Aufstieg nach Sportgerichtsurteil erledigt

Ein Jahr Sperre für Khaled Korayem vom FC Megas Partenkirchen

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Funktionäre unter sich: (v.l.) Klemes Wind, Peter Christofi und Ioannis Hristoforidis.

Khaled Korayem vom FC Megas Partenkirchen wird wegen eines Ausrasters bis Juni 2020 gesperrt. Zudem muss der Verein den Aufstieg in die A-Klasse wohl abhaken.

VON CHRISTIAN FELLNER

Garmisch-Partenkirchen – Ioannis Hristoforidis kann seine Enttäuschung nicht verbergen. Der FC Megas Garmisch-Partenkirchen ist durchgefallen bei den Sportgerichten. Nichts wird’s aus einer Neuansetzung der B-Klassen-Partie gegen den ASV Habach II. Das Thema Aufstieg in die A-Klasse dürfte sich für den griechischen Fußball-Verein damit erledigt haben. Nur noch eine Partie steht an, Konkurrent Habach wird sich gegen den Drittletzten, den FCK Schlehdorf II, keine Blöße geben. „Das ist alles sehr ärgerlich“, betont Hristoforidis, der Abteilungsleiter beim FC Megas. „Eine dumme Aktion hat uns die ganze Saison gekostet.“

Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Es geschah am 6. April dieses Jahres. In exakt jener Partie der beiden Verfolger von Primus TSV Oberammergau. Megas führte 1:0, als es in der 40. Minute zur entscheidenden Szene kam. Khaled Korayem sah Rot – im wahrsten Sinne des Wortes. Schiedsrichter Lukas Seider zückte die Rote Karte, und der Spieler schlug sie ihm aus der Hand. Sofort hatten die Megas-Akteure und einige Verantwortliche die Situation im Griff, nichts weiter passierte. Doch der Oberammergauer Schiedsrichter brach die Begegnung ab. Alle waren sich in der Folge einig, dass der Verein sehr gut gehandelt habe. Auch Schiedsrichter-Obmann Klemens Wind äußerste sich nur lobend über das Krisenmanagement des FC Megas, konnte sich gar eine Neuansetzung gut vorstellen. Schließlich hatte ja der Verein in der Partie geführt.

Die Sportgerichte haben nun jedoch anders entschieden. Einen Beschluss auf Zugspitz-Ebene fochten die Griechen an – wegen Befangenheit. Der Habacher Werner Schmidhuber gehört als Beisitzer dem Kreissportgericht an. „Dem Antrag wurde auch stattgegeben“, sagt Hristoforidis. Also ging es direkt vors Bezirkssportgericht. Das entschied gegen den FC Megas, sperrte den Spieler Korayem bis Juni 2020 – also für die gesamte nächste Saison.

Hristoforidis und Co. ließen aber nicht locker, gingen nochmals in Berufung, wendeten sich an das bayerische Verbandssportgericht. Zu einem offiziellen Termin kam es aber nicht. „Die Funktionäre haben sich im Vorfeld mit dem Thema beschäftigt und uns mitgeteilt, dass sie bei diesem Urteil bleiben würden.“ Die Begründung: Der Schiedsrichter habe, nachdem ihm die Karte aus der Hand geschlagen worden war, von einer Bedrohungslage ausgehen müssen, ein Spielabbruch mit Wertung zuungunsten des FC Megas sei gerechtfertigt gewesen. „Daraufhin haben wir die Berufung zurückgezogen, auch um Kosten zu sparen“, sagt Hristoforidis, der das faire Verhalten der Verbands-Sportrichter hervorhebt. Die hatten sogar angeboten, über das Strafmaß bei Korayem zu verhandeln, falls der Verein nachweisen könne, dass der Spieler den Unparteiischen nicht berührt habe. Doch das interessierte die Megas-Verantwortlichen nicht wirklich. Korayem gehört dem Team aktuell nicht mehr an.

Dass Hristoforidis’ Mannschaft dann auch noch in Bad Heilbrunn unnötig mit 2:3 unterlag, setzte dieser letztlich unglücklich verlaufenen Saison die Krone auf. „Hätten wir da gewonnen, hätte sich alles erledigt gehabt“, räumt er ein. So geht es für den griechischen Verein wohl auch kommendes Jahr in der B-Klasse weiter. „Wir hätten das halt alles gerne sportlich geregelt, so bleibt ein fader Beigeschmack.“ In vielerlei Hinsicht. Denn Aktionen wie die von Khaled Korayem braucht der Amateur-Fußball ganz sicher auch nicht.

Quelle: Merkur.de

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