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Basler im Interview: „Der Titel ist vergeben“

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„Die zweiten Mannschaften müssen raus!“ Basler ist kein Fan der Reserve-Teams.

München – Mario Basler spricht im Interview mit dem Münchner Merkur über die Meisterschaft, Attacken von Hoeneß – und einen Gang ins Kanzleramt.

Mario Basler, 42, hat am Samstag die Prioritäten klar verteilt: Erst liegt der Fokus auf dem Drittligastart mit seinem Wacker Burghausen gegen den FC Bayern II, dann wird er in aller Ruhe das Duell seines Herzensklubs 1. FC Kaiserslautern mit seinem früheren Arbeitgeber FC Bayern anschauen. Im Fernsehen – „denn ins Stadion schaffe ich es da leider nicht mehr“.

Herr Basler, Sie haben es an diesem Wochenende zwei Mal mit dem FC Bayern zu tun: Als Burghausens Coach mit der zweiten Münchner Mannschaft, anschließend spielt „Ihr“ FCK in der Allianz Arena – die wichtigere Partie ist trotz allem die eigene, oder?

Klar. Es ist noch nicht vorentscheidend, aber ein wichtiges Spiel – der Verlierer sitzt erst mal hinten fest. Aber ich bin zufrieden mit unserer Vorbereitung und guter Dinge, dass wir das auch rüberbringen. Ich glaube, dass beide Mannschaften die Klasse halten.

„Neuer ist bei Schalke besser aufgehoben“

Die zweiten Mannschaft müssen raus! Die sollen eine eigene Liga ausspielen, vielleicht mit dem Anreiz, dass der Sieger einen Fix-Platz im Pokal kriegt. Diese zweiten Mannschaften bringen dem Rest nichts, sie helfen nicht weiter. Wir werden das jetzt wieder erleben: Die Bayern-Profis spielen zeitgleich, da werden nach Burghausen vielleicht fünf Fans mitkommen. So ist das auch bei Bremen II, bei Stuttgart II – da hat man dann 20 Euro Einnahmen davon. Andere Klubs bringen 2000 Fans, man muss das nur mal hochrechnen: Da geht locker ein Spielergehalt flöten. Die Herren beim DFB tönen immer: Dritte Liga, Profifußball – aber selber machen sie sich keine professionellen Gedanken, wo das Geld herkommt. So bleiben immer mehr Traditionsklubs auf der Strecke.

Wie ist Ihr Trainer-Plan? Sie waren ein Star – da muss Liga eins reizen.

Einen Plan gibt es nicht, da müssen ja auch die Vereine mitspielen. Aber natürlich ist die Erste Liga mein Ziel – und Lautern mein Traum. Mein Haus steht da, meine Familie lebt da, mein Herz schlägt da.

Sie sagten mal, dürften Sie 24 Stunden lang machen, was Sie wollen, würden Sie 20 Stunden im Kanzleramt Ihre Meinung sagen und dann vier Stunden versuchen, den FCK zum reichsten Klub der Welt zu machen.

(schmunzelt) Naja, es muss jetzt nicht unbedingt der reichste Verein der Welt werden. Aber ich würde es dem Klub und der Region einfach gönnen, dass man fester Bestandteil der Bundesliga ist.

Und der Kanzleramt-Besuch bleibt reizvoll.

Oh ja, sogar sehr.

Was würden Sie denn da gerne anstoßen?

Ach, da gibt es vieles. Kleines Beispiel: Ich hab’ ja auch mal in Katar gespielt acht Monate. Da gibt es keine Arbeitslosen. Hier sagen ja Leute, sie gehen nicht arbeiten, weil sie dann nur 100 Euro mehr verdienen als sie an Arbeitslosengeld bekommen. Manche sind so dreist und verdienen ihr Geld im Schlaf. Ich würde hier jeden, der Arbeitslosengeld haben will, wie in Katar in einen Supermarkt stellen. Zum Tüten einpacken. Oder an die Tanke, Autos putzen. Damit wäre allen geholfen – zum Beispiel der alten Dame, die schwere Einkäufe vom Supermarkt heimschleppen muss.

Zum Fußball: Wie sehen Sie den jungen Thomas Kraft im Bayern-Tor?

Man sollte jungen Spielern eine Chance geben. Kraft hat sich das verdient – und wenn er gut ist, kann sich Bayern 20, 30 Millionen Ablöse sparen. Ich finde sowieso, dass Manuel Neuer bei Schalke 04 besser aufgehoben ist.

Weiteres Diskussionsthema in München ist die Zukunft von Mark van Bommel. Was meinen Sie?

Van Bommel ist nach wie vor der wichtigste Spieler bei den Bayern. So einen Mann darf man nicht wegschicken. Der marschiert voraus, der haut dazwischen – solche Typen sind wichtig. Es gibt andere, die fliegen durch die Luft ohne dass es einen Körperkontakt gab – und van Bommel stellt sich den Dingen. Ich drücke ihm die Daumen, dass er mit Bayern die Champions League gewinnt. Das würde ihn unsterblich machen. Ich denke, das ist heuer möglich.

Dabei kracht es immer wieder zwischen Louis van Gaal und der Bayern-Führung. Ist das kein Problem?

Wenn Uli Hoeneß was sagt, steckt immer etwas dahinter. Ich habe noch nie erlebt, dass er jemanden ohne Grund attackiert. Aber die Beiden sind groß und alt genug, um sich zusammenzuraufen.

Sie selbst mussten als Spieler ja auch nicht selten bei Hoeneß antanzen . . .

Oh, ich war wirklich oft in seinem Büro. In der Regel wurde es laut, aber wir haben auch viel gelacht. Hoeneß ist der beste Manager, den es je gab. Und ein feiner Mensch. Mit dem warst du mal wunderbar über Kreuz, aber er konnte auch wunderbar verzeihen. Und ich hab’ ihm auch oft verziehen, weil er ja nicht immer ganz Recht hatte, wenn er mich attackiert hat – zumindest aus meiner Sicht (grinst). Das einzig Unfaire war, dass ich ihm nie eine Geldstrafe aufbrummen durfte, er mir natürlich schon.

Sie waren ein Typ. Die sind inzwischen selten geworden. Klaus Augenthaler sagt, Bastian Schweinsteiger sei ein Typ. Teilen Sie diese Meinung?

Er ist auf seine Art ein Typ. Nicht so einer wie Effenberg oder Basler oder auch van Bommel. Aber er reift zur Führungspersönlichkeit, und er hat ja noch ein paar Jahre vor sich. Ich schaue ihm gern zu, wie er derzeit so spielt.

Hätten Sie jemals gedacht, dass ein Japaner wie Dortmunds Shinji Kagawa die Bundesliga aufmischt?

Ach, es gibt so viele gute Fußballer auf der Welt, von denen wir noch nichts wissen – mal sehen: Vielleicht mischt bald ein Vietnamese die Bundesliga auf. Aber Kagawa ist schon stark. Der BVB ist insgesamt stark. Ich sage mal, wir haben Dortmund zum Meister aufgebaut, wir haben gegen die zu Anfang der Saison ja gleich im Pokal verloren – ich hoffe, der Jürgen Klopp erinnert sich da dran und kommt mal zum Testspiel. An Dortmunds Meisterschaft gibt es keinen Zweifel – an die kommt kein Mensch mehr dran. Dieser Titel ist bereits vergeben.

Interview: Andreas Werner

Quelle: fussball-vorort.de

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