1. tz
  2. Sport
  3. Amateure

Rowdies legen Fußballbetrieb lahm - Tiefe Furchen auf dem Rasen beim SV Buch

Erstellt:

Kommentare

Tiefe Fahrzeugspuren haben Unbekannte auf dem Rasen des SV Buch hinterlassen. Der Fußballplatz neben dem Vereinsheim kann bis auf Weiteres nicht genutzt werden. Der Sachschaden beträgt 5000 Euro.
Tiefe Fahrzeugspuren haben Unbekannte auf dem Rasen des SV Buch hinterlassen. Der Fußballplatz neben dem Vereinsheim kann bis auf Weiteres nicht genutzt werden. Der Sachschaden beträgt 5000 Euro. © Markus Ostermaier

Unbekannte drehten in der vergangenen Freitagnacht auf dem Fußballfeld Runden mit einem oder mehreren Autos und zerstörten den Rasen. Beim SV Buch ist man stinksauer.

Buch am Buchrain - Die Vandalen haben ganze Arbeit geleistet: Der Rasen weist nun teils tiefe Fahrzeugspuren auf und ist derzeit nicht mehr benutzbar. Der Trainingsbeginn im Februar ist ungewiss. Um die 5000 Euro beträgt der Sachschaden nach Schätzung der Polizei. Als Erster auf die Sachbeschädigung aufmerksam wurde am Samstagmorgen der Schneeräumdienst des Sportgeländes.

Der Bucher Sportverein ist verärgert und vermutet junge, nicht ganz unbekannte Täter. SV-Chef Andreas Viechter schildert die hinterlassenen Spuren als „einen doppelten Mittelkreis“, erläutert der 63-Jährige, der keinerlei Verständnis für die Aktion hat. Wie man nun im matschigen Rasen ebenso feststellen kann, führt eine Fahrzeugspur auf den benachbarten Parkplatz des Schützenvereins.

Viechter erklärt, dass wegen der unterschiedlich starken Abdrücke mehrere Fahrzeuge hinter der Tat vermutet werden – möglicherweise ein VW und ein Mitsubishi. Für den Vorfall gibt es laut dem SV-Vorsitzenden sogar mögliche Augenzeugen. Er vermutet, dass es sich bei den Fahrzeuginhabern um mehrere junge Männer handelt, die schon in der Vergangenheit aufgefallen seien, da sie auf den Sportplatz-Parkplätzen mit ihren Autos das Driften übten. Ein Fahrzeug habe wohl ein Ebersberger Kennzeichen. Mehr über die mutmaßlichen Täter sei jedoch nicht bekannt. „Wir kennen sie nicht, und ich glaube, es sind eher keine Buchner“, sagt der 63-Jährige.

Die aktuelle Fußball-Winterpause kommt dem SV Buch zugute, denn das Spielfeld kann wegen der Gräben im Rasen nicht genutzt werden. „Wenn es richtig gefroren gewesen wäre, wäre der Schaden jetzt nicht ganz so schlimm“, erklärt Viechter. Ob in Buch der örtliche Trainingsbetrieb im Februar wieder starten und ab März Spiele stattfinden können, ist noch ungewiss.

Vermutlich müssen die Unebenheiten in der Wiese mit einer Walze beseitigt und teilweise Rasen neu angesät werden, meint der Vorsitzende. Dies sei aber erst zum Ende des Winters möglich, wenn die Fläche nicht mehr so nass und matschig sei.

Viechter verweist auf andere Herausforderungen des Vereins wie die Personalsorgen im Fußball, die abgemeldete zweite Mannschaft und die vielen wegen Corona abgesagten Veranstaltungen. „Die Zeit ist eh schon nicht einfach für Vereine, und dann kommen auch noch solche Sachen dazu.“ Der 63-Jährige stellt sich die Frage: „Was muss einem eigentlich einfallen, dass man auf einem Fußballplatz Rallye fährt?“

In der Vergangenheit war der SV Buch immer wieder von Vandalismus-Ereignissen wie eingeschlagenen Fensterscheiben oder Müllverschmutzungen betroffen. Vor etwa zehn Jahren war schon einmal ein angetrunkener Autofahrer auf dem Fußballplatz unterwegs gewesen.

Der Verein macht sich Gedanken, wie der Platz besser abgesichert werden kann. Eine Kameraüberwachung sei wohl aus Datenschutzgründen schwierig, bedauert der SV-Chef. Eventuell könnten rund um den Fußballfeld noch weitere Sitzgelegenheiten oder andere Hindernisse entstehen, die den Weg auf die Spielfläche versperren. Aber: „Schön ist das Einzäunen nicht, und es kostet ja auch etwas“, sagt Viechter. (Markus Ostermeier)

Auch interessant

Kommentare