Halbe Mannschaft kommt aus der TSV-Jugend

Echings Motto: "Eigengewächse nicht zum Zuschauen verdammen"

Als angenehme Aufgabe bezeichnete Rudolf Hauke die anstehenden Ehrungen für langjährige Vereinstreue von 15 bis sage und schreibe 60 Jahre: So lange sind Franz Dolzer, Peter Martin und Hans Wolf schon dabei. Persönlich übergab Hauke (li.) die Urkunden und Vereinsnadeln an folgende TSVler: (von links) Sebastian Brand, Thomas Summerauer (Goldene Ehrennadel für 25-jährige Mitgliedschaft), Günther Rug

Fast auf den Tag genau ein Jahr nach seiner Wahl zum TSV-Präsidenten ließ Rudolf Hauke bei seiner ersten Mitgliederversammlung im sehr gut besuchten Sportheim ein, so wörtlich, „bewegtes Jahr“ Revue passieren. Dieses Statement bezog sich dabei auch auf die erfreuliche und beachtliche Entwicklung der Finanzen: Zum ersten Mal seit langer Zeit schreibt der Verein schwarze Zahlen.

Mit großer Spannung wurde deshalb der Bericht von Schatzmeister Wolfgang Nagl erwartet, der mit ausgesprochen erfreulichen Nachrichten aufwarten konnte. Auch im vergangenen Geschäftsjahr war es wieder gelungen, große Fortschritte bei der Tilgung der Altlasten zu machen und rund 55 000 Euro abzuzahlen. Innerhalb von acht Jahren ist es gelungen, mit einem konsequenten Sparkurs einen Schuldenstand von ca. 270 000 Euro auf einen überschaubaren Rest von nur mehr 32 400 Euro zu reduzieren, der je zur Hälfte in den nächsten beiden Jahren getilgt werden kann. „Ohne dich würde es den Verein nicht mehr geben“ bedanke sich Hauke unter großem Applaus bei seinem Schatzmeister. Den Club zu sanieren und auf stabile Fundamente zu stellen, „sei „kein leichtes Unterfangen“ gewesen, so Nagl. Wie von allen sehr bedauert wird, steht der Schatzmeister aus beruflichen Gründen im kommenden Jahr bei den Wahlen nicht mehr zur Verfügung.

Das Thema Finanzen und Wirtschaftlichkeit zog sich wie ein roter Faden auch durch Rück- und Ausblick des Präsidenten. Da geht es im Detail um die Sponsorensuche, aber auch um Entscheidungen, welche Reparaturen absolut notwendig seien, welche geschoben werden könnten. Von entscheidender Wichtigkeit sei die Zusammenarbeit mit und die Unterstützung durch die Gemeinde, so Hauke. Um dem Eindruck entgegenzuwirken, der TSV würde ständig nur Zuschussanträge stellen und Vereinsförderungen kassieren, machte Hauke eine Rechnung auf, die zeigte, dass das Zusammenspiel von Kommune und Sportverein ein ausgeglichenes „Geben und Nehmen“ ist. So steht den gewährten Anträgen für die Standfestigkeit der Flutlichtmasten, dem „Notersatz“ für einen Masten und ein Ballfangnetz (Summe rund 3000 Euro) und dem Jugendzuschuss für Echinger Kinder und Jugendliche (7000 Euro) in etwa die gleiche Summe gegenüber, die an die Gemeinde überwiesen wurde. Dabei handelt es sich um 3000 Euro Gewerbesteuer und knapp 7000 Euro als Anteil der vom TSV am Echinger See eingenommenen Parkplatzgebühren.

Unter dem Arbeitstitel „Projekt Zukunft“ hat Hauke einen strategischen Fünfjahres-Plan aufgelegt. Der beinhaltet Herausforderungen und offene Fragen – letztere vor allen Dingen auch an die Gemeinde hinsichtlich finanzieller Unterstützung (konkret beispielsweise zur Platzpflege und einer notwendigen neuen Bewässerungspumpe). Unter den Nägeln brennt die Frage, wo und wie der künftige Flächenbedarf des TSV gedeckt werden kann. Dazu gibt es mittelfristig ergebnisoffene Überlegungen, das jetzige TSV-Gelände – bis auf ein Pachtgrundstück in Besitz der Kommune – aufzugeben und dafür ein neues Sportgelände auf den jetzigen Ackerflächen am Echinger See zu entwickeln.

Naturgemäß lag ein Schwerpunkt der Versammlung auf den Berichten der Abteilungen. Fußballchef Marcus Heiss machte darauf aufmerksam, dass die Hälfte der Spieler aus der eigenen Jugend rekrutiert worden sei. Grundsätzlich gelte die Devise „Eigengewächse nicht zum Zuschauen zu verdammen“, und da sei man auf einem guten Weg.

Dieser Ansatz, so wurde im Bericht von Peter Hanrieder über „ein tolles Jahr“, mit vier Aufstiegen 2017 und schönen Einzelerfolgen deutlich, zieht sich bis zu den jüngsten Junioren-Teams durch. Im F-Bereich sind sieben, im E-Bereich vier Teams am Start, beste Voraussetzungen dafür, die vielen fußballbegeisterten Buben und Mädchen längerfristig an den TSV zu binden und ihnen im Heimatverein eine sportlich attraktive Perspektive zu bieten.

Quelle: fussball-vorort.de

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