 30 Grad Hitze.

SC Fürstenfeldbruck - Dass es am 27. Januar 1987 in Nigeria geregnet hat, ist nicht verbürgt. Im Spaß hatte Wilson Onyemaeke das mal über seinen Geburtstag behauptet. Der nigerianische Mittelfeldspieler des SCF mag nämlich afrikanische Temperaturen nicht. Das rettete dem SC bei der DJK Rosenheim vielleicht den 2:1-Sieg.

von Andreas Daschner

Samstag, kurz nach 17.30 Uhr, 15 Grad, Wolkendecke. Schönes Wetter sieht anders aus. Einen stört das nicht: Wilson Onyemaeke zeigt vom Anpfiff weg unbändige Spiellaune. Er trickst den Gastgebern von der DJK Rosenheim den einen oder anderen Knoten in die Beine und macht damit deutlich: Die Auftaktniederlage des SCF gegen Sonthofen ist vergessen.

„Das ist doch Dein Wetter“, rufen die Brucker Zuschauer dem Afrikaner oft zu, wenn es 30 Grad im Schatten hat und die Sonne gnadenlos brennt. Dass sich Onyemaeke bei Bedingungen wie am Samstag in Rosenheim fast wohler fühlt, wissen sie nicht. „Jeder Fußballer spielt doch lieber, wenn es nicht so heiß ist“, sagt Onyemaeke. „Ansonsten ist man viel zu schnell platt.“ Nach einem dieser Zurufe entstand die Geschichte über den verregneten Januartag in Nigeria.

„Eigentlich weiß ich gar nicht, wie das Wetter bei meiner Geburt war“, sagt Onyemaeke und lacht. 70. Minute, die Temperaturen sinken, ein monsunartiger Wolkenbruch setzt ein. Die Spieler triefen vor Nässe. Spaß am Spiel bei solchen Bedingungen? Da muss man schon hartgesotten sein. Wie Onyemaeke. Der offensive Mittelfeldspieler schert sich nicht um den Regen, der ihm in die Augen läuft. Lediglich die Sturmböen, die an seinem Trikot zerren wie sonst nur ein zu langsamer Gegenspieler, machen das Spielen etwas schwierig. „Als der Wind nachgelassen hat, hat aber alles gepasst“, sagt Onyemaeke. Gepasst hat alles auch in der 74. Minute.

Es hat bestenfalls noch zehn oder zwölf Grad, der Regen hängt wie ein dicker Vorhang im Rosenheimer Josef-März-Stadion. Auf dem nassen Geläuf werden die Bälle schnell, kontrollierte Spielzüge werden zur Glückssache. Ein weiterer Ball landet bei SCF-Stürmer Marco Leszczynski. Ein Zweikampf folgt, der Ball tropft ab – genau Onyemaeke vor die Füße. Der behält in der Regenwand den Durchblick und zimmert den Ball trocken aus 18 Metern flach ins Eck. 2:1, der umjubelte Siegtreffer. Aller Regen hätte aber wahrscheinlich nichts geholfen, wenn nicht auch der Rest der Brucker Mannschaft eine 180-Grad-Wende gegenüber der Auftaktniederlage gegen Sonthofen hingelegt hätte. Gegen die Allgäuer wehte im Sturm ein laues Lüftchen. In Rosenheim wirbelten nicht nur die Unwetterwinde durch das Stadion, sondern auch die Brucker Angriffsreihen.

„Heute hat wirklich jeder zu 100 Prozent seine Leistung gebracht“, freute sich SCFCoach Roberto Fontana. Herausheben wollte er aus der geschlossenen Mannschaftsleistung niemanden. Neben Onyemaeke fielen dennoch zwei weitere Akteure besonders auf: Armin Lange und Alexander Hollering standen der Spiellaune ihres nigerianischen Kollegen in nichts nach.

Lange belohnte sich auch mit dem Treffer zum 1:0. „Wir wollten mutiger nach vorne Spielen“, beschreibt Hollering die Unterschiede zum Sonthofen- Spiel. „Jeder ist einen Tick mehr gelaufen, und darum lief es diesmal besser.“ Trotz – oder vielleicht gerade wegen – des Regens.

Quelle: fussball-vorort.de

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