Kupka lässt nicht locker

Rebellion gegen die Gutsherren

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Bündnis "Rettet die Amateurvereine": Kupka (l.), mit Uwe Cygan (Garching), treibt die Sache voran.

Das Bündnis „Rettet die Amateurvereine“ wächst - Initiator Engelbert Kupka, langjähriger Präsident der SpVgg Unterhaching: „So etwas kann auch der DFB nicht in den Kamin stecken“

München – Am Tag danach hatte Engelbert Kupka nichts von seinem Angriffsmut eingebüßt. „Wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung“, sagte er über das Treffen des Aktionsbündnis „Rettet die Amateurvereine“, man könne ja nicht von heute auf morgen eine große Rebellion erwarten. „Die Amateure sind bisher nie in Erscheinung getreten, das muss wachsen.“ Am Donnerstagabend hatten sich laut Kupka 30 Vereinsvertreter versammelt, allerdings sei es vielen gar nicht möglich gewesen, unter der Woche anzureisen. „Wir haben bis jetzt schon über 250 Klubs auf unserer Seite“, so Kupka, „aus Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Berlin – das alles zeigt uns, dass wir mit unserem Thema absolut richtig sind.“

Der nächste Schritt wird ein Schreiben an die DFB-Spitze Reinhard Grindel und Rainer Koch sein, „das wollen wir so schnell wie möglich auf den Weg bringen, und da wollen wir Antworten auf unsere Fragen, damit es ab sofort kein Herumgerede mehr geben kann“, so der langjährige Präsident der SpVgg Unterhaching. „Es hat sich so viel angestaut, uns erreicht so viel Wut und Enttäuschung – so etwas kann man nicht einfach in den Kamin stecken, auch als DFB nicht.“

Kupka hat das Bündnis gegründet, weil er die Verteilung der TV-Gelder im deutschen Fußball für ungerecht hält. Ihn verstimmt, dass er bei seinen Vorstößen bisher immer ignoriert wurde, „beim DFB verfährt man da nach Gutsherrenart, so ganz nach dem Motto: Ihr habt doch trocken Brot und ein Dach über dem Kopf – also was wollt ihr denn?“ Und dass der DFL-Chef Christian Seifert in dieser Woche in einem Atemzug Rekordumsätze im Fußball-Oberhaus sowie die Angst vor Übersättigung publizierte, ist für den 78-Jährigen „eine Farce: Herr Seifert spricht von Übersättigung, und die Amateure verhungern regelrecht. Aber innerhalb des DFB gibt es einfach keine Streitkultur. Da geht es immer nur so: Wir da oben – ihr da unten!“

Die Projekte des Verbands zur Unterstützung der Amateurszene seien „reine Alibi-Veranstaltungen“, so Kupka, „da kriegen die Klubs Leibchen mit dem Slogan ,Unsere Amateure. Echte Profis’ – daran sieht man doch, dass die an der Spitze völlig den Boden unter den Füßen verloren haben und nicht verstehen, worum es den Kleinen geht.“ Viel mehr wäre geholfen, die Bürokratie zu entschlacken und die Gebühren zu senken.

Zudem wird Kupka nicht müde, angesichts der immens gestiegenen Einnahmen eine Anpassung des Grundlagenvertrags zugunsten der Amateure zu fordern. „Für die Profis geht es da eigentlich nur um Peanuts, aber es gibt keine Solidarität zur Basis“, echauffiert sich der Jurist. Der größte Vorteil der Profis sei die Unwissenheit der Amateure, die Kupka nicht ausreichend vertreten sieht: „Normalerweise prägen Institutionen Menschen, Menschen prägen Institutionen – aber in dem Fall fehlen diese Menschen.“ Der Trend sei eindeutig – und geht in Richtung Rebellion, sofern sich genügend Vereine auflehnen. „Keiner hat gesagt, das ist Blödsinn, im Gegenteil. Alle sind sich einig, dass wir in dieser Sache am Ball bleiben müssen.“

In Zukunft wird man sich verstärkt über das Internet organisieren. Unter der Adresse „facebook.com/amateurfoerderung/“ können Interessierte alles um die Initiative abrufen. „Wir werden das Thema in den nächsten Monaten immer großflächiger platzieren, bis es keiner mehr übergehen kann“, sagt Kupka. „Es wird nicht von null auf hundert gehen – aber wir lassen nicht locker.“ 

Quelle: Merkur.de

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