Rückblick auf das Fussball-Jahr beim TSV

Eching: Handlungsbedarf beim Personal

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Ein Jahr mit allerlei Problemen, sportlich und gesundheitlich, musste Echings Trainer Alfred Ostertag (hier mit Philipp Schuler) überstehen.

TSV Eching - In Jahr mit mehr Höhen als Tiefen liegt hinter dem TSV Eching, für den der Landesliga-Klassenerhalt auch weiterhin das Maß der Dinge ist und bleibt. Ein Rückblick:

Januar: Das Jahr begann mit den Hallenauftritten beim Masters in Freising und in Hallbergmoos. Beide Turniere beendete der TSV mit einem Platz in der Mitte des Wettbewerbs. „Vielleicht haben einige Spieler nicht die richtige Einstellung zur Halle gezeigt, denn eigentlich hatten wir eine gute Mannschaft beisammen“, bedauerte TSV-Trainer Fredi Ostertag das mäßige Abschneiden.

Februar: „Wegen des vielen Schnees konnten wir in Eching kaum trainieren“, erinnerte Ostertag an die winterlichen Verhältnisse während der Vorbereitungsphase. Alle Testspiele fanden auswärts und nahezu komplett auf Kunstrasenplätzen statt. Doch die sportlichen Aspekte rückten schnell in den Hintergrund. Ein Schlaganfall setzte Ostertag vorübergehend außer Gefecht. „Das war für mich persönlich, aber auch den ganzen Verein keine leichte Zeit“, berichtete der Coach.

März: Auf den Krankenhausaufenthalt des Cheftrainers folgte eine mehrwöchige Rehamaßnahme. Willi Kalichman und Fabijan Hrgota vertraten Ostertag derweil und holten vor Ostern durch die Erfolge in Gerolfing (3:2) und daheim gegen Holzkirchen (4:2) absolute „big points“ für die Zebras. Der Abstand auf die drohenden Relegationsplätze vergrößert sich dadurch auf fünf Punkte. Hinter den Kulissen tat sich auch Einiges. Insbesondere auf Initiative des neuen zweiten Vorsitzenden Werner Stitzl wurden bauliche Veränderungen im Willi-Widhopf-Stadion durchgeführt. Nordseitig fiebern die Zuschauer seitdem direkt hinter der Torauslinie mit, vom nagelneuen Ballfangzaun geschützt.

April: Ostertag kehrte an die Seitenlinie zurück und wurde sehr herzlich empfangen. Allerdings sah er sehr durchwachsene Auftritte seiner Mannschaft. Am letzten Tag des Monats unterlagen die Zebras im Derby beim SE Freising mit 1:3, steckten den Rückschlag aber erstaunlich gut weg. Denn Nachbarschaftsduell hin oder her – das deutlich wichtigere Match stand mit der Nachholpartie in Hebertsfelden unmittelbar bevor.

Mai: An jenem denkwürdigen Abend, als der FC Bayern im Championsleague-Halbfinalhinspiel in Barcelona mit 0:3 unter die Räder geriet, gelang dem TSV der entscheidende Schritt in Richtung Klassenerhalt. In einem umkämpften Match siegten die Zebras durch ein Tor von Marco Doms in der 93. Minute mit 2:1 beim späteren Absteiger. Drei Tage danach legte Eching noch einen drauf: Beim im Jahr 2015 bis dahin ungeschlagenen FC Töging überzeugte die Ostertag-Elf auf ganzer Linie und sicherte dank eines 4:1-Auswärtserfolges den vorzeitigen Klassenerhalt. Nach dem großen Umbruch vor der Saison eine sensationelle Leistung des TSV, von den abschließenden Niederlagen gegen Hallbergmoos (1:7) und Kirchanschöring (0:4) kaum getrübt. Als Tabellenachter verabschiedete sich der TSV in die kurze Sommerpause.

Juni: Und wieder drehte sich das Spielerkarussel. Unter anderem verließen Zelimir Tosic und Christian Mühlberger die Zebraherde, während ein Quartett aus Hallbergmoos fortan den TSV verstärkte. „Den Torwartposten mit Franz Hornof neu zu besetzen, das war ein absolutes Muss“, stellte Ostertag klar. „So bedauerlich die Abgänge waren, aber wir halten keinen Spieler, in dem wir mehr Geld zahlen“.

Juli: Anfängliche Schwierigkeiten während der Vorbereitung blieben zum Punktspielauftakt ohne Folgen. In einem munteren Match bezwang der TSV den ASV Dachau – wie schon im April – mit 3:2. Fünf Tage später entführte Eching beim torlosen Remis in Landshut gar einen Zähler vom Bayernliga-Absteiger und kassierte erstmals seit November 2014 keinen Pflichtspiel-Gegentreffer. Doch am letzten Juli-Wochenende sprach davon kein Mensch mehr. Im Töginger Stadion am Wasserschloss gingen die Zebras mächtig baden und wurden mit 0:7 auf die weite Heimreise geschickt.

August: Die Antwort auf die 0:7-Klatsche erstaunte auch viele eingefleischte Echinger Fans. Das Team blieb im August ungeschlagen: fünf Unentschieden und ein 1:0 über den SV Türkgücü-Ataspor sprangen heraus.

September: Auch im September gelingt es Ostertag und seinem Assistenten Kalichman, urlaubsbedingte Abwesenheiten und zahlreiche Verletzte recht gut zu kompensieren. Nur Klassenprimus FC Deisenhofen schaffte es, die Zebras mit 2:1 zu besiegen.

Oktober: Hallbergmoos und Ismaning zeigten dem TSV deutlich seine Grenzen auf. Dazu gesellte sich eine unglückliche 1:2-Niederlage in Gerolfing. Die Erfolge über Holzkirchen (3:2) und zum Rückrundenstart in Dachau (4:1) halten Eching dennoch von den Relegationsrängen fern.

November: Spätestens das Landshut-Heimspiel verdeutlichte (0:2), was sich längst abzeichnete. Der Kader, von Haus aus relativ klein, verkraftet die Ausfälle von Leistungsträgern langfristig einfach nicht. „Andere Mannschaften hatten auch mit Verletzungen zu kämpfen, aber wir konnten es nicht mehr kompensieren“, erkannte auch Ostertag die Problematik. Doch großartig auf Einkaufstour kann der Trainer und Abteilungsleiter in Personalunion freilich nicht gehen. „Das lässt die finanzielle Situation nicht zu“, erklärte Ostertag. „Es ist in der Winterpause eh nicht so leicht, passende Verstärkungen zu finden. Aber bis Ende Januar haben wir noch Zeit“. Vier Wochen später, am 27. Februar 2016, steht das erste von 13 Endspielen im Kampf um den Landesliga-Verbleib auf dem Programm, wenn der SV Manching in Eching gastiert. Aktuell trennen den TSV zwei Punkte von den Relegationsrängen immerhin schon acht Zähler sind es bis zu einem direkten Abstiegsplatz.

Dezember: Fabio Palermo, Jens Fölting, Florian Wagner und - brandheiß – Michael Ott (nach Hallbergmoos) verlassen die Zebraherde. Da auch Ludwig Stegmeier eine Pause in Erwägung zieht, scheint der Handlungsbedarf größer als je zu vor. Nach 23 Jahren verabschiedet sich zudem „Kultwirt“ Reinhard Sagermann aus der Vereinsgaststätte. Mit den bevorstehenden Wahlen Ende Februar, einem neuen Sportheim-Pächter und der Kaderplanung scheint den TSV Eching alles andere als ein ruhiges Jahr 2016 zu erwarten.

Quelle: fussball-vorort.de

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