„Das war die 15 Euro wert“

Nach der Pause gekommen, auf den letzten Drücker getroffen: Marco Bläser feiert. Foto: Stefan Rossmann

SV Heimstetten - Irgendwann wird der SV Heimstetten Marco Bläser zur Kasse bitten - und doch dürfte der Stürmer seinen Geldbeutel mit einem Grinsen zücken. „Diese fünfzehn Euro sind es wert“, kommentiert der 32-Jährige jene Strafe, die er für seine Gelbe Karte beim 3:3-Remis gegen den TSV Rain berappen muss. Denn vorausgegangen ist ein Emotionsausbruch, wie ihn wohl selbst der Routinier bislang selten erlebt hat.

Schließlich war die Partie für sein Team eigentlich schon gelaufen: Mit 1:3 liegt Heimstetten zurück - es droht die zweite Heimpleite nach der 0:6-Klatsche gegen den FC Bayern II. „Von der Psyche wäre das alles andere als optimal gewesen“, sagt Trainer Rainer Elfinger. Doch seine Elf zeigt Moral, kommt durch Rafael Mayer zum 2:3 (86.) - und dann folgt jene Schlussminute, die kein Hollywood-Regisseur besser hätte inszenieren können: Gewühl im Strafraum, die SVH-Kicker reklamieren Elfmeter, doch die Pfeife des Schiedsrichters bleibt stumm, irgendwie landet der Ball vor Bläsers Füßen und instinktiv schaufelt der Stürmer die Kugel ins Netz.

Der Last-Minute-Treffer ist der Auftakt zu einem Jubelsturm, der Spieler, Trainerteam und Zuschauer erfasst. Mittendrin ist der Torschütze, der sein Trikot vom Leib reißt und dafür Gelb sieht. „Gefühlt war das wie ein Sieg“, wird Elfinger später sagen. „Dass wir so eine Situation überstehen und das Spiel noch drehen, das macht mir Mut für die nächsten Aufgaben.“

Und dann ist es auch noch ausgerechnet Bläser, der trifft. Jener Bläser, der erst in der Halbzeit gekommen ist; von dem sein Trainer gesagt hatte, „er ist noch nicht so weit“; der zwar das 1:1 mit einem Hackentrick vorbereitet, aber danach eine Riesenchance kläglich vergibt. „Wenn ich den auch noch reingemacht hätte, wäre es ein bisschen zu viel des Guten gewesen“, scherzt der 1,90-Meter-Hüne nach dem Spiel und fügt ernst hinzu: „Für die Moral war dieser Punkt unglaublich wichtiger.“ Und damit mehr Wert als 15 Euro.

Patrik Stäbler

Quelle: fussball-vorort.de

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