Ein Schubser beendet Profi-Träume

Wie der Profi-Traum von Fabian Lüders platzte

+
Hartnäckig: Fabian Lüders (l.) arbeitet sich von der SVH-Reserve hoch zur Stammkraft in der Bayernliga.

SV Heimstetten - Fabian Lüders ist auf dem Sprung in die USA gewesen: Nur seinetwegen kamen zwei College-Trainer nach Heimstetten. Doch dann riss sich der 22-Jährige das Kreuzband und mit einem Schlag platzten all seine Zukunftsträume.

Der erste Gedanke von Fabian Lüders ist: „Kreuzbandriss!“ Und keinen Augenblick später schießt es ihm in den Kopf: „Das war’s mit den USA!“ Und weiter: Das war’s mit dem Traum vom Profi-Fußball, das war’s mit dem Master-Abschluss in Amerika, das war’s mit der Lebensplanung fürs nächste Jahr. Doch der Reihe nach.

Der 13. Februar ist ein grauer Nachmittag, der SV Heimstetten empfängt den Bayernligarivalen aus Kirchanschöring zum Testspiel. Zehn Minuten vor Schluss gerät Fabian Lüders nahe der Eckfahne mit einem Gegner aneinander; es ist kein Foul, nur ein leichter Schubser – doch mit schweren Folgen. „Mir war sofort klar, dass es das Kreuzband ist“, sagt Lüders rückblickend.

Nun ist eine solche Knieverletzung für jeden Fußballer bitter, doch im Fall des 22-Jährigen kommt eine besondere Tragik hinzu. Denn acht Tage zuvor standen beim Test gegen Eching zwei Trainer aus den USA im Sportpark – nur wegen Lüders. Sie kamen von Colleges aus Atlanta und New York, und beide wollten den Verteidiger für nächste Saison verpflichten. „Es gab ein konkretes Angebot, das ich nur noch nicht unterschrieben hatte“, erzählt Lüders.

Schon früher hat er mit einem Auslandsjahr geliebäugelt, doch nun wäre der Zeitpunkt perfekt: Lüders hat sein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaft abgeschlossen, in den USA will er noch einen Master draufsatteln – und dazu Fußball spielen. „Ich hätte ein Sportstipendium erhalten, das alles bezahlt: Studiengebühren, Unterkunft, Essen“, zählt Lüders auf. Und dann ist da noch sein großer Traum: „Wenn du eine starke Collegesaison spielst, wirst du beim Draft vielleicht von einem amerikanischen Profi-Team gewählt. Das wäre meine letzte Chance, womöglich noch Profi zu werden.“

Wäre, hätte, könnte – all das ist seit jenem Februartag Geschichte. Statt USA-Pläne zu schmieden, muss sich Lüders unters Messer legen; als wäre das nicht genug, entzündet sich das Knie. „Im Moment kann ich das Bein kaum bewegen. Ich brauche Krücken und kann nicht mal Socken anziehen ohne Hilfe“, sagt Lüders. „Das einzig Positive ist, dass das Antibiotika angeschlagen hat, und es jetzt so aussieht, als müssten sie das Knie nicht noch mal öffnen.“

All das erzählt Lüders im Tonfall eines Tagesschausprechers – ohne Frust, ohne Verzweiflung. „Was soll ich jetzt noch hadern?“, fragt er. „Ich versuche, das Beste draus zu machen.“ Keine Frage, Lüders will kämpfen, zurückkommen und wieder für den SVH spielen. Dass er hartnäckig ist, hat er schon bewiesen – damals, als er nach seinem Wechsel aus der Löwen-Jugend in die Zweite Mannschaft des SVH degradiert wurde.

Andere, denen es ähnlich erging, verließen den Verein – nicht so Lüders: Er spielte ein Jahr im Bezirksligateam, stieg zur Führungsfigur auf und kehrte auf diesem Weg in den Bayernligakader zurück. Dort avancierte er diese Saison zur Stammkraft, und auch jetzt betont Trainer Heiko Baumgärtner: „Wenn die Verletzung überhaupt etwas Positives hat, dann dass Fabian in Heimstetten bleibt. Wir glauben an ihn und werden ihn unterstützen, damit er zurückkommt.“ Und auch für Lüders steht fest: „Ich will in Heimstetten bleiben. Hier fühle ich mich wohl – sportlich und menschlich.“

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesen

Traum-Ergebnis! Hachinger Aufstieg zum Greifen nahe
Traum-Ergebnis! Hachinger Aufstieg zum Greifen nahe
FFB im Freudentaumel: Der SCF hält die Klasse direkt
FFB im Freudentaumel: Der SCF hält die Klasse direkt
Schmöller im Meister-Interview: "Drei Tage durchfeiern"
Schmöller im Meister-Interview: "Drei Tage durchfeiern"
Pummer: "Werde dem Verein auch künftig verbunden bleiben"
Pummer: "Werde dem Verein auch künftig verbunden bleiben"

Kommentare