FC Bayern stellt 100.000 Euro zur Verfügung

Corona-Pandemie: Auszeichnung für TSV Hohenbrunn und SV-DJK Taufkirchen

Auf dem vorläufigen Höhepunkt der Corona-Krise versorgten die Fußballer des TSV Hohenbrunn die Münchner Tafel mit Lebensmitteln.
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Auf dem vorläufigen Höhepunkt der Corona-Krise versorgten die Fußballer des TSV Hohenbrunn die Münchner Tafel mit Lebensmitteln.

Neben der SV-DJK Taufkirchen und dem TSV Hohenbrunn hat der BLSV und die FC-Bayern-Hilfe weitere 18 Vereine wegen ihres Engagements in der Corona-Krise ausgezeichnet. 

Hohenbrunn/TaufkirchenAls „Sportliche Helden in der Krise“ geehrt zu werden, das ist keine alltägliche Sache. Groß war dementsprechend die Freude zweier Traditionssportvereine aus dem südlichen Landkreis, bei der namensgleichen Kampagne des Bayerischen Landessportverbandes und der FC-Bayern- Hilfe als Sieger geehrt zu werden. Der SV-DJK Taufkirchen und der TSV Hohenbrunn sind unter jenen 20 Preisträgern zu finden, die sich in schwierigen Pandemiezeiten vonseiten der Vereine in den Kategorien „zamhalten, zamfitbleim, zamsammeln und zamhelfen“ besonders hervorgetan haben. Rund 200 Sportvereine aus Bayern hatten sich mit kreativen Projekten und Konzepten um ein Preisgeld von jeweils 3500 Euro beworben.

In Taufkirchen und Hohenbrunn mit besonderem Erfolg. Ein Blick hinein in die Krisenerfolgstorys dieser beider Vereine eröffnet Perspektiven für ein zeitgemäß anspruchsvolles Vereinsleben.

TSV Hohenbrunn

„Zamsammeln“. Besonders dieses Kampagnen-Motto hatten sich die Sportler des TSV Hohenbrunn auf die eigenen Fahnen geschrieben. Vorreiter der Aktion im Verein war dabei die Fußballabteilung. Die sportliche Corona-Zwangspause nutzten die Ballartisten auf besondere Weise mit einer Spendenaktion für den Verein Münchner Tafel. Der Hilfeverein zur Versorgung armer und bedürftiger Menschen mit ausreichend Lebensmitteln war gerade durch Corona in eine dramatische Situation gerutscht. Einerseits waren die Bedarfe sehr hoch, andererseits war es im Lockdown schwierig, an ausreichend Sachspenden zu kommen. Ein Team der Fußballer knüpfte Kontakte zum karitativen Dienstleister und bereitete die Aktion in krisenbedingt als Videokonferenzen durchgeführten „Brainstorming-Aktionen“ vor. Schließlich war die Idee einer „Tafelchallenge“ geboren. Dazu gehörte neben einer großen Sammelaktion von Lebensmitteln im Verein und dessen gemeindlichem Umfeld auch eine Aktion mit Blickrichtung auf Vereine der Umgebung. Nach der eigenen Sammelaktion „nominierten“ die Hohenbrunner weitere Vereine, die wiederum andere ins Boot holten. So sollte eine starke solidarische Welle entstehen.

TSV Hohenbrunn will Aktion jetzt jedes Jahr durchführen

Die Hohenbrunner Aktion selbst war „generalstabsmäßig“ geplant. Am Karfreitag wurden die Spenden kontaktlos von Spielern und Funktionären in und um Hohenbrunn herum eingesammelt. Im Vereinsheim wurden die Waren geprüft und sortiert. Mit einem eigens organisierten Transporter wurde die Münchner Tafel am Tag darauf von den Hohenbrunnern beliefert. Zudem bedachte man den regionalen „Tisch Südost“ noch mit einer Geldspende. Auch die Challenge für die Nominierten sollte erfolgreich verlaufen. „Viele Geld- und Sachspenden kamen so für die Ärmsten zusammen“, freuten sich die TSV-Vorsitzende Sinaida Heckmaier und Sebastian Heidrich vonseiten der Fußballabteilung. „Es konnte so ganz vielen Menschen bedürftigen Menschen in sehr harter Zeit geholfen werden“, betonte Heidrich. Die Fußballer wollen nun jedes Jahr eine solche Aktion durchführen. „Es gibt im Verein aber auch noch etliche andere Helfer“, betonte Heckmaier.

Bereits kurz nach dem Lockdown hätten Trainer und Betreuerinnen fast aller Abteilungen des rund 3300 Mitglieder starken Vereins Online-Trainingseinheiten, Videos oder virtuelle Wettbewerbe für den Nachwuchs angeboten. Soziale Kontakte über das Netz wurden vereinsintern und nach draußen aufgebaut und intensiviert. Für die Altenheime bastelte eine TSV-Gruppe kleine Osterdekorationen. „Wir rücken eindeutig enger zusammen“, fasst Heckmaier die soziale Synergie im TSV zusammen.

Das anteilige Preisgeld von 3500 Euro will man beim TSV in die Anschaffung von Trainingsmaterialien stecken und für Vereinsveranstaltungen und Mitmachangebote sowie für eine Teamaktion der Fußballer verwenden. „Wir sind begeistert, einer der Preisträger zu sein“, so Heckmaier. Begeisternd war auch das Engagement beim TSV.

SV-DJK Taufkirchen

„Zamfitbleim“ ist jene Kategorie überschrieben, die den Taufkirchener Sportfreunden vor allem Siegerlorbeer eintrug. „Kurz nach der Sperrung der Sportanlagen im März hat der SV-DJK einen Sofortmaßnahmenkatalog erstellt, um präsent zu bleiben und die 2700 Mitglieder sofort weiter mit Sport versorgen zu können“, fasst der Präsidiums-Vorsitzende Michael Schaub das Initiativkonzept seines Vereins zusammen. „Solidarität mit den Sportlern zeigen, Flagge zeigen, aktiv sein, unterstützen, wo es geht und füreinander dasein“ – laut Schaub die wichtigen Hauptdisziplinen in angespannter Pandemiezeit. Was dabei herauskam, ist ein ganzer Katalog an sinnstiftenden Maßnahmen. Ein Lockdown-Kursplan mit 28 Onlinekursen pro Woche sollte in der Folge für Kinder und Jugendliche, erwachsene und Gesundheitssportler sowie Risikogruppen entstehen.

SV-DJK erhält 3.500 Euro

Dazu gesellte sich die kostenfreie Leihe von Sportgeräten oder Online-Fitness-Treffs mit zeitweise über 100 Teilnehmern gleichzeitig. „Mit einer Streuung bis nach Spanien“, berichtet Schaub stolz. Im Angebot des Vereins auch vertreten: Übungen und Spiele für die Kleinen, Rezepte zum Nachkochen, Bastelideen.

Auch in Taufkirchen gingen die Fußballer mit gutem Beispiel voran. In der Nachbarschaftshilfe sprangen sie als Einkaufshilfen für jene ein, die nicht konnten oder sich nicht vor die Türe trauten. Für die Frauenklinik wurden im Verein Mund-Nasen-Bedeckungen nach Anleitung genäht. Nur einige Beispiele für beispielhaftes Wirken eines Sportvereins mit starker sozialer Komponente. „Wir sind sehr stolz auf unser gesamtes Team und auf unsere Mitglieder – gemeinsam stark auch in der Krise“, fasste Schaub zusammen. Die Jury sah das genauso und bedachte die Taufkirchner mit einem 3500-Euro Siegerscheck, der in verschiedene Aktionen des Vereins fließen soll. Die „Helden in der Krise“ werden auch hier soziale Lösungen finden.

FC Bayern stellt 100 000 Euro zur Verfügung

Insgesamt 100 000 Euro hatte die FCBayern-Hilfe dem Bayerischen Landessportverband (BLSV) für dessen Kampagne „Sportliche Helden in der Krise“ zur Verfügung gestellt. Zuvor hatten viele „Rote“ auf eine Rückerstattung ihrer Ticketausgaben für Spiele ohne Zuschauer in der Allianz-Arena verzichtet und dem karitativen Hilfe-Verein zur Verfügung gestellt. 

Ein Drittel der Spendensumme ging in die Förderung des Nachwuchsleistungssports der Bayerischen Sportstiftung. 70 000 Euro wurden an 20 ausgewählte Vereine wie den TSV Hohenbrunn und den SV-DJK Taufkirchen ausgeschüttet. Insgesamt rund 200 Vereine aus dem gesamten Freistaat hatten sich beworben. BLSV-Präsident Jörg Ammon zeigte sich von der Ideenvielfalt der bayerischenVereinebeeindruckt: „Unsere Jury hatte bei dieser Kampagne die Qual der Wahl und musste sich aus einer enormen Bandbreite an herausragenden Projekten für die 20 Siegervereine entscheiden. Ich bin restlos begeistert vom Ideenreichtum und dem sozialen Engagement unserer Vereine.“

FC Bayern will Vereine belohnen

Benjamin Folkmann vom FC Bayern unterstrich die Bedeutung der Kampagne für die Gesellschaft. „Die Coronakrise hat auch die unzähligen ehrenamtlich geführten Sportvereine in Bayern teilweise existentiell betroffen. Idee war, die Vereine zu belohnen, die in der Krise den Kopf nicht in den Sand gesteckt und lamentiert haben, sondern sich selbstlos für die Gesellschaft engagieren und kreativ für das Vereinsleben unterwegs sind.“ Das Konzept der Kampagne ist voll aufgegangen.

(Harald Hettich)

Quelle: Merkur.de

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