Echings Trainer Leitl will unter die ersten Fünf

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Vincenzo Potenza (m.) ist ein Kandidat für die Nummer sechs im defensiven Mittelfeld des TSV Eching.

TSV Eching - Trotz einer nicht gerade verheißungsvollen Vorbereitung hat der TSV Eching große Ziele. In der Landesliga Südost soll ein Platz unter den ersten Fünf her. Morgen gastieren die Zebras zum Auftakt in Plattling.

Von Nico Bauer

Anpfiff ist um 16 Uhr. Rainer Leitl hatte schon als Spieler ein schier unerschütterliches Selbstvertrauen. Nun, wo er Trainer ist, hat sich das keinen Deut geändert. Die Vorbereitung des TSV Eching war eine mittlere Katastrophe und die 0:5-Pleite in der Pokalqualifikation gegen Garching fast ein Offenbarungseid. Der Coach lässt sich aber nicht aus der Ruhe bringen und hält vor dem Auftaktspiel bei der SpVgg Plattling (Samstag, 16 Uhr) an seinem Saisonziel fest: unter den besten fünf Mannschaften der neuen Liga mitzuspielen.

Die Begründung des Ziels ist typisch für die gerne mal bayerisch grantelnde Kultfigur Leitl: „Irgendeiner muss ja mal eine klare Ansage machen.“ Als Basis dieser „Ansage“ dient die Rückrunde in der Landesliga 2011/12, die aus drei Gruppen bestand – und gut das Feld nach oben reichte in die Bayernliga. Nun gibt es fünf Gruppen; und die Landesliga ist in den Augen von Leitl eher eine bessere Bezirksoberliga. Seine Mannschaft wiederum war in der ehemaligen Landesliga kurz vor dem Saisonende noch Vierter der Rückrundentabelle. Mit diesen Erfolgen, so scheint es, erarbeitete sich das Team die Vorgabe, nun vorne mitspielen zu müssen. In dieser Phase lebten die Echinger von einer sensationellen Defensivstabilität und großer Disziplin. Ein Team hielt Konkurrenten stand, die in der Summe meist bessere Einzelspieler hatten.

So hatten die Zebras in der vergangenen Saison die kleinste Innenverteidigung der Liga. Janis Hoffmann und Thomas Edlböck lösten ihre Aufgabe trotzdem – und die fehlende Lufthoheit fiel kaum auf. Dieser Bereich macht beim Saisonstart auch die einzige Änderung notwendig. Thomas Edlböck nahm nämlich ein Angebot des TSV Buchbach an und will es zwei Klassen höher in der Regionalliga probieren. Mangels finanzieller Möglichkeiten haben die Echinger keinen neuen Innenverteidiger gefunden. Mittelfeld-Zugang Ludwig Stegmeier (Markt Schwaben) sollte eigentlich für das Zentrum vor dem eigenen Tor umgeschult werden. Der experimentierfreudige Leitl hatte mit dieser Maßnahme aber nicht den gewünschten Erfolg. So kam er auf Thomas Eckmüller, der eigentlich zusammen mit dem letztjährigen Landesliga-Torschützenkönig Fabi Hrgota das gefährlichste Angriffsduo der Liga bilden sollte. Der ehemalige Bayernligastürmer machte den Job hinten allerdings so gut, dass nun eine dauerhafte Lösung draus werden könnte.

Nur ein Keeper

Für den Start in Plattling deutet alles auf Eckmüller hin. Und damit gäbe es gewisse Parallelen zum Duo Hoffmann/Edlböck. Die beiden Kapitäne würden das Spiel von hinten heraus organisieren – und die Innenverteidigung bestünde aus Fußballern, die klare Pässe intelligent spielen.

Der Rest des Kaders ist eine Art Verschiebebahnhof mit vielen Optionen. So hat der vergangene Saison links verteidigende Enzo Potenza zuletzt beim 2:2-Testlichtblick gegen Bayernligist Wolfratshausen Argumente für die Versetzung auf die Sechs geliefert. Rainer Leitl erwartet variable Spieler. Und er weiß auch, dass es bei einem Ausfall von Ferdi Kozel dramatisch bergab gehen könnte. Eching hat nur einen Keeper.

Rainer Leitl hat seine Mission Eching noch nicht abgeschlossen. Er hat es schon im Hinterkopf, den Verein irgendwann als Bayernligist zu verlassen: „Das wäre eine sehr schöne Sache.“ Der in der Rückrunde der abgelaufenen Spielzeit realistisch erscheinende Aufstieg wäre für Leitl zu früh gekommen: „Diese Saison wäre es für uns sehr schwer in der Bayernliga geworden.“ Nun möchte der Trainer die Mannschaft schrittweise an die höhere Spielklasse heran führen. Dazu kommt auch die Frage, ob der Verein einen Hauptsponsor findet. „Grundsätzlich ist die Bayernliga möglich“, sagt Leitl mit seinem unerschütterlichen Selbstbewusstsein. Auch diese „Ansage“ musste irgendjemand mal tätigen.

Quelle: fussball-vorort.de

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