Verein wird ab jetzt von drei gleichberechtigten Abteilungsleitern geführt 

BSC Oberhausen: Ein Triumvirat löst den Einzelkämpfer ab

Großes Team, ehrgeizige Ziele: Künftig leiten (vorn von links) Thomas Schnaufer, Franz Bauer und Michael Jungbauer gleichberechtigt die Fußball-Abteilung. Unterstützt werden sie von (Mitte von links) Andreas Betzl, Daniel Höhle, Christian Huber, (hinten von links) Simon Gstattenbauer, Mario Bednar, Martin Sailer und Thomas Kunzendorf.
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Großes Team, ehrgeizige Ziele: Künftig leiten (vorn von links) Thomas Schnaufer, Franz Bauer und Michael Jungbauer gleichberechtigt die Fußball-Abteilung. Unterstützt werden sie von (Mitte von links) Andreas Betzl, Daniel Höhle, Christian Huber, (hinten von links) Simon Gstattenbauer, Mario Bednar, Martin Sailer und Thomas Kunzendorf. oberhausen

Beim BSC Oberhausen ist eine neue Führungsstruktur ausgearbeitet worden. Ein souveränes Oberhaupt gibt es nicht mehr, die Leitung übernehmen drei gleichberechtigte Personen. 

Oberhausen Als sich Thomas Schnaufer im vergangenen November zum ersten Mal mit seinen designierten Mitstreitern traf, um die Zukunft der Fußball-Abteilung des BSC Oberhausen zu entwickeln, bekam er einen Eindruck, auf welche Herausforderung er sich einlassen würde. Der 46-Jährige und sein kleiner Planungsstab schrieben fünf große Seiten mit verschiedenen Aufgaben voll, die alle erledigt sein wollen, wenn es bei den Fußballern wieder rund laufen soll. „Das können vier, fünf Leute nicht machen“, so Schnaufers erste Erkenntnis.

Bis dato war ein Mann federführend gewesen. In den vergangenen zehn Jahren bekleidete Gerhard Bertl nicht nur das Amt des ersten Vorsitzenden, er war auch Mädchen für alles. „Es ist unglaublich, was er alles geleistet hat“, staunt Schnaufer über das Werk des Tausendsassas. Unter Bertls Ägide wurde nicht nur das Sportheim gebaut. In seine Amtszeit fällt auch der größte sportliche Erfolg des BSC, als er 2011 in die Bezirksliga aufstieg und die Klasse zwei Jahre hielt. „Wir haben uns gar nicht vorstellen können, dass er das alles allein hat machen können“, so Schnaufer.

Insgesamt wurden 19 Mitglieder in die neuen Ämter mit eingebunden 

Da die Spezies der Alleinunterhalter langsam ausstirbt, nahmen die Fußballer die Zäsur als willkommenen Anlass, die Abteilung neu aufzustellen. Zahlreiche Einzelgespräche wurden geführt, um möglichst viele Kandidaten für die unterschiedlichen Projekte zu begeistern. Am Ende fanden sich 19 Tatendurstige, die bei der digitalen Mitgliederversammlung zu Amt und Würden kamen. Insgesamt 41 Mitglieder wohnten der Online-Versammlung bei, von denen 33 wahlberechtigt waren. „Das zeigt die Begeisterung, die wir im Vorfeld entfacht haben“, sagt Schnaufer.

Dazu erfuhren die Strukturen des Vereins eine Änderung. Die Kicker rücken ab von einem souveränen Oberhaupt und verteilen die Macht auf die Schultern von drei gleichberechtigten Abteilungsleitern. Franz Johann Bauer fungiert in Zukunft als Ansprechpartner für den Hauptverein,Thomas Schnaufer ist für alle Angelegenheiten rund um den Bayerischen Fußball-Verband zuständig und Michael Jungbauer kümmert sich vor allem um den Nachwuchs in der JFG Hungerbach. „Es gibt keine Hierarchie, jeder hat seine Aufgaben“, definiert Schnaufer die neue Spartenführung als Triumvirat. Neben den Vorsitzenden runden noch Anton Zöchbauer (Schriftführer), Simon Gstattenbauer und Dominik Reindl als 1. und 2. Kassier sowie der Ehrenamtsbeauftragte Mario Bednar den Vorstand ab. Während sich Sabrina Hiller, Tobias Schappele und Sebastian Attenberger nicht mehr der Wiederwahl stellten, arbeiten die beiden ehemaligen Abteilungsleiter in teilweise neuer Funktion weiter mit. Gerhard Bertl ist nun offizieller Stadionsprecher und Andy Ende Technischer Leiter.

Schnaufer: „Fußball-Abteilung des BSC wird sich in Zukunft komplett neu ausrichten“

Der ehemalige stellvertretende Vorsitzende, der auch für den gesamten Nachwuchsbereich zuständig war, heimste sich für seine Verdienste ebenso wie Bertl ein dickes Lob ein. „Ohne Menschen wie diese wäre der Fußball in Oberhausen um ein Vielfaches ärmer“, stellte Schnaufer fest. Endes Erbe treten in der Jugendarbeit Andreas Betzl (Bambini), Daniel Höhle (F-Junioren) und Christian Huber (E-Junioren) an. „Allein an der breiten Teamaufstellung wird schnell klar, dass sich die Abteilung Fußball des BSC Oberhausen zukünftig komplett neu ausrichten wird“, spricht Schnaufer von einer Zeitenwende, die dem Verein bevorsteht. Der Verein hat neue Verantwortungsbereiche geschaffen, etwa den Ehemaligenbeauftragten (Hans Socher), den Techniker (Wolfgang Piatka), den Webmaster (Martin Echtler) und den Stüberl-Wirt (Thomas Kunzendorf und Tobias Schüller).

Allerdings bleibt Fußball in Oberhausen fast ausschließlich Männersache. Auf den zahlreichen Nebenposten findet sich mit Lena Heringer, die die Stadionzeitung redaktionell betreut, nur eine einzige Frau. „Unser Ziel ist es, die Leute auf den Fußballplatz zu bringen, die in den letzten Jahren nicht da waren“, verkündet Schnaufer seine Mission und die seiner Mitstreiter. „Im kleinen Kreis ist ein Feuer entfacht, und das Feuer soll sich auf ganz Oberhausen übertragen.“ Große Worte angesichts einer weltweiten Pandemie. Die neue Führung wird sich daran messen lassen müssen. 

(CHRISTIAN HEINRICH)

Quelle: Merkur.de

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