BFV-Präsident Koch hält „juristisches Schauspiel“ für beendet

Türkgücü tobt nach DFB-Pokal-Urteil und geht vor Bundesgerichtshof

Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny kanzelt das Nürnberger Schiedsgericht als „Micky-Maus-Gericht“ ab und kündigt den Gang zum Bundesgerichtshof an.
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Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny kanzelt das Nürnberger Schiedsgericht als „Micky-Maus-Gericht“ ab und kündigt den Gang zum Bundesgerichtshof an.

Türkgücü München geht nach der juristischen Niederlage in die Offensive und wählt harte Worte in Richtung Schiedsgericht und BFV. Rainer Koch hingegen sieht keine Versäumnisse.

  • Nach dem Urteil des Schiedsgerichts am Dienstag droht eine juristische Schlammschlacht zwischen dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) und Türkgücü München
  • Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny redet sich in Rage und will den Fall vom Bundesgerichtshof prüfen lassen. 
  • BFV-Präsident Rainer Koch sieht bei sich und dem Verband keine Versäumnisse und geht davon aus, dass das „juristische Schauspiel“ beendet ist.

München - Der Frust saß tief bei Türkgücü München. Am Dienstag warteten die Vereinsverantwortlichen den ganzen Tag auf einen Anruf aus Nürnberg und hofften bis zur letzten Sekunde auf eine positive Rückmeldung. Die Entscheidung des Nürnberger Schiedsgerichts fühlte sich dann wie ein Schlag in die Magengrube an. Der Traum vom DFB-Pokal-Spiel gegen Schalke 04 war nun endgültig geplatzt

Türkgücü München: Max Kothny bezeichnet Schiedsgericht als „Micky-Maus-Gericht“

Stattdessen darf der 1. FC Schweinfurt 05 die Pokal-Bühne betreten. Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny ging jedoch gleich in die Offensive. Auf Nachfrage unsere Zeitung gab er bekannt, dass sie "das fragwürdige Urteil" nun "intensiv prüfen" werden: „Wir werden den Entscheid des Schiedsgerichts so nicht akzeptieren können und beraten über die weiteren Schritte." 

Was können weitere Schritte sein? Die Münchner können in jedem Falle eine Schadensersatzklage erheben, zudem wolle man "den Fall vor dem Bundesgerichtshof prüfen lassen", so Kothny. Der Verein von Präsident Hasan Kivran erkennt das Urteil des Schiedsgerichts also nicht an. "Es liegen grobe kartellrechtliche Verstöße vor", sagte Kothny unserer Zeitung. Gegenüber diversen Medien bezeichnete der 23-Jährige das Schiedsgericht zudem als "Micky-Maus-Gericht." 

BFV-Präsident Rainer Koch sieht keine Versäumnisse: „Das war nicht blauäugig“

Die heftigen Reaktionen zeigen, dass es in dem Zwist zwischen Türkgücü München und dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) längst nicht mehr nur um einen Justiz-Streit geht. Die Fronten zwischen Verein und Verband sind verhärtet, die Vertrauensbasis zerstört. Im Raum steht auch die Frage, ob es nicht blauäugig vom BFV war, bei einem Vieraugengespräch im Brenner-Grill eine mündliche Vereinbarung mit Türkgücü zu treffen. 

Hier zu sagte Präsident Rainer Koch gegenüber Fussball Vorort/FuPa Oberbayern: „Das war nicht blauäugig. Ich habe mich getroffen, um eine juristische Klärung mit vorzubereiten. Es wäre in jedem Fall zur Klage gekommen. Keine Entscheidung wäre von allen Betroffenen akzeptiert worden.“ Der promovierte Jurist sieht es so: „Dem Verband ist es egal, wer aufsteigt und wer im DFB-Pokalwettbewerb spielt. Uns ist jeder Verein gleich viel wert.“ 

Streit zwischen BFV und Türkgücü: Rainer Koch hält „juristisches Schauspiel“ für beendet

Was ihm außerdem wichtig ist: „Die Diskussion wurde immer darauf verkürzt, wer in den DFB-Pokal und in die 3. Liga kommt. Aber es ging um mehr. Die Entscheidung war verknüpft mit weiteren Fragen: Abbruch oder Fortsetzung der Saison? Was passiert mit dem Pokal-Startplatz 2021/22? Wie wird die Aufstiegsfrage kommende Saison geregelt? Wir als Verband haben diese Interessen auszugleichen. Das haben wir getan.“ 

Das Pokalspiel zwischen Schweinfurt und Schalke wird nun am 3. November (16.30 Uhr/Sky) ausgetragen werden. Koch schrieb am Dienstag auf Facebook: "Geht´s raus und spielt´s Fußball", das "wochenlange juristische Schauspiel" sei nun beendet. Bei Türkgücü wird man das anders sehen, für den Verein ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

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