Maximilian Bauer ist Stammspieler bei Unterhaching

"Egal wer von Leverkusen kommt, ich lasse sie nicht vorbei!"

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In der Liga gegen Burghausen, im DFB-Pokal gegen Leverkusen: Der Geretsrieder Jungprofi Maximilian Bauer (re.) hat bei der SpVgg Unterhaching einen Stammplatz auf der rechten Abwehrseite.

Unterhaching/Geretsried – Achtelfinale im DFB-Pokal- Wetttbewerb: Die Spielvereinigung Unterhaching, Regionalliga Bayern, erwartet nach Erfolgen gegen Bundesliga- Aufsteiger FC Ingolstadt und Zweitligist RB Leipzig am kommenden Dienstag Bayer Leverkusen zum „Spiel des Jahres“ im Sportpark.

Auch ein Geretsrieder fiebert dem Duell mit Karim Bellarabi und Co. entgegen: Maximilian Bauer (20), Rechtsverteidiger, und seit dieser Saison Stammspieler beim Regionalligisten Haching. Mit elf Jahren kam Bauer, der beim TSV Altomünster mit dem Fußballspielen angefangen hatte, zum TuS Geretsried, spielte unter Trainer Hannes Salberg in der D- und C-Jugend, bevor er in die Nachwuchsabteilung des FC Bayern München wechselte.

Von dort verschlug es ihn nach Unterhaching, wo er schon als 17-Jähriger im Drittliga-Kader trainierte. Nach einigen verletzungsbedingten Rückschlägen ist er seinem Traumberuf Profifußballer wieder nahegekommen. Jedenfalls soll die Regionalliga nicht die letzte Sprosse auf seiner Karriereleiter sein, wie Bauer im Gespräch mit unserem Mitarbeiter Rudi Stallein verriet.

Herr Bauer, in der ersten Runde des DFB-Pokals den drei Klassen höher spielenden FC Ingolstadt rauskegeln, wie geht das?

Das war schon Wahnsinn. Wir sind gegen Ingolstadt mit der Einstellung reingegangen: Hey, wir haben ein DFB-Pokalspiel. Das wird für einige das Spiel ihres Lebens werden – weil sie es nicht höher schaffen, oder zu alt sind. Und wir wollten auch ein Ausrufezeichen für den Verein setzen, zeigen, dass Haching lebt. Wir hatten ja nichts zu verlieren, wollten die aber auch nicht einfach so gewinnen lassen. Es waren fast 40 Grad an dem Tag. Ingolstadt hatte keinen Bock, und wir waren zu 100 Prozent motiviert. Dann haben wir nach 20 Minuten mit 1:0 geführt, sind hinten gut gestanden – nicht umsonst haben wir die beste Abwehr der Regionalliga. Das war auf jeden Fall sensationell.

Für Sie selbst sah es im Laufe Ihrer noch jungen Karriere oft nicht so rosig aus. Sie hatten einen Lendenwirbelbruch, einen Schlüsselbeinbruch und andere Verletzungen. Wie schafft man es, trotzdem immer wieder zurückzukommen?

In der Zeit, wenn nichts geht, ist das Umfeld sehr wichtig. Leute, die einem Mut machen, weil man psychisch weit unten ist. Und der Verein gibt einem auch viel – Physio, Pflege und so. Aber zu 90 Prozent liegt es an einem selber, ob man das will oder nicht, sich aus dem Loch rauskämpfen, um wieder dahin zu kommen, wo man war und noch besser zu werden.

Viele spielen in der Jugend bei den Münchner Profiklubs. In der U 17 oder U 19 ist dann aber oft Schluss. Was muss einer mitbringen, um oben dabei zu bleiben?

Zum einen muss man Fußball lieben und natürlich etwas können. Höchste Priorität hat aber, dass man im Kopf normal bleibt und alles dafür tut, wirklich alles, um sich weiterzuentwickeln. Und wenn man mal einen Nackenschlag bekommt, muss man weitermachen. Das ist das Wichtigste. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wovon ich spreche.

Sie sind von den A-Junioren des großen FC Bayern zur kleinen SpVgg Unterhaching gewechselt. Was ist das für ein Gefühl, wenn man gehen muss?

Das war nicht so schlimm. Ich musste ja nicht gehen, ich hatte noch eineinhalb Jahre Vertrag. Das war damals meine große Bitte, dass ich gehen darf. Ich bin bei Bayern mit dem damaligen Trainer Marc Kienle nicht zurechtgekommen, habe kaum gespielt. Aber ich wollte Spielpraxis. Es war nicht so, dass die Leistung nicht gereicht hätte.

In Unterhaching lief es auch nicht immer reibungslos. Wie ist Ihnen der Sprung zum Stammspieler gelungen? Kam Ihnen dabei der Abstieg in die Regionalliga gelegen?

Es war schon ein Vorteil, dass sie im Verein nach dem Abstieg komplett umgerüstet haben. Ich war im letzten Winter nach Heimstetten ausgeliehen. In Haching hatte ich mich ein paar Tage vor dem ersten Saisonspiel wieder mal verletzt. Als ich wieder fit war, hatten sie auf meiner Position zwei Neue geholt. Aber ich wollte Spielpraxis. In Heimstetten haben Trainer Claus Schromm und Präsident Manfred Schwabl mich dann in einem Spiel gesehen und zurückgeholt. Ich kannte den Verein, das Umfeld, konnte von Anfang an richtig Gas geben. Aber es wäre nicht zustande gekommen, wenn ich in der Zeit, als es in Heimstetten nicht so lief, nicht weiter an mir gearbeitet hätte. Dann hätte ich keine Chance gehabt, in Haching nochmal anzugreifen.

Gibt es in Unterhaching nun Profifußball oder wie muss man sich das vorstellen?

Das sind dort absolut Profibedingungen, wenn man überlegt, dass wir zwei Mal am Tag trainieren – und das nicht nur einmal in der Woche. In der Vorbereitung täglich, aber auch unterm Jahr oft zwei-, dreimal pro Woche.

Das heißt, Sie spielen nur Fußball?

Nein, ich mache nebenbei eine Ausbildung zum Großund Außenhandelskaufmann. Das ist mir persönlich sehr wichtig, weil ich durch die vielen Verletzungen weiß, wie es ist, wenn man am Boden ist.

Ihr Vertrag bei der SpVgg läuft noch bis zum Ende der nächsten Saison. Gibt es Planungen für die Zeit danach?

Es gibt Überlegungen. Mein Wunsch ist natürlich, irgendwo in die Erste oder Zweite Bundesliga, von mir aus auch Dritte Liga in einen guten Verein zu kommen. Das ist ja klar. Aber es wird sich zeigen, was da kommt.

Das heißt, Aufsteigen mit Haching oder wechseln?

Aufsteigen mit Haching wollen wir auf jeden Fall. Wir schauen sogar, was diese Saison noch geht. Und wenn’s nicht mehr reicht, dann auf jeden Fall nächste Saison.

Nächsten Dienstag im Pokalspiel können Sie ja wieder mal an der Bundesliga schnuppern.

Ja, das ist für uns das Bonusspiel des Jahres. Das haben wir uns erarbeitet, jeder freut sich darauf. Wir wollen auf jeden Fall ein gutes Spiel machen. Leverkusen hat gerade gegen Barcelona gespielt und spielt noch gegen Gladbach. Wenn man solche Gegner im Hinterkopf hat und in den Sportpark kommt, das ist nicht das Einfachste ...

Haben Sie schon eine Idee, wer Ihr direkter Gegner sein wird?

In der Bundesliga spielen auf den Außenpositionen bei Bayer derzeit Bellarabi, Kevin Kampl oder auch mal Admir Mehmedi. Aber es ist völlig egal, wer da auf einen zukommt: Ich will die nicht vorbeilassen. Ich werde alles dafür tun, dass mein Gegenspieler kein Tor schießt.

Welche Schlagzeile möchten Sie am Mittwoch am liebsten im Isar-Loisachboten lesen?

Aller guten Dinge sind drei. Oder: Haching nicht zu stoppen – das wäre schon cool.

Quelle: fussball-vorort.de

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