Köllners Taktikschüler fordern Schromms Luxuskader

Claus Schromm: „Für uns ist es das Spiel des Jahres“

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Zuletzt lief es nicht bei der SpVgg Unterhaching.

Nach dem Derby ist vor dem Derby. Den Löwen ist bewusst, dass das 1:1 gegen Bayern erst an Wert gewinnt, wenn sie auch vom Nachbarschaftsduell in Unterhaching Zählbares mitbringen.

München/Unterhaching –  Michael Köllner rechnet mit „harter Gegenwehr“ seitens der angeschlagenen Gastgeber (zuletzt 0:3 in Magdeburg). Verbal fing sein Trainerkollege schon gestern damit an. „Wir haben diese Saison drei Chancen, die Löwen zu schlagen“, sagte Claus Schromm: „Die erste haben wir verdaddelt (3:4 n.E. im Totopokal/Red.), die zweite wollen wir nutzen. Für uns ist es das Spiel des Jahres.“ Wie die beiden Kontrahenten sportlich aufgestellt sind, zeigt unser Vergleich.

Trainer

Die Löwen-Profis scheinen Bierofka-Nachfolger Köllner angenommen zu haben. Sein Optimismus kommt an – ebenso das detailversessene Arbeiten in kleinen Gruppen. Der Fußballlehrer kann aber auch auf Oberlehrer machen. „Wer die Inhalte kapiert, spielt. Wer länger braucht, sitzt draußen“, sagte er über den Lernstoff dieser Trainingswoche: „Wie in der Schule. Wer in der Stunde fehlt, tut sich halt schwerer.“ Schromm in Haching muss schon lange keinem mehr etwas beweisen. Der Ex-Löwe sieht die SpVgg als Langzeitprojekt an, hat das Regionalliga-Aufstiegsteam behutsam zum Zweitliga-Spitzenteam aufgebaut und wird auch nicht infrage gestellt, wenn mal alles schief läuft wie in der Rückrunde 2018/19.

Taktik

Köllner schreibt nicht nur Bücher über Taktik – er referiert auch gerne darüber und fertigt für jeden Gegner einen individuellen Matchplan an. Auch das sogenannte „In-Game-Coaching“ ist eines seiner Steckenpferde, also das Umstellen während eines Spiels (wie in der zweiten Halbzeit Bayern). Schromm ist diesbezüglich nicht ganz so nerdig unterwegs. „Was nützt die beste Taktik, wenn ich mich im Eins-gegen-eins nicht durchsetzen kann?“, sagt der Hachinger Coach: „Es gibt im Fußball ein paar Grundkomponenten – wenn die nicht erfüllt sind, wird es mit jedem System schwer.“

Team

Für Köllners Geschmack ist der Löwen-Kader fast ein bisschen zu groß. Erst recht, wenn jetzt nach und nach die Langzeitverletzten zurückkehren. Allerdings: Je schneller Chefsechser Moll und die „Unterschiedspieler“ Karger/Bekiroglu zurückkehren und ihr altes Leistungsniveau erreichen, desto schneller könnte ein Haken hinter das Minimalziel Klassenerhalt gemacht werden. Bei der Spielvereinigung, die ja den Aufstieg anpeilt, ist man stolz auf das hohe Niveau von Position 1 bis 18. „Für mich ist es der beste Kader ever, seit ich in Haching bin“, sagt Schromm. Stürmer Dominik Strohl-Engel merkte an: „Hier sind 17 Spieler, die eigentlich unzufrieden sein müssten, weil sie nicht von Anfang an spielen.“

Trend

Bei 1860 zeigt die Formkurve nach oben, das Team wirkt gefestigt. Selbst die jüngsten Turbulenzen haben keinen Ergebnisknick ausgelöst, im Gegenteil. Mölders und Co. holten zwei Siege und ein Derby-1:1 – mit drei verschiedenen Trainern an der Seitenlinie. In Haching geht man gelassen mit der jüngsten Formdelle um (sieben Spiele, nur ein Sieg). „Wir haben doch noch gar nicht Rückrunde, oder?“, scherzt Schromm und fügt hinzu: „Wir haben zwei Spiele verloren und hatten bis letzte Woche die beste Abwehr der Liga. Mal sehen, vielleicht spricht man nach dem nächsten Spiel wieder über unsere starke Offensive.“ Schromms Erwartung demnach: Viele Hachinger Derbytore. ULI KELLNER

Quelle: Merkur.de

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