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Überraschung: TSV Ebersberg in der Bayernliga

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Freude über den historischen „Ausrutscher“ vlnr: Rene Sabatke, Lasse Geldner, Gabi Schindele, Karsten Borgmann, Matthias Bader, Ricarda Herter, Alexander Röck, Stefan Schmidt, Ute Rupprecht, Thomas Mitterer, Ulrik Jansson, Michael Straus.
Freude über den historischen „Ausrutscher“ vlnr: Rene Sabatke, Lasse Geldner, Gabi Schindele, Karsten Borgmann, Matthias Bader, Ricarda Herter, Alexander Röck, Stefan Schmidt, Ute Rupprecht, Thomas Mitterer, Ulrik Jansson, Michael Straus. © VEREIN

Ebersberger Badmintonspieler zum 30. Jubiläum durch glückliche Umstände erstmals aufgestiegen.

Ebersberg – Ausgerechnet zum 30-jährigen Gründungsjubiläum hat die Badmintonabteilung des TSV Ebersberg einen historischen „Ausrutscher“ nach oben auf die Landesbühne vollführt. Eigentlich, so Teamsprecher Karsten Borgmann, war die erste Mannschaft mit bescheidenen Erwartungen in die abgelaufene Bezirksoberliga-Spielzeit gestartet. Bloß kein Abstieg und sicher und stressfrei im Mittelfeld einordnen. „Nie hätten wir damit gerechnet, dass wir um den Aufstieg mitspielen. Aber erstaunlicherweise hat genau das jetzt geklappt!“

Eine Verkettung vieler glücklicher Umstände habe die Kreisstädter erfolgreich durch die Corona-Unwägbarkeiten dieser in vielerlei Hinsicht außergewöhnlichen Spielrunde manövriert. „In der Zusammenstellung der Mannschaften waren wir in puncto Infektionen vergleichsweise gut unterwegs und mussten nur einen Spieltag kampflos absagen. Dazu konnten wir viele enge Spiele glücklich und knapp gewinnen.“

Bei Duell mit Neubiberg-Ottobrunn sah es noch knapper aus

Neben Ausnahmespieler Matthias Bader, der disziplinübergreifend 19 seiner 21 Matches gewann, hätten dazu vor allem die beiden Damen im Team, Ute Rupprecht (Mixed/ Doppel) und Ricarda Herter (Einzel/ Doppel), mit überdurchschnittlich vielen Punktgewinnen beigetragen.

Dennoch: So eindeutig wie das Leistungsgefälle zwischen Vizemeister Ebersberg und dem Verfolgerfeld, angeführt vom Drittplatzierten TSV Neubiberg-Ottobrunn III, in der Abschlusstabelle wirken mag, sei es am Netz keinesfalls gewesen; wenngleich die beiden direkten Duelle mit Neubiberg jeweils 6:2 an die Ebersberger gingen.

Am Anfang war April bahnt sich Aufstieg an

Auf Anfang April, also drei Wochen vor dem letzten Spieltag, verortet TSV-Abteilungsleiterin Gabriele Schindele den internen Kipppunkt. „Da haben wir gesehen: Ui! Wir rutschen in der Tabelle hoch. Da haben einige angefangen, zu träumen.“ Es war bereits absehbar, dass es nicht zum direkten Aufstieg und Meistertitel reichen würde, den sich der SV Lohhof II ohne Niederlage sicherte.

Doch Fortuna zwinkerte abermals gen Kreisstadt. „Lohhof kann oder will nicht aufsteigen, deshalb steigen wir jetzt direkt in die Bayernliga auf“, freut sich Borgmann. „Ohne Relegationsrunde.“ Ohne Fragezeichen geht Borgmanns Team das sportlich größte „Abenteuer“ seit der Abteilungsgründung 1992 allerdings nicht an.

Ab jetzt nur noch in vollständiger Besetzung

So überlege beispielsweise Matthias Bader, ob er die Bayernliga-Premiere überhaupt begleiten könne. „Wir versuchen ihn natürlich noch zu überzeugen, werden die Mannschaftszusammenstellung aber definitiv verändern müssen“, so fürchtet Borgmann, das stärkste Herren-Doppel der Ebersberger zu verlieren.

Dafür wolle man zwei talentierte Verstärkungen aus der eigenen Jugend ins kalte Bayernliga-Wasser schmeißen. Zudem schließt Abteilungsleiterin Schindele den „ein oder anderen externen Neuzugang“ nicht aus. Ab jetzt darf zudem nur noch in vollständiger Besetzung angetreten werden (mindestens vier Herren plus zwei Damen) und jeder Heimverein muss einen offiziellen Schiedsrichter an Spieltagen benennen.

TSV-Abteilungsleiterin: „Auch wir haben Zweifler“

Zeitaufwand und Reisekosten erhöhen sich selbstredend mit. „Einige Vereine haben deshalb schon auf den Aufstieg verzichtet und auch wir haben im TSV Zweifler dabei“, sagt Schindele. „Mein Tenor war aber schon bei unseren beiden letzten Aufstiegen: Probieren und Erfahrungen sammeln.“ Das kann Borgmann nur bestätigen und fügt hinzu: „Und wenn das Abenteuer Bayernliga nach einem Jahr wieder vorbei ist, okay. Daran gehen wir nicht kaputt.“

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