Ungewissheit und Sorgen über die Zukunft des Fußballs

Corona: kein Hallenfußball  - Torsten Horns Besorgnis über den Jugendfußball

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Fünf Monate kein Fußball: Jugendspielgruppenleiter Torsten Horn hofft, dass der Nachwuchs bei der Stange bleibt.

Jugendspielleiter Torsten Horn ist besorgt über die Zukunft des Jugendfußballs in Bayern. Er bemängelt, dass es einen Wandel gibt, der schlecht für den Hallenfußball ist.

Freising – Wer ein echter Fußballer ist, für den gibt es keine Winterpause. Im Normalfall wird – sofern es das Wetter erlaubt – bis Ende November draußen gespielt – danach geht’s in die Halle. Vor allem im Juniorenbereich erfreuen sich die Hallenkreismeisterschaften seit vielen Jahren großer Beliebtheit. Manch einem, so ist immer mal wieder zu hören, macht der schnelle Budenzauber unterm Dach sogar mehr Spaß als eine ellenlange Freiluft-Saison bei Wind und Wetter.

Doch diesen gewohnten Normalfall wird es – wegen Corona – in diesem Jahr nicht geben. Die offiziellen Indoor-Meisterschaften hat der Bayerische Fußball-Verband (BFV) längst abgesagt, und auch ein Alternativprogramm gestaltet sich für viele Landkreisvereine schwierig. Es mangelt oftmals an ausreichend Hallenkapazitäten, darüber hinaus gibt es strenge Vorschriften, die schwer einzuhalten sind, weshalb die Klubs aus Vorsichtsgründen lieber auf Fußball in der Halle verzichten.

Fünf Monate ohne Fußball hinterlassen Spuren bei den Vereinen 

Sorgenvoll sieht Jugendspielgruppenleiter Torsten Horn – in normalen Jahre verantwortlich für die Hallenrunde – dass in der anstehenden Winterpause wohl kaum ein Nachwuchsfußballer die Halle für seinen geliebten Sport von innen sehen wird. Kopfzerbrechen bereitet ihm, dass fünf Monate ohne Fußball bei den Vereinen Spuren hinterlassen werden. Horn befürchtet, dass in einer so langen Zeit einige die Lust am Fußball verlieren, und dann ganz aufhören.

Schon in den vergangenen Jahren habe sich ein Schwund bemerkbar gemacht, was auf ein verändertes Freizeitverhalten der jungen Menschen zurückzuführen sei. Fußball stehe längst nicht mehr die Sportart im Fokus. Und sollte die gesamte Winterpause fußballlos bleiben, „wird uns die Thematik noch Jahre Beschäftigen“, sagt der Funktionär.

Sein Wunsch, dass man wenigsten die Halbsaison draußen noch vernünftig über die Runde bringen kann, erfüllte sich nicht. Alle angesetzten Juniorenpartien wurden abgesagt.

Alternativen müssen her 

Indes hat Torsten Horn die Hoffnung, dass die Verantwortlichen für Alternativen sorgen können und werden, damit in der Halle, wenn auch in kleinerem Rahmen dennoch der Ball rollt. So sind nach seinen Worten – sogar vom BFV abgesegnet – Kurzturniere, „ohne viel Schnickschnack außenrum“, möglich. Das Hygiene-Konzept sieht vor, dass alle 120 Minuten gelüftet werden muss und die Duschen geschlossen bleiben. Das alles sei machbar, wenn nur zwei oder drei Teams zusammenkommen.

Mit dem gestrigen Montag und dem Lockdown light haben sich allerdings Planungen oder Spekulationen eh – zumindest für Freizeitaktivitäten in der Halle, zumindest für vier Wochen – von selbst erledigt. Und wenn eine Rückkehr möglich ist, wann immer das sein wird, dann haben oder müssen die eigentlichen Indoor-Sportarten bei der Nutzung der Hallen Vorrang haben.

Jetzt bleibt nur die große Hoffnung, dass die fußballlose Zeit unbeschadet an den Vereinen vorübergeht, die Nachwuchskicker bei der Stange bleiben und im Frühjahr wieder mit viel Spaß an der Freud dem Ball nachjagen.

(Matthias Spanrad)

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