Copado: „Wir müssen ausmisten“

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Francisco Copado, Sportlicher Leiter bei der SpVgg Unterhaching

Unterhaching – Viele Wochen herrschte Vorfreude auf die neue Drittliga-Saison und ein endlich erfolgreicheres Auftreten der SpVgg Unterhaching.

Zwei Wochen läuft nun der Spielbetrieb – und seit zwei Wochen herrscht Frust. Kein Sieg, kein Tor, Platz 17 lautet die traurige Realität. Nun sind weitere Verstärkungen die am lautesten diskutierte Lösung. Schon im nächsten Spiel soll die Mannschaft ein neues Gesicht haben, wie der Sportliche Leiter Francisco Copado bestätigt.

Herr Copado, wie urteilen Sie über den Saisonstart?

Der war nicht, wie wir ihn uns vorgestellt haben. Natürlich ist auch in der Vorbereitung einiges unglücklich gelaufen und es sind Verletzungen dazwischengekommen. Aber so haben wir jetzt ein klares Bild bekommen. Diese vier Spiele haben uns auch ein Stück die Augen geöffnet.

Und was gibt es zu sehen?

Zum Beispiel, dass das Spielermaterial, das zum Teil schon seit zwei Jahren hier ist, nicht ausreicht für die Dritte Liga. Viele Spieler bringen die Qualität einfach nicht mit.

Sie werden neue Spieler testen und wollen unbedingt nachlegen?

Das müssen wir. Wir haben jetzt ein Wochenende Pause und wollen dann im Heimspiel gegen Erfurt neu anfangen. Bis dahin müssen Verstärkungen her. Wir suchen hauptsächlich Stürmer, eventuell auch einen defensiven Mittelfeldspieler.

Dann herrscht Eile, woher sollen die Verstärkungen kommen?

Wir haben einige Spieler ins Probetraining eingeladen, ein anderer macht noch einen Medizincheck. Wir wollen schon diese Woche was machen, damit wir gegen Erfurt mit den neuen Jungs auflaufen können. Dass wir zwei Stürmer und einen Mittelfeldspieler kriegen, ist realistisch. Bleibt natürlich die Frage, wie viel der Verein uns an Budget noch zur Verfügung stellt.

Damit würde der Kader immer größer und teurer. Ist das drin?

Wir haben jetzt gesehen, was Sache ist, also auch, was wir ausmisten müssen. Es werden nicht nur Spieler kommen, sondern auch gehen. Wir haben mindestens sieben Spieler zu viel im Kader, die die nötige Qualität nicht haben. Einige werden wir in die zweite Mannschaft zurückstufen oder auch abgeben.

Im Sturm ist das Problem am größten. Es sind nur wenige Angreifer im Kader, und die treffen nicht. War es fahrlässig, alle vier Stürmer der letzten Saison auf einmal abzugeben?

Fahrlässig war das definitiv auf keinen Fall. Sie waren lange genug da, für höhere Ansprüche hat es nicht gereicht. Wir wollten der Mannschaft ein neues Gesicht geben und neue Stürmer haben. Dass wir nicht so gut besetzt sind, wussten wir.

Das Gespräch führte Christian Amberg.

Fünf Kandidaten im Test

Möglichst bereits bis zum Wochenende soll der personelle Nachschlag bei der SpVgg als fix vermeldet werden. Fünf Kandidaten gibt es, die getestet werden. Auf der Liste ganz oben steht der Däne Mark Nygaard, ein 33-jähriger Stürmer mit dem Gardemaß von 1,96 Meter, der zuletzt beim FC Ingolstadt im Probetraining war und dort schon fast verpflichtet war. Ihn nennt Haching- Trainer Klaus Augenthaler unumwunden „genau so etwas, was wir uns vorstellen“. Nygaard absolvierte sieben Länderspiele für Dänemark, spielte unter anderem bei den Queen’s Park Rangers in England, Brescia Calcio in Italien und dem FC Heerenveen, MVV Maastricht und Roda Kerkrade in Hollands erster Liga.

Ein zweiter Isländer gibt ab heute seine Visitenkarte ab: Gardar Johannsson (30) stand in der Rückrunde in Rostock unter Vertrag, traf in 14 Partien drei Mal. Aus Finnland kommt der in Russland geborene 23-jährige Aleksandr Kokko, zuletzt in der Heimat beim FC Hondo Espoo. Er war vor zwei Jahren Torschützenkönig der finnischen Liga und U21-Nationalspieler. Ein weiterer Kandidat ist der Deutsch-Marokkaner Abdenour Amachaibou (23) vom FC Türkiyemspor. Er stammt aus der Jugend von Borussia Dortmund und stand dort in der Saison 2006/07 auch im Profikader. Bilanz 2009/10: 27 Spiele, elf Tore für den Nord-Regionalligisten aus Berlin. Ein möglicher Neuzugang fürs defensive Mittelfeld und Ersatz für Roman Tyce, der nun doch wieder einige Wochen ausfallen wird, ist Tim Jerat. Der 28-Jährige spielte vergangene Saison beim Drittliga-Absteiger Holstein Kiel (29 Einsätze). Die beiden Testspieler, die sich letzte Woche im Sportpark vorstellten, kommen für einen Vertrag nicht in Frage.

caLeit

Quelle: fussball-vorort.de

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