Zurück zu vergessenen Tugenden: Jung, wild und attraktiv

Christoph Schmitt wird SVH-Trainer

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Alles im Griff: Christoph Schmitt (links) als Trainer und Lennart Hasenbeck als Assistent übernehmen dem SV Heimstetten im Sommer.

Nicht nur Ismaning und Unterföhring setzen nach dieser Saison auf neue Trainer, sondern auch der SV Heimstetten: Dort wird Christoph Schmitt den Bayernligisten übernehmen, der überdies eine Neuausrichtung anstrebt.

Beim jüngsten Heimspiel des SV Heimstetten ist Christoph Schmitt als Zuschauer an der Bande gestanden – wie so oft, seitdem er 2015 seine Fußballkarriere beendet hat. In der Hand hielt der 31-Jährige eine Babyschale, in der sein wenige Wochen altes Töchterchen schlummerte. Privat hat für den frisch gebackenen Vater also eine neue Herausforderung begonnen, und eine weitere Herausforderung – diesmal sportlicher Natur – steht ihm kurz bevor. Denn im Sommer wird Christoph Schmitt neuer Cheftrainer beim SV Heimstetten.

Es ist dies eine bemerkenswerte Personalentscheidung – in dreierlei Hinsicht. Erstens hat Schmitt noch nie im Seniorenbereich trainiert. Zweitens soll nach der Vorstellung von Manager Michael Matejka mit dem Amtsantritt des neuen Coaches und dessen Co-Trainer Lennart Hasenbeck auch eine „Neuausrichtung“ des Klubs erfolgen. Und dann ist da noch drittens der Zeitpunkt der Verkündung: kurz vor dem Saisonendspurt, während der SVH noch um den Aufstieg ringt, und nur wenige Wochen, nachdem Borislav Vujanovic den zurückgetretenen Heiko Baumgärtner als Trainer beerbt hat.

„Klar ist der Zeitpunkt nicht ideal“, räumt Matejka ein. „Aber wir wollten fair gegenüber dem neuen Trainerteam sein. Denn Christoph und Lenni müssen schon jetzt mit der Kaderplanung für nächste Saison beginnen.“ Was einen direkt zur geplanten Neuausrichtung bringt. So will der Manager die „regionale Bindung“ des Klubs wieder stärken, die – das sagt er offen – „gerade in unserer Zeit in der Regionalliga ein wenig verloren gegangen ist“. Statt teurer Neuzugänge, die vor ihrer Verpflichtung kaum mal einen Fuß nach Kirchheim gesetzt haben, sollen Talente aus der Region geholt werden. Zudem will man auf die eigene Jugend setzen, die nach langer Durststrecke und dem Ausflug in eine JFG inzwischen „richtig gute Talente“ hervorbringe, sagt Matejka.

Verantwortlich hierfür ist nicht zuletzt Christoph Schmitt, seit zehn Jahren Jugendtrainer beim SVH und aktuell Nachwuchskoordinator. In diesem Bereich habe er eigentlich auch bleiben wollen, sagt er – bis Matejka ihm kurz nach dem Baumgärtner-Rückzug den Trainerposten der Bayernligaelf anbot. „Für mich kam das total überraschend“, sagt Schmitt, zumal er einräumt, trotz eines „sehr guten Drahts“ zu Matejka bei sportlichen Fragen kaum mal einer Meinung mit dem Manager zu sein. Nach kurzer Bedenkzeit habe er jedoch zugesagt – „schließlich ist das für mich und in meinem Alter auch eine Riesenchance.“

Wobei ihm wichtig gewesen sei, sein eigenes Trainerteam zusammenstellen zu dürfen, betont Schmitt. Neben Lennart Hasenbeck – von 2012 bis 2013 Spieler beim SVH und zurzeit Coach in Neuried – sollen weitere Verstärkungen in dem Bereich folgen. Überdies bestätigen Schmitt wie Matejka: Anders als bisher wird die Kaderplanung vorwiegend in den Händen der Trainer liegen. Wobei der designierte Coach beim Thema Neuausrichtung in die Kerbe des Managers schlägt: „Als ich 2005 nach Heimstetten gekommen bin, waren wir die jungen Wilden und sind mit attraktivem Offensivfußball in die Bayernliga aufgestiegen.“ Danach jedoch habe der Klub vermehrt auf arrivierte Spieler ohne Wurzeln in der Region gesetzt, vor allem zu Regionalligazeiten. „Davon wollen wir weg, und uns stattdessen wieder in Richtung junge Wilde orientieren“, sagt Schmitt, der jedoch betont: „Das ist keine Sache, die von heute auf morgen geht, sondern das wird ein paar Jahre dauern.“

Text: Patrik Stäbler

Quelle: fussball-vorort.de

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