In Bruck wird gesungen: "Landesliga, nie mehr, nie mehr!"

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Nach dem Schlusspfiff kannde die Freude in Bruck keine Grenzen mehr: Hier feiern die SCler.

SC Fürstenfeldbruck - Sektduschen, Bierhumpen, Singlaune und eine Spielerraupe auf dem Rasen: Am Mittwochabend, Punkt 21 Uhr, kannte der Jubel im Technomarktstadion keine Grenzen mehr. Der SC Fürstenfeldbruck hat sich für die Bayernliga qualifiziert. Und das dank einem, der eigentlich weg will.

von Andreas Daschner

Fürstenfeldbruck – Nach dem zweiten 1:0 (0:0)-Sieg gegen die Erzrivalen vom SV Pullach innerhalb von vier Tagen ist der SC Fürstenfeldbruck in die neue Bayernliga eingezogen. Ungeschlagen absolvierte der SCF die vier Relegationsspiele und ist damit nun wieder fünftklassig.

Perfekt machte den Sieg in der 68. Minute ausgerechnet Thomas Krovinovic. Der 25-jährige Allrounder saß in der Rückrunde oft auf der Bank, war aber zur Stelle, als die Personalmisere beim SCF ungeahnte Ausmaße annahm.

Er kam, sah, traf – und verabschiedet sich nun nach Oberweikertshofen. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff bestätigte Krovinovic dem Tagblatt: Das vielleicht wichtigste Tor seiner Karriere war sein Abschiedsgeschenk.

„Ich wollte unbedingt mit dem Aufstieg gehen. Das hat jetzt geklappt“, sagte der Siegtorschütze strahlend. Schon während der regulären Saison sei er sich einmal sicher gewesen, den Einzug in die Bayernliga geschafft zu haben. Als es dann doch in die Relegation ging, hegte Krovinovic trotzdem keine Zweifel, dass man diese erfolgreich abschließen kann. „Die Mannschaft ist einfach so geil. Wir haben sogar viele wichtige Ausfälle fast problemlos kompensieren können“, sagte er und verteilte dafür ein Riesenkompliment an seine Mannschaftskollegen.

Einer, der in Sachen Kompensation an vorderster Front stand, war Tobias Heinzinger. Der defensive Mittelfeldspieler musste in der Schlussphase der Saison als Innenverteidiger ran, als fast die komplette SCF-Abwehr einen Stammplatz im Lazarett hatte. Vorher hatte der Youngster diese Position noch nie gespielt.

„Hoffentlich bleibt’s nicht dabei“, sagte er und machte keinen Hehl daraus, dass ihm die Position des Sechsers dann doch lieber ist. Dabei sah er im Anforderungsprofil viele Ähnlichkeiten zu seiner Stammposition. Ein entscheidender Unterschied lag dann aber doch vor, nämlich in der Absicherung durch die Mitspieler: „Wenn Du da hinten drin einen Fehler machst, bist du der Depp.“

SCF-Trainer Roberto Fontana musste unmittelbar vor dem Spiel noch einmal einen personellen Rückschlag hinnehmen: Matthias Lokietz, der Ersatz für den Ersatz auf der Position des Außenverteidigers, hing in der Arbeit fest und konnte erst zur Halbzeitpause ins Spielgeschehen eingreifen. Für ihn brachte Fontana den U19-Spieler Manuel Ezberci, der damit ausgerechnet im Spiel des Jahres sein Startelf-Debüt geben musste. Ein paar Unsicherheiten waren wohl der Nervosität und dem Übereifer zuzuschreiben. Trotzdem gab’s am Ende ein dickes Lob: „Er hat seine Sache sehr gut gemacht.“

Und so wurde groß gefeiert: mit Aufstiegs-T-Shirts, die Präsident Sigi Müller überraschend aus dem Hut, beziehungsweise aus mehreren Kartons zauberte. „Davon hat die Mannschaft nichts gewusst“, erzählte der SCF-Chef mit einem zufriedenen Lächeln.

Quelle: fussball-vorort.de

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