Keine Vorstandsnachfolge in Sicht

Droht dem TSV Eching die Auflösung?

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„Wir kriegen das hin“, appellierte Bürgermeister Josef Riemensberger (l.) an die Versammlung, gemeinsam anzupacken. Nur bei der Sanierung der Anlage könne die Gemeinde finanziell unterstützen.

TSV Eching - Nur noch kommissarisch wird der TSV Eching auf unbestimmte Zeit gelenkt. Bei der Mitgliederversammlung am Freitagabend fand sich kein Nachfolger für den Vorsitzenden Bernd Hill. Die Finanzlage beim TSV ist der zentrale Knackpunkt.

Die Kulisse mit 100 Mitglieder im bis auf den letzten Platz besetzten Echinger Sportheim wir beachtlich und war doch ein Hinweis dafür, dass niemanden die Zukunft des Vereins egal ist. Indes: Diese an vorderster Stelle zu gestalten und in die Fußstapfen von Bernd Hill zu treten, der sein Amt nach vier Jahren zur Verfügung stellte, das wollte keiner oder es traute sich keiner zu. Deshalb bleibt Hill einstweilen oder besser notgedrungen mit der zuvor von der Versammlung entlasteten Vorstandschaft im Amt.

Echings Bürgermeister Josef Riemensberger, der nun nicht mehr als Wahlleiter fungieren musste, ging noch einmal auf die finanziell prekäre Situation des TSV ein und machte unmissverständlich klar: „Den wirtschaftlichen Betrieb können wir nicht unterstützen.“ Die Bilanzen und Verbindlichkeiten des TSV waren zuvor intern ausführlich diskutiert worden.

Echings Gemeindeoberhaupt ist sich im Klaren darüber, dass die in die Jahre gekommenen Anlagen einer Erneuerung und Modernisierung bedürfen. Er stellte in Aussicht, die Unterhaltung der Sportstätten zu unterstützen, machte zugleich aber deutlich, dass auch andere Vereine wirtschaftliche Probleme und Wünsche haben. Dennoch verbreitete Riemensberger eine gute Portion Zweckoptimismus und äußerte zuversichtlich: „Wir kriegen es hin“, wenn alle gemeinsam anpacken.

Durchwachsen gestaltete sich der Bericht von Vorsitzenden Bernd Hill über die Ereignisse im vergangenen Jahr. Einen neuen Pächter für die vereinseigene Sportgaststätte am Stadion an der Dietersheimer Straße zu finden, hat sich nach seinen Worten nicht so einfach gestaltet, nachdem der langjährige Wirt Reinhard „Sage“ Sagermann nach 23 Jahren eine neue Wirkungsstätte gefunden hatte. Schließlich habe man sich für die Lecker Schmecker Bäcker Knäcker GmbH entschieden, unter deren Leitung das Sportheim seit Mitte Januar wieder bewirtschaftet wird. Seitens des Pächters stellte Mitarbeiter Mario Bösewächter in der Versammlung ein paar Ideen vor, wie die Gaststätte neu gestaltet werden könnte. Angedacht wird unter anderem, die Terrasse einzuhausen, die damit den Charakter eines Wintergartens erhalten würde.

Den im Spiel- und Sportbetrieb stehenden Mannschaften stellte Vorsitzender Hill danach ein gutes Zeugnis aus. Ein kleiner Wermutstropfen im Freudenbecher: Nach wie vor ist man auf der Suche nach Teambetreuern. Die Berichte der verschiedenen Abteilungs- und Spartenleiter schlossen sich an.

Ein besonderes wichtiges Aushängeschild des Vereins ist sein Nachwuchs. „Der TSV hat die meisten Jugendabteilungen im Landkreis“, sagte Abteilungsleiter Patrick Mücke nicht ohne Stolz. 15 Jugendteams stehen im Spielbetrieb und werden von 33 ehrenamtlichen Übungsleitern betreut. Auch eine A-Jugend konnte wieder etabliert werden und sowohl die B- als auch die D1- und D2-Junioren dürfen sich Herbstmeister nennen.

Auf die Landesligamannschaft mit ihrem Trainer Alfred Ostertag warte eine schwere Rückrunde, prognostizierte Fußball-Abteilungsleiter Hans Wieser. Ostertag selbst zeigte sich optimistisch, das gemeinsam anvisierte Ziel „Klassenerhalt“ zu erreichen. Derzeit sind die Zebras Zwölfter, aber „es ist wenig Luft nach unten“. Wieser appellierte an die Versammlung, die Heimspiele der Ersten zu besuchen. Nächste Gelegenheit ist am 12. März, 15 Uhr, gegen den Kirchheimer SC.

Der zentrale Knackpunkt für die Zukunft des fast 70-jährigen Traditionsvereins bleibt unverändert die Finanzlage. Schatzmeister Wolfgang Nagl erläuterte die unabwendbaren Investitionen, die der Verein schultern müsse. Nach seinen Worte ist es dringend notwendig, in den kommenden zwei Jahren 200 000 Euro für die Sanierung der Außenanlagen in die Hand zu nehmen. Auch im Sportheim rechne man mit Investitionskosten von zirka 125 000 Euro.

Der Interimsvorstand ist nun gefordert, nicht nur den Verein vor einer Auflösung zu bewahren, sondern auch möglichst bald einen Kandidaten für den Vereinsvorsitz aus dem Hut zu zaubern – kein leichtes Unterfangen.

Text: Ulrike Wilms

Quelle: fussball-vorort.de

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