„Das waren irreguläre Bedingungen“

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Bedröppelte Mienen beim Hachinger Trainerduo Claus Schromm (sitzend) und Man uel Baum – im Schneegestöber-Spiel gegen Wehen-Wiesbaden ließ sich die SpVgg durch einen frühen Doppelschlag aus dem Konzept bringen.

Unterhaching - Null Punkte im Fußball-Jahr 2013, dritte Pleite in Folge. Die Stimmung bei der SpVgg Unterhaching war nicht nur wegen der eisigen Temperaturen im Nachholspiel gegen Wehen-Wiesbaden unterkühlt.

von Christian Amberg

Der größte Unmut richtete sich dabei gegen den Schiedsrichter. Die Analyse des Nachholspiels gegen den SV Wehen-Wiesbaden fiel bei Hachings Teamchef Manuel Baum zunächst recht knapp aus. Ausführlicher und sichtbar angefressen kommentierte er dagegen die Tatsache, dass Referee Sven Jablonski überhaupt angepfiffen hatte. Eine wenige Minuten kurze Platzbegehung hatte ihm ausgereicht, um zu entscheiden: Auf dieser Schneedecke kann gespielt werden.

Trainer und Funktionäre waren da ganz anderer Meinung.„Ich finde, dieses Spiel hätte nie angepfiffen werden dürfen“, wetterte Baum, „das waren irreguläre Bedingungen. Es ist völlig unerklärlich, dass dieses Spiel heute stattgefunden hat. Wir sind wirklich total verärgert.“ Und er fügte gleich hinzu: „Das hätte ich auch gesagt, wenn wir gewonnen hätten.“ Kollege Peter Vollmann vom Kontrahenten aus Hessen pflichtete ihm bei: „Mir wäre auch lieber gewesen, wenn wir nicht gespielt hätten.“

Wann ist ein Platz bespielbar?

Es entbrennt immer wieder die gleiche Frage: Wann ist ein Platz bespielbar? Der Boden war nicht gefroren, damit war für den Schiedsrichter alles im grünen Bereich. Ein Fußballspiel auf schmierigem Schneeboden hat allerdings kaum reguläre Umstände, am Dienstag litten darunter vor allem die Hachinger. „Es war ein sehr schweres Spiel auf diesem Platz, unser Kurzpassspiel war gar nicht möglich“, sagte Abwehrchef Daniel Hofstetter. Die SpVgg verlegte sich notgedrungen auf lange Bälle – ohne Erfolg. „Man hat gesehen, dass die Jungs Automatismen drinhaben, die nicht für diese Platzverhältnisse geschaffen sind“, so Cheftrainer Claus Schromm.

Allerdings gab Manuel Baum auch zu: „Eine Ausrede soll das nicht sein. Dass wir die zwei Tore bekommen haben, hat nichts mit den Schneeverhältnissen zu tun.“ Gerade zehn Minuten waren gespielt, da hatten die Gäste mit zwei schnellen Treffern bereits den Grundstein für den Auswärtssieg gelegt. „Wir haben danach versucht unsere Taktik anzupassen, aber das ist uns nicht so gut gelungen“, so Baums weitere Analyse. „Erst in der zweiten Halbzeit haben wir das besser geschafft. Aber man muss auch zugeben, dass wir bis auf eine Chance, die der Torwart pariert hat, auch nicht viel zu bieten hatten.“

Trotz der äußeren Bedingungen blieb festzuhalten: Die SpVgg eine völlig harmlose Vorstellung. Der Fehlstart in die zweite Saisonhälfte ist damit perfekt, am Samstag wartet im nächsten Heimspiel der Tabellen-Zweite VfL Osnabrück. Keine leichte Aufgabe, die Mannschaft wieder aufzurichten und auf dieses schwere Spiel einzustimmen, möchte man meinen.

Doch das Selbstvertrauen im Team scheint nicht verloren gegangen zu sein. „Auf den letzten 70 Minuten können wir schon aufbauen“, befand Kapitän Stephan Thee, „da haben wir alles versucht und uns kämpferisch nichts vorzuwerfen. Jetzt brauchen wir am Samstag wieder Zählbares. Wir müssen uns aus dem Loch rauskämpfen.“

Quelle: fussball-vorort.de

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