Haching-Präsident im Interview

So denkt Manni Schwabl über die 50+1-Regel

Für die SpVgg Unterhaching würde die Abschaffung der 50+1-Regel laut Manfred Schwabl kaum Veränderungen nach sich ziehen. Foto: Brouczek (Archiv)

Fußball-Deutschland disktuiert über die 50+1-Regel. Die DFL signalisiert Bereitschaft zu einer Reform. Haching-Präsident Manni Schwabl sieht Gefahren und Möglichkeiten beim Einstieg von Investoren.

Im deutschen Profi-Fußball scheint die Stimmung in den Vereinen zu kippen. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) ließ durchblicken, dass in absehbarer Zeit die 50+1-Regel zur Disposition stehen könnte. Das würde bedeuten, dass Investoren mehr Einflussmöglichkeiten in den Vereinen hätten. Wie es in den finanzstarken Ligen in England, Spanien und Frankreich längst der Fall ist. Wir sprachen darüber mit Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching.

Herr Schwabl, wie stehen Sie der 50+1-Regelung generell gegenüber?

Wie immer gibt es zu einem solchen Thema ein Für und Wider. Grundsätzlich kann ich der Meinung der DFL folgen,. Wenn man diese Regelung öffnet, dann könnte es Fremdeinkünfte für Vereine von Investoren geben, die dann das alleinige Sagen haben.

Wo sehen Sie die größten Gefahren und Möglichkeiten bei einer eventuellen Abschaffung dieser Regelung?

Die Hauptsorge von vielen ist, dass Investoren Vereine als reine Rendite-Objekte betrachten könnten. Das kann dann schnell in die verkehrte Richtung gehen. Andererseits wird natürlich diskutiert, dass mit einer weiter bestehenden 50+1-Regelung vor allem England oder Spanien dem deutschen Fußball davonlaufen könnten und man deshalb diese Reglementierung in Deutschland abschaffen müsse.

Wie sehen aus Ihrer Sicht mögliche Lösungsansätze aus?

Ich denke, es sollte jeder Verein selbst entscheiden können, ob er eine solche Regelung umsetzen will und einem Investor zu 100 Prozent die Stimmrechte übergibt. Da man bei vielen Vereinen eine solche Entscheidung ja mit seinen Mitgliedern diskutieren muss, sehe ich dieses Thema relativ relaxt.

Was würde eine Abschaffung der 50+1-Regel konkret für die SpVgg Unterhaching bedeuten?

Es wäre nicht anders, als es jetzt ist. Wir wollen ja die Fußball-Abteilung so oder so in diesem Jahr ausgliedern. Wir möchten dies in einem verträglichen Maß anstreben und nur Investoren ins Boot nehmen, die komplett unser Konzept mittragen. Es soll so bleiben, dass der Verein immer das Heft des Handelns behält.

Quelle: fussball-vorort.de

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