Dirigent, Lautsprecher, Stabilisator

„Quasi wie ein Kapitän“: Ilker Yildiz bei Vatanspor Freising vor Startelfdebüt

Spielszene mit Ilker Yildiz im Trikot des SE Freising.
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Zurück in der Savoyer Au: Ilker Yildiz spielte viele Jahre beim SEF – jetzt übernimmt er bei Vatanspor Freising Verantwortung auf dem Platz.

Der langjährige SEF-Kapitän Ilker Yildiz ist zurück in der Savoyer Au und soll nun dem Kreisklassisten Vatanspor Freising Stabilität verleihen.

Freising – Es läuft die 63. Minute der Partie Vatanspor gegen Paunzhausen, als Ilker Yildiz den Platz betritt und damit auf die Bühne des Freisinger Fußballs zurückkehrt. „Ich habe mich der Mannschaft zur Verfügung gestellt, obwohl ich noch nicht so fit bin. Doch ich wollte direkt etwas bewegen“, rekapituliert der 37-Jährige seinen ersten Einsatz. Vatanspor führt zu diesem Zeitpunkt schon klar mit 4:1 und muss nicht mehr wirklich um den Dreier bangen, am Ende steht’s 6:2. Trotzdem verändert Yildiz direkt das Spiel: „Er hat das richtig gut gemacht und uns enorm viel Stabilität gebracht“, analysiert Vatanspors Teammanager Tamer Bulkurcu. Yildiz zeigte, was ihn ausmacht: „Ich habe mich engagiert und gemerkt, dass die Jungs mich sofort akzeptiert haben“, erläutert der Mittelfeldspieler. Das ist auch Bulkurcu nicht verborgen geblieben: „Er hat direkt die Mannschaft dirigiert – quasi wie ein Kapitän.“

Wer, wenn nicht Yildiz, wäre geeignet, eine solche Rolle einzunehmen? Der 37-Jährige war bis vor drei Jahren Kapitän beim Landesligisten SE Freising. Bei den Lerchenfeldern hatte Yildiz nahezu seine gesamte Karriere verbracht. Seit 2002 war der Mittelfeldmann, abgesehen von kürzeren Engagements in Attaching und Moosinning, für den SEF aktiv und ein Stabilitätsanker des Teams. Dann entschloss er sich 2018 zu einem Schritt in eine andere Richtung: „Man wird ja auch nicht jünger, und außerdem bin ich inzwischen Vater. Bei Freising war der Aufwand einfach sehr groß, das wollte ich mir sparen. Zudem war das Trainerangebot natürlich verlockend.“ Yildiz wurde Spielertrainer beim A-Klassisten SpVgg Eichenkofen.

Der Kontakt zu Teammanager Tamer Bulkurcu besteht schon seit einigen Jahren

Dieses Engagement endete dann im vergangenen Herbst. Yildiz störte dort die mangelnde Trainingsbeteiligung. Jetzt macht der Freisinger erstmal wieder den Schritt zurück auf den Platz. Dass er sich für Vatanspor und gegen höherklassige Angebote entschied, hat zunächst wieder einen praktischen Grund: „Ich bin Freisinger und muss bereits zur Arbeit am Tag 100 Kilometer pendeln.“ Zudem habe man sich bei Vatanspor schon länger um ihn bemüht. Der Kontakt zu Teammanager Tamer Bulkurcu besteht schon seit einigen Jahren.

Yildiz: „Ich möchte immer gewinnen und dabei viel reden.“

Bei Vatanspor Freising soll Yildiz direkt Verantwortung übernehmen. „Er ist schon eine Granate“, betont Bulkurcu. „Er kann uns viel Erfahrung mitgeben.“ Und auch der Fußballer ist sich sicher, dass er etwas zum Erfolg beitragen kann: „Egal ob Kreisklasse, A-Klasse oder Bezirksliga – ich möchte immer gewinnen und dabei viel reden.“ Von welcher Position aus er das tun wird, ist noch recht offen. Erstmal kann Yildiz helfen, die ersatzgeschwächte Vatanspor-Defensive zu stabilisieren, und auf der Sechs spielen. Doch auch als Zehner oder in der Verteidigung sind laut Bulkurcu Einsätze möglich. Yildiz ist da flexibel, er möchte vor allem „mit meinen vorletzten Pässen das Spiel lenken“.

Der 37-Jährige will auf dem Platz Verantwortung übernehmen – langfristig hat er die Trainerrolle aber noch nicht aufgegeben: „Ich möchte das noch machen, vielleicht ergibt sich da zur neuen Saison was.“ Bis dahin wird Yildiz als Spieler coachen, am Dienstagabend (19.30 Uhr) in Unterbruck könnte er in der Startelf stehen. „Ich bin absolut bereit, dem Team zu helfen.“

Sebastian Bergsteiner

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