Eine läuferische Herausforderung

+
„Wir wollten in die Bayern-Box, die war ja frei.“

Wolfratshausen - Schwabmünchen war vor der Saison eine der Unbekannten in der Landesliga Süd. Inzwischen ist klar, dass der BCF Wolfratshausen heute nur unter Einsatz höchster Laufbereitschaft beim Tabellenachten wird bestehen können.

Entgegen der Gepflogenheiten war am vergangenen Montag trainingsfrei an der Kräuterstraße. Aus gutem Grund: Farchets Kickerabteilung pilgerte gen München zum gemeinsamen Oktoberfestbesuch. Teambulding ist bei dem verschworenen Kollektiv zwar nicht von Nöten, aber man muss als Amateurteam eben „auch mal Spaß haben“, rechtfertigt Andi Brunner die gerne angenommene Abwechslung. Und einen Seitenhieb in Richtung Profis und deren Wiesn-Verbot gab es vom BCF-Trainer obendrein: „Wir wollten in die Bayern-Box, die war ja frei.“

Lamine Guèyeerhält in der Startelf des BCF den Vorzug vor Michael Miedl. 

Im Unterschied zu den schwächelnden FCB-Kickern ist Brunners lustige Zweckgemeinschaft im Soll. Der 44-Jährige weist zwar drauf hin, dass noch „Leistungspotenzial nach oben“ vorhanden sei. Alleine die kapitale Verletztenliste seit Saisonbeginn lasse aber derlei Überlegungen derzeit nicht ernsthaft zu. Aktuell gilt der Fokus ohnehin einzig dem heutigen Programmpunkt. Der TSV Schwabmünchen ist Gastgeber für die Equipe aus Wolfratshausen. Die Mannschaft von Trainer Michael Fischer rangiert fünf Zähler, aber nur zwei Ränge in der Tabelle hinter den Flößerstädtern. Bei denen schaut’s umgekehrt aus: Rang sechs klingt mehr nach Mittelfeld, die Tabellenspitze ist jedoch nur drei magere Pünktchen enfernt.

Um weiter an der Spitze mitzumischen müsste die Brunnersche Auswahl ihre sehr ansprechende Auswärtsbilanz von drei Siegen und einem Remis aus fünf Spielen zwingend aufmörteln. Keine einfache Geschichte, folgt man dem Beobachtungs-Dossier des BCF-Fußballlehrers: Der TSV verfüge über eine „bessere Mannschaft als im Vorjahr, ist spielstärker und torgefährlicher“. Letztgennanter Faktor ist eng mit den Personalien von Michael Geldhauser (20) und Joachim Frey (28) verknüpft. Die beiden Angreifer steuerten immerhin 15 der bislang 26 geschossenen Tore bei. Geldhauser hat sein Wolfratshauser Pendant Franz Fischer inzwischen in der Torjägerliste um einen Treffer (9) überflügelt. Brunner weist auf die Gefährlichkeit der TSV-Spitzen hin, wenn „sie im Lauf angespielt werden“. Selbst haben sich die Farcheter allerdings auch viel vorgenommen, nachdem „wir zuletzt auswärts die Aggressivität nicht so hinbekommen haben“. Das überdurchschnittlich breite Geläuf am westlichen Lechfeld deklariert Brunner deswegen zur „läuferischen Herausforderung“. Die personelle Situation hat sich zur Vorwoche leicht entspannt. Michael Miedl ist wieder mit dabei und mit Manuel Kluge hat sich sogar ein Ersatztormann gefunden.

BCF Wolfratshausen: Klinkmüller – S.Kluge, J.Taffertshofer, L.Kasperek, Jell, Panholzer, Guéye, Murböck, Pratz, Amanquah, Fischer; M. Kluge, Rauch, Scheck, Miedl, Haschke.

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesen

Fabio Sabbagh vom SV Heimstetten: Der Knipser an der Konsole
Fabio Sabbagh vom SV Heimstetten: Der Knipser an der Konsole
MA Club Championship: Richard Hehenberger im Porträt
MA Club Championship: Richard Hehenberger im Porträt
Franco Simons Top-Elf: Diva, Legenden und ein König
Franco Simons Top-Elf: Diva, Legenden und ein König
Automusik für Fußballkinder:  Rammstein oder die drei lustigen Moosacher
Automusik für Fußballkinder:  Rammstein oder die drei lustigen Moosacher

Kommentare